Berufsausbildung für erneuerbare Energien modernisieren

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Bildung im Bereich Erneuerbare Energie und Energieeffizienz in der Côte d’Ivoire (ProFERE)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Côte d’Ivoire
Politischer Träger: Ministerium für Berufliche Bildung
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

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Ausgangssituation

Die Regierung der Côte d‘Ivoire will ihre Stromerzeugung bis 2030 deutlich ausbauen. Dazu gehört auch ein steigender Anteil an erneuerbaren Energien: insgesamt sollen es 42 Prozent sein, davon 16 Prozent außerhalb der großen Wasserkraft Ziel ist außerdem die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 28 Prozent zu senken. Derzeit beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien jedoch noch weniger als ein Prozent.

Fehlende Anreize sind ein wesentlicher Faktor für die bisher schwache Marktentwicklung im Energiebereich. Lokale kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) werden zu wenig gefördert und haben nur eingeschränkt Zugang zur Finanzierung. Etwa 80 KMUs mit 970 Mitarbeitenden bieten derzeit Strom aus erneuerbaren Energien an. Sie verfügen jedoch über geringe Kompetenzen und schwache Verbandsstrukturen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach grünen Energien und Dienstleistungen gering. Das liegt unter anderem an subventionierten Strompreisen. Bisher gibt es keine klimapolitische Ausrichtung in der Energiepolitik, die die Marktentwicklung vorantreiben könnte.

Der Bedarf an Arbeitskräften in den Bereichen Solar und Biomasse wird bis 2030 schätzungsweise auf 8.000 bis 13.000 Personen steigen. Die Regierung will jungen Menschen daher den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen und dazu gemeinsam mit der Wirtschaft praxisorientierte Ausbildungsinhalte entwickeln. Das Leistungsniveau des Lehrpersonals, vor allem an den öffentlichen Schulen und Universitäten, ist derzeit noch verbesserungsbedürftig. Frauen sind in technischen Ausbildungsgängen außerdem deutlich unterrepräsentiert.

Ziel

Auf dem Markt für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind mehr einheimisches Fachwissen und Managementkompetenzen verfügbar.

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Vorgehensweise

Das Projekt ist Teil der Reformpartnerschaft zwischen der Regierung der Côte d'Ivoire und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der G20-Initiative „Compact with Africa“.

Das Projekt kooperiert mit dem Ministerium für Berufliche Bildung, dem Ministerium für höhere Bildung, dem Ministerium für Energie und dem Ministerium für Umwelt. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Bereichen:

  • Das Projekt stärkt die fachlichen Kompetenzen von Lehrkräften an Berufs- und Hochschulen. Sie fungieren anschließend als Multiplikator*innen und verbreiten die praxisnahen Lerninhalte.
  • Berufsschulen und Hochschulen werden organisatorisch beraten, um die Ausbildung laufend auf die Marktentwicklung abzustimmen.
  • Das Programm unterstützt Dialogplattformen zwischen der Wirtschaft und den Ausbildungsorganisationen, um die Vernetzung der beiden Bereiche zu erhöhen.
  • Für die Marktentwicklung sollen Energieaudits in relevanten Bereichen zu neuen Projekten führen. Banken sollen zudem befähigt werden, Projekte im Energiebereich besser zu bewerten.

Wirkungen

Ministerien, Bildungseinrichtungen und Privatwirtschaft arbeiten regelmäßig in Austauschforen zusammen. Bislang wurden drei ressortübergreifende Formate aufgesetzt. Im Jahr 2020 kooperierten insgesamt 45 Unternehmen mit Bildungseinrichtungen.

37 Ausbilder*innen in Berufsschulen und Betrieben wurden in Photovoltaik, Energieeffizienz und Soft Skills qualifiziert. Derzeit entwickeln drei öffentliche Berufsbildungszentren ihr Angebot mit Unterstützung des Vorhabens. Erneuerbare Energien und Energieeffizienz werden systematisch und übergreifend in die Lehrpläne für Berufe in der Industrie und dem Bauwesen integriert. In den drei Ausbildungseinrichtungen wurden mehr als 100 Mädchen für ihre Rolle in männerdominierten Berufen sensibilisiert.

Rund 400 Fachkräfte, darunter 69 Frauen aus 76 Unternehmen (55 KMU) erhielten Schulungen. 42 KMUs bestätigten, dass sich ihre Fähigkeiten in den Bereichen Verkauf, Installation und Projektentwicklung verbessert haben.

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Mit Sensibilisierungsveranstaltungen zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz wurden mehr als 500 Teilnehmende in Präsenz und 2.630 in virtuellen Formaten erreicht.

Das Projekt unterstützte bisher 20 Diagnosen und neun Energieaudits in Hotels und landwirtschaftlichen Produktionsstätten, um Potenziale für erneuerbare Energien oder Effizienzsteigerungen zu identifizieren. Die Ergebnisse werden genutzt, um gemeinsam mit lokalen KMUs Pilotprojekte aufzusetzen

Stand: Mai 2021