Berufliche Perspektiven und mehr Einkommen für Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: PROINTCAME: Teilhabe von Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Kolumbianisches Präsidialamt für Internationale Zusammenarbeit (APC-Colombia)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

Der bewaffnete Konflikt prägte Kolumbien in den vergangenen 50 Jahren. Aus ihm entwickelte sich ein komplexes Geflecht von ökonomischen, sozialen, politischen und kulturellen Verwerfungen. Eine der verheerenden Folgen ist die große Zahl von über sieben Millionen Binnenflüchtlingen im Jahr 2018, laut der kolumbianischen Opferbehörde. Die individuell oder kollektiv innerhalb des Landes geflüchteten Menschen  mussten ihre Dörfer und Ländereien verlassen und suchten in größeren Gemeinden oder Provinzhauptstädten Zuflucht. Mehrere Demobilisierungsprozesse bewaffneter Gruppen schafften die Grundlage für eine Rückkehr von Binnenflüchtlingen in ihre Heimatgemeinden.

Um die lokale Wirtschaftsentwicklung zu fördern, hat die kolumbianische Regierung Finanzierungsprogramme für Beschäftigungsprojekte aufgesetzt. Mit ihrer Hilfe werden im Kaffee- und Kakao-Anbau sowie in der Viehzucht und Milchproduktion neue Einkommensquellen geschaffen. Darüber hinaus werden Kleinstbetriebe in den Städten gefördert.

Ziel

Einkommen und Beschäftigung von Binnenvertriebenen und der Bevölkerung aufnehmender Gemeinden in Meta und Caquetá sind verbessert.

Traditionelle Zuckerrohrpresse in La Montañita, Caquetá

Vorgehensweise

Mit dem Ziel, die Einkommenssteigerung und Schaffung neuer Arbeitsplätze zu beschleunigen, fördert das Projekt PROINTCAME Produzentenvereinigungen und Kleinstunternehmen. Dazu gehört etwa die Stärkung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gemeindeverwaltungen und von Produzenten und Produzentinnen, bereitgestellte Finanzierungsprogramme zu beantragen und umzusetzen. In diesem Sinne arbeitet das Projekt unterstützend in den Departments Meta und Caquetá.

Aus den Ergebnissen der Zusammenarbeit wird im Anschluss ein Methodenkoffer entwickelt, mit dessen Hilfe zukünftige Aktivitäten geplant und realisiert werden können.

Wirkungen

Erste Ergebnisse zeichnen sich bereits ab: Eine Vielzahl von Produzentenvereinigungen und Kleinstunternehmen, die ihre kritische Anfangsphase überwunden haben, befinden sich im Prozess der wirtschaftlichen Stabilisierung.

In der Region Meta werden 25 Organisationen von Produzierenden in der verbesserten Herstellung und Vermarktung von Kaffee- und Kakao-Produkten und in der Honigproduktion unterstützt. Darüber hinaus wird eine Vereinigung von Frauen gefördert, die unter anderem in der Naturkosmetik tätig ist. Zudem erhalten rund 100 Kleinstunternehmen eine Schulung zur Verbesserung ihrer administrativen Prozesse und des Marktzugangs. Aus diesen werden 60 mit einem vielversprechenden Business-Modell ausgewählt, sie erhalten eine weitere Unterstützung in der Umsetzung ihrer Geschäftsidee.

In Cáqueta findet zur Unterstützung von arbeitslosen Binnenvertriebenen eine neuartige Zusammenarbeit zwischen dem Finanzamt, der lokalen Arbeitsvermittlung, der örtlichen Universität (Universidad de Amazonia), der Internationalen Organisation für Migration (OIM) und PROINTCAME statt. Dadurch werden einerseits 150 Arbeitssuchende besser ausgebildet und durch eine psychosoziale Beratung unterstützt. Andererseits werden mittlere und große Unternehmen über die steuerlichen Vorteile informiert, die eine Anstellung von Binnenvertriebenen mit sich bringt. Zudem werden die Betriebe während des Einstellungsprozesses begleitet.

 

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