Zusammenarbeit beim grenzüberschreitenden Wassermanagement im unteren Mekong-Einzugsgebiet

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zusammenarbeit beim grenzüberschreitenden Wassermanagement im unteren Mekong-Einzugsgebiet
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam
Politischer Träger: Mekong River Commission (MRC)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

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Ausgangssituation

Über 40 Millionen Menschen sind auf die Wasserressourcen des unteren Mekong-Einzugsgebiets angewiesen, um ihren Lebensunterhalt durch Fischerei und Landwirtschaft zu sichern. Der Mekong ist auch im Hinblick auf Transport, Tourismus und Energieerzeugung von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Doch der Fluss ist bedroht: Durch das schnelle Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung geraten die Wasserressourcen verstärkt unter Druck, da der Bedarf an Nahrungsmitteln, Energie und Industriegütern steigt. Dieser Druck wird durch den Klimawandel weiter verschärft. So belegen Studien, dass die Fischbestände und die Biodiversität abnehmen und dass schwere Überschwemmungen häufiger auftreten. Ebenso wird beobachtet, dass das Mekong-Delta durch den steigenden Meeresspiegel absinkt.

Letztendlich erfordert die nachhaltige Entwicklung der Wasserressourcen im Mekong-Einzugsgebiet einen besseren Ausgleich zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Interessen. Angesichts des grenzüberschreitenden Charakters des Mekong-Einzugsgebiets, das sich über die Staatsgebiete von sechs Ländern erstreckt, kann ein solches Gleichgewicht nur durch eine länderübergreifende Zusammenarbeit erreicht werden, da sich die Maßnahmen eines Landes auf die flussabwärts gelegenen Länder auswirken.

1995 haben Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam die Mekong River Commission (MRC) gegründet, um die Probleme bei der Entwicklung im unteren Mekong-Einzugsgebiet gemeinsam anzugehen. Seit ihrer Gründung hat die Kommission einen wichtigen Beitrag geleistet, um die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen zu verbessern. Allerdings steht die Leistungsfähigkeit der MRC angesichts der zunehmenden Probleme sowie neuer Herausforderungen immer wieder in Frage. So haben sich der Klimawandel und die Entwicklung der Wasserkraft zu Kernproblemen im Flussgebiet entwickelt. Die MRC wird zeigen müssen, ob sie in der Lage ist, diese Herausforderungen effektiv und kompetent anzugehen.

Ziel

Die Zusammenarbeit zwischen den Anrainerstaaten des unteren Mekong-Einzugsgebiets wird mit Unterstützung der Mekong River Commission (MRC) verstärkt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben beruht auf einem „Push-and-Pull“-Ansatz, der die MRC bei der Entwicklung von strategischen Instrumenten auf regionaler Ebene berät und die Mitgliedstaaten bei der Anwendung dieser Instrumente auf lokaler Ebene durch die Umsetzung gemeinsamer Initiativen unterstützt. Das Projekt zielt auf folgende Ergebnisse ab:

  • Umsetzung des Strategieplans der MRC
  • Pilotierung eines gemeinsamen Umweltmonitorings von Staudämmen im Hauptarm des Flusses
  • Koordination des Hochwasser- und Dürremanagements zwischen Kambodscha und Thailand

Wirkungen

Die MRC hat mit deutscher Unterstützung dazu beigetragen, das Wissen über die Wasserressourcen zu erweitern und eine gemeinsame Vorstellung von der künftigen Entwicklung des Einzugsgebiets zu entwickeln. Außerdem wurde die Organisation der MRC effizienter gestaltet und die Kooperationsmechanismen zwischen den Mitgliedsländern wurden verbessert. Die MRC ist auf dem besten Weg, eine weltweit führende Organisation im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft zu werden, die zunehmend politische und finanzielle Unterstützung erhält. In jüngster Zeit hat die MRC Folgendes erreicht:

  • Durchführung einer eingehenden Überprüfung des Strategieplans 2016-2020;
  • Erstellung einer umfassenden Richtlinie für ein gemeinsames Umweltmonitoring der Staudämme im Hauptarm des Flusses; 
  • Ermittlung gemeinsamer Maßnahmen zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Laos und Thailand bei der Bewirtschaftung der gemeinsamen Wasserressourcen; 
  • Ermittlung vorrangiger Minderungsmaßnahmen zur gemeinsamen Bewältigung von Überschwemmungen und Dürren im Grenzgebiet zwischen Kambodscha und Thailand.