Berufliche Perspektiven und mehr Einkommen für Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: PROINTCAME: Teilhabe von Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden an der wirtschaftlichen Entwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Kolumbianisches Präsidialamt für Internationale Zusammenarbeit (APC-Colombia)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

1Asociación de productores

Ausgangssituation

Bewaffneter Konflikt prägte Kolumbien in den vergangenen 50 Jahren. Daraus entwickelte sich ein komplexes Geflecht von ökonomischen, sozialen, politischen und kulturellen Verwerfungen. Eine der verheerenden Folgen sind die, laut der kolumbianischen Opferbehörde, über acht Millionen Binnenflüchtlinge bis Ende 2019. Die individuell oder kollektiv innerhalb des Landes geflüchteten Menschen mussten ihre Dörfer und Ländereien verlassen und suchten in größeren Gemeinden oder Provinzhauptstädten Zuflucht. Mehrere Demobilisierungsprozesse bewaffneter Gruppen schafften die Grundlage für eine Rückkehr von Binnenflüchtlingen in ihre Heimatgemeinden.

Um die lokale Wirtschaftsentwicklung zu fördern, hat die kolumbianische Regierung Finanzierungsprogramme für Beschäftigungsprojekte aufgesetzt. Mit ihrer Hilfe werden im Kaffee- und Kakaoanbau sowie in der Viehzucht und Milchproduktion neue Einkommensquellen geschaffen. Darüber hinaus werden Kleinstbetriebe in den Städten gefördert.

Ziel

Einkommen und Beschäftigung von Binnenvertriebenen und der Bevölkerung aufnehmender Gemeinden in Meta und Caquetá sind verbessert.

Traditionelle Zuckerrohrpresse in La Montañita, Caquetá

Vorgehensweise

Das Projekt PROINTCAME fördert Produzentenvereinigungen und Kleinstunternehmen mit dem Ziel, ihr Einkommen zu steigern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Beteiligten erhalten Schulungen in Unternehmensführung, verbesserten Methoden der Produktion und des Verkaufs sowie bei der Suche nach Märkten. Bei Bedarf erhalten sie außerdem Kapitalgüter wie Kaffeeröstmaschinen und Nähmaschinen. Um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, realisiert das Vorhaben zusammen mit den nationalen Institutionen Trainee-Programme für arbeitssuchende Binnenflüchtlinge. Diese Programme bieten den Beteiligten auch eine psychosoziale Unterstützung. Weiterhin unterstützt das Vorhaben Mitarbeiter*innen in Gemeindeverwaltungen und Produzent*innen dabei, staatliche Finanzierungsprogramme zu beantragen und umzusetzen. Sensibilisierungs- und Informationsveranstaltungen beziehen lokale Unternehmen in die Projektaktivitäten ein. Aus den Ergebnissen der Zusammenarbeit entwickelt das Vorhaben einen Methodenkoffer, mit dem zukünftige Aktivitäten geplant und realisiert werden können.

Wirkungen

  • Das Vorhaben unterstützte bisher 31 Produzentenvereinigungen mit über 600 Mitgliedern und 380 Kleinstunternehmer*innen, die indirekt etwa 3.000 Personen erreichten.
  • Die Beteiligten führen ihre Betriebe und verkaufen ihre Produkte nun erfolgreicher: Der Großteil der Kleinstunternehmen steigerte seinen Umsatz um mindestens 15 Prozent sowie seinen Ertrag um zehn Prozent. 
  • 30 Kleinstunternehmen beziehungsweise Produzentenvereinigungen erhielten das staatliche Gesundheitszertifikat, wodurch sie ihre Produkte legal verkaufen können. 
  • 30 neue Einzelunternehmen wurden gegründet und 128 neue Arbeitsplätze geschaffen. 
  • Im Tourismusbereich führte das Vorhaben ein Pilotprojekt zur dualen Ausbildung durch. Eine Gemeinde erarbeitete einen Plan für den Tourismus, um staatliche Fördermittel zu erhalten.
  • 50 Kaffeebäuerinnen und-bauern legalisierten ihre Landtitel und verpflichteten sich zu Walderhalt und Ressourcenschutz. 
  • Zum besseren Umgang mit Finanzen wurden 20 „Revolving Funds“ und 13 lokale Spar- und Kreditgruppen mit je zehn Mitgliedern gefördert. 
  • 15 mittlere und größere Unternehmen sensibilisierten sich für die Belange der Binnenvertriebenen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen.
  • Mehr als 1.000 Personen nahmen an unterschiedlichen Trainingsmaßnahmen teil. 
  • Der Frauenanteil der einzelnen Maßnahmen lag bei 30 bis 70 Prozent.

Stand: Oktober 2020

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