Allianz für Integrität

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Allianz für Integrität
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: weltweit
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Im Kampf gegen Korruption sind striktere gesetzliche Rahmenbedingungen in Kraft getreten. Diese haben in den vergangenen Jahren weltweit zu einem Wandel im internationalen Geschäftsverkehr geführt. Dies betrifft auch Entwicklungs- und Schwellenländer, die mit neuen Anforderungen im Bereich Korruptionsprävention konfrontiert sind. 

Korruptionsprävention trägt dazu bei, Ungleichheiten zu reduzieren, Rechtsstaatlichkeit zu stärken, Investitionen zu ermöglichen und ein gutes Geschäftsumfeld zu schaffen. Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben sich demnach in ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) dazu verpflichtet, Korruption und Bestechung in allen ihren Formen erheblich zu reduzieren. Die deutsche Entwicklungspolitik teilt dieses Anliegen und sieht in der Privatwirtschaft einen wichtigen Partner im Kampf gegen Korruption.

Trotz strengerer Gesetze betreiben viele Unternehmerinnen und Unternehmer weiterhin korrupte Geschäftspraktiken. Sie lassen sich durch das Verhalten von Geschäftspartnern und Konkurrenten beeinflussen und fürchten einen Wettbewerbsnachteil, wenn sie sich korrupten Praktiken verweigern.

Ziel

Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Planen und Umsetzen von Maßnahmen, die der Korruption in Unternehmen vorbeugen, sind in ausgewählten Partnerländern und -regionen der Allianz für Integrität nachhaltig verbessert.

Vorgehensweise

Integrität in der Geschäftswelt zu fördern ist zentrales Anliegen des Vorhabens. Dieses agiert in drei Bereichen

  • Bereitstellung von praxisrelevantem Wissen und Instrumenten der Korruptionsprävention für Unternehmen 
    Das Vorhaben stellt praxisrelevantes Wissen und Instrumente zur Verfügung, sodass eine Einführung interner Maßnahmen der Korruptionsprävention erfolgen kann. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können auf dieses Wissen und weitere Unterstützung durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch im globalen, regionalen und lokalen Netzwerk zurückgreifen. 
    Das Projekt sensibilisiert Unternehmen bei genderspezifischen Herausforderungen im Bereich Korruptionsprävention und unterstützt Unternehmerinnen. 
    Durch die Veröffentlichung und die Zugänglichkeit von verschiedenen Lösungsansätzen, zum Beispiel durch digitale Anwendungen, animiert das Vorhaben mehr Unternehmen, positiven praktischen Beispielen zu folgen. 
    Adressaten der angebotenen Aktivitäten und Produkte sind Verantwortliche und Führungskräfte in KMU sowie Zuständige in den Bereichen Antikorruption, Audit, Wirtschaftsethik, Gender und soziale Verantwortung in Unternehmen. 
    Dabei greift das Vorhaben auf bestehende Strukturen zurück, etwa auf Partnerunternehmen und Wirtschaftsverbände aus Deutschland und anderen Ländern. 
  • Stärkung von Multi-Akteurs-Partnerschaften (MAP) zur Förderung von Integrität im Wirtschaftssystem  
    Im Rahmen von Multi-Akteurs-Partnerschaften unterstützt das Projekt Schlüsselakteure bei der Entwicklung relevanter und umsetzbarer Lösungsansätze. Das Vorhaben unterstützt zum Beispiel die Organisation von Dialogforen und die Entwicklung von gemeinsamen Umsetzungsstrategien, welche die Bedürfnisse und Potenziale der Partnerländer und -regionen widerspiegeln. 
    Gemeinsame Erfolgserlebnisse stärken die Vertrauensbasis zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren. Die internationale Präsentation und Würdigung der Ergebnisse schafft einen weiteren Anreiz. 
  • Verbesserung der Voraussetzungen für eine nachhaltige Vernetzung der Akteursgruppen und Multi-Akteurs-Partnerschaften (MAP)
    Die Initiative hat zum Ziel, die Voraussetzungen für nachhaltige Vernetzung zwischen Akteursgruppen und Multi-Akteurs-Partnerschaften in und zwischen den Partnerländern und -regionen in denen sie aktiv ist zu verbessern. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit entwickelt das Projekt eine Strategie zur Sicherung der finanziellen und organisatorischen Unabhängigkeit des Netzwerks. Neben dem nationalen und internationalen Austausch stärkt das Vorhaben auch den regionalen und interregionalen Austausch, um den Wirkradius des Netzwerks zu erhöhen. Beispielsweise bindet das Projekt verstärkt Unternehmen aus afrikanischen Partnerländern ein. 

Ein Ziel des Projekts ist es, eine Nachhaltigkeitsstrategie für das Programm zu erarbeiten, die auf einem fundierten, konsensfähigen Fahrplan für die Sicherung der organisatorischen und finanziellen Zukunft des Netzwerkes beruht. 

Wirkung

Das Vorhaben hat in einer ersten Projektphase die Aktivitäten und Wirkungen in allen Partnerländern sowie regional in Lateinamerika und Deutschland auf- und ausgebaut. Der kollektive Ansatz bildet eine wesentliche Voraussetzung für Unternehmen, ihrerseits Fähigkeiten zu entwickeln, um Korruption zu bekämpfen. 

Indem Unternehmen ihre internen Antikorruptionsmechanismen stärken, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Korruption aktiv fördern, also beispielsweise staatlichen Stellen Bestechung anbieten. Dies wiederrum verringert das allgemeine Korruptionsniveau. Einzelne Aktivitäten des Vorhabens zielen darüber hinaus darauf ab, die Regierungsführung über Mechanismen der Partizipation zu verbessern, zum Beispiel indem sie den Privatsektor in den Dialog mit staatlichen Stellen einbezieht und konkrete Vorschläge zur Korruptionsreduktion erarbeitet.

Die Allianz für Integrität wird als Multi-Akteurs-Partnerschaft (MAP) von einer Vielzahl von Akteuren getragen, die sich in Form von in-kind oder finanziellen Beiträgen an der Arbeit des Vorhabens beteiligen und einbringen. 
 

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