Kohärenz der Klima- und Energiepolitik in Mexiko stärken (CONECC)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Kohärenz der Klima- und Energiepolitik in Mexiko (CONECC)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Mexiko
Partner: Ministerium für Energie (SENER), Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen (SEMARNAT)
Politischer Träger: Mexikanische Agentur für Internationale Entwicklungskooperation (AMEXCID)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Ausgangssituation

Mexiko hat mit der Energiereform und dem Energiewendegesetz die klimafreundliche Neuordnung seines Energiesektors angestoßen. Ziel ist es, den Anteil der sauberen Energien im Stromsektor bis 2024 auf 35 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig hat Mexiko mit der Reform des Klimagesetzes 2018 seine nationalen Klimaschutzziele (Nationally Determined Contributions, NDC) im Rahmen des Pariser Abkommens sowie Einsparziele für bestimmte Wirtschaftssektoren gesetzlich festgeschrieben. Mexiko hat sich international dazu bereit erklärt, bis 2030 die Treibhausgas-Emissionen) um 22 Prozent, mit internationaler Unterstützung beziehungsweise abhängig vom Fortschritt der internationalen Klimaverhandlungen um 36 Prozent im Vergleich zum „Business as usual“-Szenario zu senken.

Ziel

Mexikanische Schlüsselakteure der Klima- und Energiepolitik sind befähigt, politische und institutionelle Schritte einzuleiten oder umzusetzen, die eine bessere Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Klima ermöglichen. Dies trägt dazu bei, dass Mexiko seinen nationalen Klimaschutzbeitrag erreicht.

Teilnehmer des internationalen Forums „Digitalisierung des Energiesektors“ in Mexiko-Stadt

Vorgehensweise

Das Vorhaben steht im Kontext des Umbaus des mexikanischen Energiemarktes. Es fördert die klimafreundliche Entwicklung des Energiesektors und die Harmonisierung der beiden Politikfelder Klima und Energie. Dafür berät das Vorhaben das Energieministerium sowie das Umweltministerium in Fach- und Prozessfragen.

Mit strategischen Maßnahmen wird die Verzahnung von Energie- und Klimapolitik auf nationaler Ebene verbessert. Zudem trägt das Vorhaben dazu bei, dass regulatorische Instrumente und wirtschaftliche Anreize in der Klima- und Energiepolitik entwickelt werden. Darüber hinaus werden nationale Daten- und Informationssysteme weiterentwickelt, um Energie- und Klimadaten enger zu verzahnen. Weiterhin unterstützt das Vorhaben die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für klima- und entwicklungsfreundliche Investitionen in Mexiko. Die in Mexiko gesammelten Erfahrungen werden im Austausch mit internationalen Experten diskutiert und die Erkenntnisse mit anderen Ländern geteilt. Um den Transfer klimafreundlicher Technologien zu fördern, wird der Privatsektor einbezogen.

Wirkungen

Das Vorhaben hat bisher Wirkungen in den folgenden Arbeitsfeldern erreicht:

  • Digitalisierung des Energiesektors. Gemeinsam mit der mexikanischen Regierung hat das Vorhaben die Digitalisierung des Energiesektors als vielversprechenden Ansatz für den Klimaschutz identifiziert. Vor allem intelligente Übertragungs- und Verteilnetze („Smart Grids“), digitale Lösungen zur Integration von Angebot und Nachfrage in Märkten mit einem hohen Anteil variabler erneuerbarer Energien („Smart Markets“) und mehr Energieeffizienz tragen dazu bei, dass Energie und Emissionen eingespart werden. Der Digitalisierungsansatz wurde in den politischen Diskurs eingebracht.
  • Minderungspotenzial von Treibhausgasen im Stromsektor. Das Vorhaben hat Mexiko dabei unterstützt, einen Bericht über das Minderungspotential von Treibhausgas-Emissionen im Stromsektor zu erstellen. Auf Grundlage der nationalen und internationalen Verpflichtungen im Bereich Minderung, wurden die Potentiale zur Einsparung von Treibhausgas im Stromsektor in zwei Minderungsszenarien mittels des Ausbaus von Erneuerbaren Energien für den Zeitraum 2018 bis 2030 berechnet.
  • Energieeffizienz durch Einsparquotensysteme. Internationale Experten haben sich mit mexikanischen Akteuren über ihre Erfahrungen und die wichtigsten Schritte beim Aufbau eines Einsparquotensystems ausgetauscht. Dabei werden mit sogenannten „weißen Zertifikaten“ Energie-Einsparungen nachgewiesen und handelbar gemacht. Auf Grundlage des Austausches wurde ein Plan für den Aufbau eines mexikanischen Einsparquotensystems entwickelt.
  • Messbarmachung von negativen Auswirkungen der Stromerzeugung. Seit 2017 berät das Vorhaben eine Arbeitsgruppe der mexikanischen Regierung dabei, ein geeignetes Instrument zu entwickeln, das negative externe Effekte der Stromerzeugung finanziell messbar macht. Ziel ist, dass alle mexikanischen Stromerzeuger künftig die durch die Stromerzeugung verursachten Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt dokumentieren und finanziell kompensieren.

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