Frauen als Unternehmerinnen fördern

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Unternehmerinnen und Unternehmensgründung von Frauen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministerium für berufliche Qualifizierung und Unternehmertum (Ministry of Skill Development and Entrepreneurship)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Um in Indien ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erzielen und Arbeitsplätze zu schaffen, müssen Frauen in stärkerem Masse als Arbeitnehmerinnen und Unternehmerinnen an der Wirtschaft beteiligt werden. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) liegt die Erwerbsquote von indischen Frauen derzeit bei lediglich 27 Prozent. Laut den Vereinten Nationen tragen sie damit nur 17 Prozent zu Indiens Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass sich durch eine gleichberechtigte Teilhabe der Frauen am Arbeitsmarkt das indische BIP um 27 Prozent erhöhen würde. Aktuell legt die indische Regierung einen Fokus ihrer Wirtschaftspolitik auf die Förderung von Unternehmertum – und dabei vor allem auf die Unterstützung von Unternehmerinnen.

Indische Frauen sind jedoch mit einer Vielzahl von Hindernissen konfrontiert, wenn sie als Unternehmerinnen tätig sein wollen. Gerade einmal 14 Prozent aller indischen Unternehmen sind von Frauen geführt und die meisten davon befinden sich im informellen Sektor, sind also beispielsweise nicht staatlich registriert. Die Voraussetzungen für indische Frauen, ein eigenes Unternehmen zu gründen und/oder auszubauen, sind unzureichend.

Zum Beispiel gestaltet sich der Zugang zu Finanzierung für Unternehmerinnen schwierig, da frauengeführte Unternehmen von Banken und Investoren oftmals als stärker risikobehaftet eingestuft werden. Anders als Männer haben Frauen oft weniger Kontakt zu wirtschaftlichen Netzwerken, was auch ihren Zugang zu Märkten erheblich einschränkt. Weitere Herausforderungen ergeben sich aus sozialen Normen und traditionellen Rollenbildern, die es Frauen deutlich erschweren, einer bezahlten Arbeit nachzugehen. Ihre Mobilität ist zudem oft durch familiäre Pflichten im Haushalt, Kindererziehung sowie durch Sicherheitsbedenken eingeschränkt. Staatliche Einrichtungen und Programme, die Neugründungen und bestehende Unternehmen fördern, berücksichtigen diese speziellen Herausforderungen und Einschränkungen von frauengeführten Unternehmen häufig nicht angemessen.

Ziel

Die Rahmenbedingungen für frauengeführte Unternehmen in Indien sind verbessert.

Vorgehensweise

Politischer Träger und wichtiger Implementierungspartner des Vorhabens ist das indische Ministerium für Qualifizierung und Unternehmertum. In den ausgewählten Regionen Assam, Rajasthan und Telangana arbeitet das Vorhaben eng mit lokalen Partnern zusammen.

Zusammen mit den Partnern wird ein Unterstützungsprogramm entwickelt, das speziell auf den Bedarf von Frauen ausgerichtet ist. Das Programm fördert indische Frauen bei der Unternehmensgründung und unterstützt das Wachstum ihrer bestehenden Unternehmen.

Das Vorhaben berät das Partnerministerium sowie andere staatliche Institutionen hinsichtlich einer gendersensiblen Ausgestaltung wichtiger staatlicher Förderprogramme für Unternehmen. Dazu nutzt es die Piloterfahrungen des Unterstützungsprogramms.

Eine Film- und Medienkampagne regt gesellschaftliche Diskussionen über das große Potenzial von frauengeführten Unternehmen an, um zu einem Wandel traditioneller Normen beizutragen.