Skills Development for Youth: Training und Qualifizierung im Staat Rakhine

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung von Einkommensperspektiven für Binnenvertriebene und umliegende Gemeinden im Rakhine State
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Myanmar
Politischer Träger: Ministry of Labour, Immigration and Population (MoLIP)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Roof Repairing GTHS_GIZ

Ausgangssituation

Der Staat Rakhine an der Grenze zu Bangladesch gehört zu den am wenigsten entwickelten Regionen Myanmars. Neben schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen gibt es anhaltende Konflikte, insbesondere die seit 2012 wiederkehrenden und zum Teil gewaltsamen Zusammenstöße mit der muslimischen Minderheit der Rohingyas. In 2017 eskalierte der Konflikt erneut und etwa 700.000 Menschen flüchteten ins benachbarte Bangladesch. In Rakhine leben weiterhin über 120.000 Binnenflüchtlinge in Camps.

Junge Menschen unter 30 Jahren sind aufgrund mangelnder Qualifikation besonders anfällig für Unterbeschäftigung oder Arbeitslosigkeit.

Angebote zu Berufsbildung und Beschäftigungsförderung im Staat Rakhine sind völlig unzureichend. Die bestehenden Angebote für junge Menschen in der Region sind weder beschäftigungsorientiert noch beziehen sie soziale und unternehmerische Kompetenzen mit ein.

Für junge Rohingyas, die zum Teil als Binnenvertriebene in Camps leben, ist der Zugang durch formale und soziokulturelle Barrieren zusätzlich eingeschränkt.

Ziel

Junge Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren aus vulnerablen Bevölkerungsgruppen im Staat Rakhine haben besseren Zugang zu beruflicher Qualifizierung und Beschäftigungsförderung. Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven von Jugendlichen leisten einen Beitrag zu langfristiger, nachhaltiger Entwicklung entsprechend der Übergangshilfe-Strategie des Bundesentwicklungsministeriums.

Vorgehensweise

Das Vorhaben bietet zusammen mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Partnern Qualifizierung, Trainings und Berufsbildungsmaßnahmen für junge Menschen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Camps für Binnenvertriebene. Der Ansatz dieser beschäftigungsorientierten Qualifizierungsangebote und Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung ist konfliktsensibel und geht vom Lebenskontext der Jugendlichen aus. Ein Beispiel: Junge Menschen sollen zukünftig nach einem dreimonatigen arbeitsmarknahen Berufsausbildungskurs und einem zweimonatigen Unternehmenspraktikum ein aktives Mentoring und Start-up Kits erhalten, damit sie sich selbständig um eine Beschäftigung kümmern können. Ein Start-up Kit bei der Ausbildung eines Klempners enthält zum Beispiel grundlegende Werkzeuge wie Zange und Hammer.

Das Vorhaben hat diese Schwerpunkte:

  • Basic-Skills-Training in Flüchtlingslagern und außerhalb: Eine Zusammenarbeit mit den internationalen Nichtregierungsorganisationen (NRO) Norwegian Refugee Council und Danish Refugee Council ermöglicht zum einen den Zugang zu Binnenvertriebenen. Zum anderen werden bestehende Trainings weiterentwickelt und an nationale Standards angepasst. Das Projekt nutzt die Erfahrungen der NRO zu (mobilen) „Skills-Trainings“ und baut seine Aktivitäten auf diesen auf. Angeboten werden zum Beispiel Trainings zur Reparatur von Motorrädern oder kleineren Landmaschinen für den Reisanbau. Zusätzlich werden Praktika vermittelt und Startbeihilfen zur Gründung von Kleinstunternehmen gezahlt.
  • Kompetenzbasierte (mobile) Kurzkurse: Das Projekt unterstützt staatliche Träger bei der Einführung und Umsetzung von Kurzkursen und deren Anpassung an nationale Standards. Weiterbildung von Lehrkräften sowie die Renovierung und Ausstattung von staatlichen Berufsbildungsstätten stärken das Berufsbildungssystem insgesamt.
  • Gemeindebasierte berufliche Ausbildung: In ausgewählten Gemeinden und Dörfern bieten die GIZ und ihre Partner sogenannte „Skills und Livelihood-Trainings“ an. Ein Beispiel sind Sprachtrainings in Myanmar und Englisch oder die Vermittlung von Lebenskompetenzen wie kritisches Denken, Selbstreflexion und Stressbewältigung sowie wirtschaftliche und finanzielle Allgemeinbildung. Hinzukommen kurze Ausbildungskurse etwa im Bereich Schneiderei oder zur Herstellung von „Street-Food“. Auch hier werden Praktika und Startbeihilfen zur Gründung von Kleinstunternehmen bereitgestellt. Das Projekt arbeitet dazu mit den lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen „Organization for Building Better Society“ (BBS) und der „Peace Development Initiative Kintha“ (PDI) zusammen. Dies ermöglicht einerseits den Zugang zu den Jugendlichen und stärkt andererseits das Wissen und die Kompetenzen der lokalen Partner.
  • Aufbau von „Skills Training“-Kapazitäten bei lokalen NROs: Die Teams von BBS und PDI werden unterstützt, um berufliche Bildungsmaßnahmen noch besser zu planen, zu organisieren und gegebenenfalls auch zukünftig selbständig durchzuführen.

Wirkungen

Als erste Sofortmaßnahme unterstützt das Projekt die Berufsbildungsschule in Sittwe bei der Renovierung ihrer Räumlichkeiten, um den Schulbetrieb trotz Regenzeit fortzusetzen und die Schule für die zukünftigen Trainings vorzubereiten. Hierbei wurden Dächer neu gedeckt, Räume gestrichen, ein Wassertank aufgestellt und die Sanitäranlagen für den Gebrauch wiederhergerichtet. Ohne diese Sofortmaßnahmen wäre ein Schulbetrieb in einigen Räumen nicht weiter möglich gewesen. Weiter arbeitet das Projekt derzeitig zusammen mit seinen Projektpartnern an der Vorbereitung der Trainingskurse.