Bessere Ernährung von Müttern, Neugeborenen und Kindern im ländlichen Tadschikistan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Projekt zur Verbesserung der Ernährung von Müttern, Neugeborenen und Kindern im ländlichen Tadschikistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tadschikistan
Politischer Träger: Gesundheitsministerium der Republik Tadschikistan
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

In Tadschikistan ist Mangelernährung seit der Auflösung der Sowjetunion ein Problem. Die Situation hat sich auch nach Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1997 nicht wesentlich verbessert. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und der daraus resultierenden hohen Arbeitslosigkeit fehlt es den tadschikischen Haushalten an verfügbarem Einkommen. 

Um die Ernährung von Müttern und Kindern zu verbessern, trat Tadschikistan 2013 der Bewegung „Scaling up Nutrition“ (SUN) bei. Ziel dieser Vereinigung von 60 Ländern ist es, die jeweiligen nationalen Aktivitäten zu bündeln. 2014 hat Tadschikistan außerdem eine SUN-Plattform eingerichtet, die die Anstrengungen aller tadschikischen Akteure koordiniert.

Ziel

Die Ernährung von Frauen im gebärfähigen Alter, von Neugeborenen und von Kindern ist in 20 Dörfern der Provinz Khatlon verbessert worden.

Vorgehensweise

Das Projekt arbeitet an einer grundsätzlichen Verbesserung ernährungsbezogener Dienstleistungen in Tadschikistan. Dazu verbessert es die Möglichkeiten für lebenslanges Lernen im Bereich Ernährung.

Eine Maßnahme ist der Aufbau von institutionellen, personellen und organisatorischen Fähigkeiten der öffentlichen Gesundheitszentren. Hier unterstützt das Projekt folgendermaßen:

  • Überarbeitung von Lehrplänen für Krankenpflegepersonal im Hinblick auf Ernährung
  • Schulung des Krankenpflegepersonals, das schwerpunktmäßig in den Dörfern arbeitet, unter anderem durch Tablet-basiertes Training
  • Unterstützung des republikanischen Zentrums für Familienmedizin bei der Personalfortbildung
  • Einrichtung von „Healthy Lifestyle Centers“ mit speziell geschulten freiwilligen Ernährungsberatern in Dörfern

Zudem unterstützt das Projekt Dörfer und Schulen, eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln und umzusetzen, die althergebrachte Gewohnheiten hinsichtlich Ernährung und Hygiene verändert. Dazu richtet das Projekt in den teilnehmenden Dörfern und Schulen Beratungsstellen ein.

Auch private Haushalte erhalten Beratungsangebote seitens des Projekts. In ausgewählten Dörfern informieren Beratungsstellen über ausgewogenere und abwechslungsreichere Ernährung. Außerdem sorgen Miniprojekte für die Verbesserung und Diversifizierung der Ernährung.

Wirkung

  • Unter der Federführung des nationalen SUN-Sekretariats haben alle nationalen Interessengruppen (wie Ministerien, private Unternehmen, Zivilgesellschaft) eine Strategie zur Umsetzung der oben genannten Maßnahmen entwickelt und verabschiedet.
  • 60 freiwillige Ernährungsberater, ausgewählt von den Dorfbewohnern, haben ein fünftägiges Trainingsmodul durchlaufen und mittlerweile 4.215 Dorfbewohner beraten.
  • Eine erfahrene Köchin hat in 20 Dörfern Kochkurse durchgeführt. Bei den Kursen ging es vorrangig darum, aus lokalen Nahrungsmitteln und unter lokalen Bedingungen – Kochen an der Feuerstelle – nährstoffreiche Gerichte herzustellen. Alle Rezepte sind als Videoaufzeichnung verfügbar.
  • Das Projekt hat Lehrpläne der teilnehmenden Schulen überarbeitet; ausgewählte Lehrer haben ein zweitägiges Trainingsmodul durchlaufen und ausgewählte Lektionen in ihren Unterricht integriert.
  • Drei Schulen haben Veranstaltungen zum Global Hand Washing Day durchgeführt.
  • In den teilnehmenden Dörfern führte das Projekt eine Grundlagenstudie zur sozioökonomischen Situation der Haushalte durch. Diese drehte sich beispielsweise um den Zugang zu sauberem Wasser, die Einkommenssituation oder das Bildungsniveau.
  • In den Dörfern sind Arbeitsgruppen entstanden, die für einen Erfahrungsaustausch hinsichtlich besonders erfolgreicher landwirtschaftlicher Methoden sorgen sollen.