Die Flusslandschaft des Orinoco in Kolumbien schützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz von Ökosystemleistungen durch ihre Integration in Regionalentwicklungsstrategien in der Orinoquia
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Ministerio de Ambiente y Desarrollo Sostenible
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

19-05-talleres Primavera Sta Rosalia (c) GIZ-Sebastian Sunderhaus (111)

Ausgangssituation

Die Ökosysteme der Orinoco-Flusslandschaft in Kolumbien sind aufgrund ihrer biologischen Vielfalt und Wasserfülle für den Wohlstand und die wirtschaftliche Entwicklung der Region Orinoquía lebenswichtig. Die Flusslandschaft bietet sauberes Wasser, fruchtbaren Boden, bindet Kohlenstoff und dämmt so den Klimawandel ein. Darüber hinaus schützt sie die Region vor Überschwemmungen und Dürren. Die Entwicklungspläne für die Region sehen vor, die Landwirtschaft auszuweiten und zu intensivieren. Dabei ist es wichtig, dass die Ökosysteme erhalten und geschützt werden – andernfalls wäre die ökologische Stabilität der Region gefährdet, was auch die angestrebte wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen würde.

Ziel

Regionale und landwirtschaftliche Entwicklungsplanungen orientieren sich am ökonomischen Wert der Natur für die Menschen und an umweltschonender Landnutzung der Orinoquía.

19-05-talleres Primavera Sta Rosalia (c) GIZ-Sebastian Sunderhaus (123)

Vorgehensweise

Der Name des TONINA-Projekts leitet sich von der gefährdeten Unterart des Amazonasdelfins ab. Es arbeitet mit nationalen, regionalen und lokalen Behörden sowie der Privatwirtschaft in der kolumbianischen Region Orinoquía zusammen.

Verstehen, lernen, anwenden und schützen: Das Vorhaben verbreitet Wissen und stärkt das Bewusstsein der Menschen vor Ort über den Wert der Natur. Von besonderer Bedeutung sind dabei Entscheidungsträger*innen aus dem öffentlichen Bereich und der Privatwirtschaft, Kommunalbeamt*innen und Landwirt*innen. Gleichzeitig entwickelt es Kriterien für Methoden und Werkzeuge, um die Artenvielfalt und damit den Lebensraum der Menschen zu schützen.

Den ökonomischen Wert der Natur berücksichtigen: Das Projekt unterstützt Vertreter*innen des öffentlichen Bereichs beziehungsweise der Privatwirtschaft dabei, gemeinsam eine umweltschonende Landnutzung zu planen und diese umzusetzen – etwa durch die Berücksichtigung in den Raumordnungs- und Entwicklungsplänen.

Messen und beobachten: Das Vorhaben erstellt ein Monitoringsystem, um die Entwicklung der Artenvielfalt und den wirtschaftlichen Beitrag der Natur zu erfassen.

Wissen teilen: Fortschritte, Lernerfahrungen und erfolgreiche Projektmodelle werden national und international verbreitet.

Darüber hinaus entwickelt das Projekt Anreize für umweltschonende Landnutzungsmodelle.

Das kolumbianische Biodiversitätsforschungsinstitut Alexander von Humboldt und das deutsche Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) unterstützen die Umsetzung des Vorhabens.

vacas vichada (c) sebastian sunderhaus giz 2019

Wirkung

  • Bedeutsame Leistungen des Ökosystems in der Orinoco-Flusslandschaft wurden identifiziert und in der Raumordnungs- und Entwicklungsplanung der Region verankert.
  • Das Vorhaben begleitet mehrere Austausch- und Dialogformate zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken, zum Beispiel mit Viehwirt*innen.
  • 77 Prozent der Teilnehmer*innen an Fortbildungen des Vorhabens bestätigen, dass sie ihre Kenntnisse verbessert haben.
  • Ein System zur Überwachung der Biodiversität wird im Schutzgebiet „Pumadreick“ im Departamento Meta pilotiert.

Stand: Oktober 2020

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