Personelle Zusammenarbeit mit Partnern der internationalen Agrarforschung fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung von Kapazitäten an internationale Agrarforschungszentren durch Entsendung Integrierter Fachkräfte
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global  
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

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Ausgangssituation

Die Herausforderungen an die globale Agrar- und Ernährungswirtschaft bleiben vielfältig und komplex. Bis 2050 werden etwa zwei Milliarden Menschen mehr auf der Erde leben als heute, die Mehrzahl davon in Entwicklungsländern. Trotz regionaler Erfolge in der Bekämpfung von Hunger und Armut nimmt die Zahl der fehl- und mangelernährten Menschen zu, auch in Schwellen- und Industrieländern. Gleichzeitig geht fruchtbarer Boden durch Erosion, Bebauung und unsachgemäße Bewirtschaftung verloren. Die Artenvielfalt ist bedroht. Die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen die Probleme durch Ausbreitung neuer Tier- und Pflanzenkrankheiten und extreme Wetterphänomene wie Dürren, Starkregen und Überschwemmungen. Veränderte Konsumgewohnheiten und ein anhaltender Urbanisierungstrend führen zu weiteren Verlusten von Nahrungsmitteln bei Transport, Verarbeitung, Handel und Konsum. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind kontinuierliche Anpassungsmaßnahmen und innovative Lösungen nötig. Diese reichen von der Züchtung dürre-toleranter Sorten, über klimaintelligente Anbaumethoden, bis zu alternativen Produkten für den Pflanzenschutz und die Tiergesundheit. Die Entwicklung digitaler Anwendungen für den verbesserten Informationsaustausch und Wissenstransfer spielt zudem eine weitere wichtige Rolle.

Ziel

Die Partner der internationalen Agrarforschung verfügen über die notwendigen Personalressourcen und Partnerschaften für die Entwicklung und Verbreitung von Agrarinnovationen für eine ressourceneffiziente Landwirtschaft.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben vermittelt deutsche und andere europäische Fachkräfte bedarfsgerecht in entwicklungsrelevante Positionen an die 15 Agrarforschungszentren der globalen Partnerschaft für eine ernährungssichere Zukunft (CGIAR). Weiterhin vermittelt das Projekt Fachkräfte an das World Vegetable Center und das Internationale Zentrum für Insektenphysiologie und -ökologie (International Centre of Insect Physiology and Ecology, ICIPE). Die Forschungszentren stellen die Fachkräfte zu lokalen Konditionen ein. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ergänzt das Einkommen der europäischen Fachkräfte durch Gehaltszuschüsse und soziale Leistungen, bereitet sie auf ihre Tätigkeit vor und bietet im Einsatzland Beratung und Sicherheitsleistungen im Krisenfall.

Die Auswahl der Stellen und Bewerber*innen erfolgt dabei nachfrage- und partnerorientiert unter Berücksichtigung der Möglichkeiten zur Kooperation und Vernetzung mit anderen Vorhaben der technischen Zusammenarbeit.

Partner der GIZ in Deutschland ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), eine Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit, die auf die Vermittlung von Fach- und Führungskräften auf den internationalen Arbeitsmarkt spezialisiert ist. GIZ und ZAV betreiben gemeinsam das Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) als Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Eschborn. Während der Einsatzzeit dokumentiert die GIZ die Ergebnisse der Zusammenarbeit und unterstützt das Wissensmanagement.

Wirkungen

  • Von 2016 bis 2019 wurden insgesamt 37 Integrierte Fachkräfte an Partnerzentren in 20 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas gefördert. Die Wirkungen dieser Zusammenarbeit entstehen durch Qualifizierung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschungszentren und der zukünftigen Verbreitung von angepassten Agrarinnovationen in der landwirtschaftlichen Praxis. 
  • In einigen Fällen hat die Arbeit der Fachkräfte zur Bildung ganz neuer Strukturen in der Forschungslandschaft geführt. Beispielsweise hat die Integrierte Fachkraft am Insektenforschungszentrum ICIPE in Kenia das erste Forschungslabor zur Bekämpfung von Nematoden (Fadenwürmern) in Afrika aufgebaut: 
  • Das Forscherteam hat erstmals mehrere lokale Arten von Nematoden identifiziert, die im Kartoffelanbau große Schäden verursachen und konnte daraufhin geeignete ökologische Abwehrmaßnahmen entwickeln. 
  • Inzwischen werden am ICIPE 19 Nachwuchswissenschaftler in Kooperation mit der Universität Ghent ausgebildet und über 2.000 Bäuerinnen und Bauern beraten.

In Vietnam wurde am CIAT, einem weiteren Mitglied der CGIAR Partnerschaft, ein Expertenteam von der Fachkraft aufgebaut, das die veränderten Klimarisiken für Akteure der Landwirtschaft  in acht  Ländern der Region erfasst. Es wertet die Daten aus und liefert damit eine detaillierte Grundlage für eine klimaintelligente Politik- und Investitionsberatung. Die innovative Methode wurde 2018 auf der UN-Klimakonferenz in Katowice vorgestellt.

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