Unterstützung der pakistanischen Regierung beim Management von Flüchtlingsangelegenheiten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der pakistanischen Regierung beim Management von Flüchtlingsangelegenheiten
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Pakistan
Politischer Träger: Ministry of States and Frontier Regions (SAFRON)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

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Ausgangssituation

Afghanische Flüchtlinge stellen eine der größten Flüchtlingsgruppen weltweit dar. Von den Pakistan 2,7 Millionen registrierten afghanischen Flüchtlingen hat Pakistan etwa 1,4 Millionen aufgenommen.

Im Jahr 2012 haben die Islamischen Republiken Afghanistan, Iran und Pakistan mithilfe des UNHCR die Solution Strategy for Afghan Refugees (SSAR) erarbeitet und unterzeichnet. Mit diesem überregionalen Abkommen sollen folgende Ziele erreicht werden: Schaffung von Bedingungen, die eine freiwillige Rückkehr ins Heimatland fördern; Bildung von Kapital von und für die afghanischem Flüchtlinge in den Aufnahmeländern, dass diese einsetzen können, um sich in Afghanistan eine Existenzgrundlage zu schaffen und eine nachhaltige Wiedereingliederung zu erreichen; Erhaltung von Schutzzonen in den Aufnahmeländern, insbesondere durch eine verstärkte Unterstützung der Aufnahmegesellschaften und den Aufbau von Kapazitäten bei den für das Flüchtlingsmanagement zuständigen Behörden. 

Die SSAR stellt erhebliche Anforderungen an die zuständigen Behörden, insbesondere an das Ministry of States and Frontier Regions (SAFRON), den Chief Commissionerate of Afghan Refugees (CCAR) und seine Vertreter.

Ziel

Das Ministry of States and Frontier Regions erhält Unterstützung für die Verwaltung von flüchtlingsbezogenen Angelegenheiten. Die Grenzregion zu Afghanistan ist durch einen verstärkten sozialen Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und Aufnahmegemeinschaften stabilisiert.

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Vorgehensweise

Mit der Teilnahme von leitenden Mitarbeitern des Ministeriums an Schulungen, die von nationalen und internationalen Instituten angeboten wurden, konnten die ersten Schritte getan werden, um die Managementkapazitäten zu verbessern. Dabei hat das RMSP eine umfassende Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs für SAFRON/CCAR durchgeführt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse können wichtige internationale Flüchtlingsorganisationen in Pakistan dafür sorgen, dass künftige Maßnahmen im Rahmen einer umfassenden Capacity-Development-Strategie gezielt und koordiniert durchgeführt werden.

Um einen geeigneten Rahmen für den Austausch auf Regierungsebene zu schaffen, hat RMSP wichtige Stakeholder von internationalen Organisationen, die im Flüchtlings- und Rückführungsbereich gemeinsam mit SAFRON und dem afghanischen Ministry of Refugees and Repatriations kooperieren, zusammengeführt. Dadurch wurde die Grundlage für eine weitere grenzübergreifende Koordination in den Bereichen Kompetenzaufbau, Bildung und Schaffung von nachhaltigen Lebensgrundlagen für afghanische Flüchtlinge und Rückkehrer geschaffen, damit diese freiwillig in ihre Heimat zurückkehren und die Wiedereingliederung gelingt.

Das RMSP hat bereits zahlreiche Maßnahmen zur Förderung des sozialen Zusammenhalts, der Möglichkeiten zur Existenzsicherung und einer verbesserten Erbringung von Sozialdienstleistungen in Gegenden mit einem hohen Flüchtlingsanteil und in den Aufnahmegemeinschaften in Belutschistan vorangetrieben. Diese Projekte wurden mit einer innovativen Herangehensweise geplant, um Jugendliche aus Flüchtlings- und Aufnahmegemeinden - insbesondere Frauen - zu motivieren und zu befähigen, einen Prozess von der Problemerkennung über die Projektplanung bis zur Umsetzung zu leiten.

Wirkungen

  • Um die problematische Wasserknappheit in Belutschistan und ihre direkten Auswirkungen auf die dortigen Lebensbedingungen anzugehen, hat das RMSP Maßnahmen für ein integriertes Wasserressourcen-Management auf den Weg gebracht, damit die einheimischen Bewässerungssysteme wiederhergestellt, die Regenwassersammlung optimiert und die Erträge gesteigert werden können. 
  • Um die Erbringung von Sozialdienstleistungen zu verbessern, wurde durch das RMSP eine Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf in Quetta wiederaufgebaut. Zu dieser Einrichtung gehören Räume für Sprachtherapie, ein Kompetenzzentrum und ein Spielplatz, der von afghanischen Flüchtlingskindern und Kindern der Aufnahmegemeinschaft gemeinsam genutzt werden kann. 
  • Zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Toleranz unter jugendlichen afghanischen Flüchtlingen und Jugendlichen der Aufnahmegemeinschaften in Belutschistan werden im Rahmen des RMSP Musik-, Kunst- und Sportaktivitäten angeboten. Dazu gehören auch Kreativworkshops, Musikunterricht, Gedichtwettbewerbe und Cricket. Die Jugendlichen planten und realisierten darüber hinaus 25 Youth Action-Projekte, um Spannungen im sozialen Kontext vorzubeugen.
  • Um ausgebildeten afghanischen Jugendlichen nach ihrer freiwilligen Rückkehr nach Afghanistan die Möglichkeit zu geben, marktrelevante Berufserfahrungen zu sammeln und ihre Fähigkeiten zu entwickeln, hat das RMSP in Abstimmung mit dem UNHCR die DAFI+-Initiative als Ergänzung zur Albert Einstein German Academic Refugee Initiative (DAFI) ins Leben gerufen. Dadurch haben bereits 125 Absolventen mit DAFI-Stipendien ein On-the-Job-Training in Organisationen des öffentlichen, privaten und Non-profit-Bereichs erhalten. 200 ausgebildete afghanische Jugendliche haben an Schulungen zur Vermittlung von digitalen Kompetenzen teilgenommen.
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