Berufliche Bildung im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Bildung im Bereich Erneuerbare Energie und Energieeffizienz in der Côte d’Ivoire
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Côte d’Ivoire
Politischer Träger: Ministerium für nationale Bildung und Berufliche Bildung
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

Ausgangssituation

Im Rahmen der Reformagenda plant die ivorische Regierung, ihre Kapazitäten der Stromerzeugung massiv auszubauen. Diese sollen bis 2020 von derzeit knapp 2.000 Megawatt (MW) auf 4.000 MW steigen. Ziel ist, den Strommix umzustellen und den Anteil Erneuerbarer Energien (Renewable energy, RE) und die Energieeffizienz (EnEff) bis 2030 konsequent zu erhöhen. 

In der Tat weisen die Bereiche RE/EnEff große wirtschaftliche Potenziale auf: Die internationale Klimapolitik und -finanzierung wird vielfältige Chancen bereitstellen. Kosten für Solarstrom werden weiter sinken und einige EnEff-Maßnahmen befinden sich bereits in Umsetzung.
Trotz des vielversprechenden Ausblicks stecken beide Bereiche noch in den Kinderschuhen. Bislang kann der Markt nur auf wenige gut ausgebildete Techniker*innen, Projektplaner*innen und Installateur*innen zurückgreifen. Zudem fehlt kleinen Unternehmen das Know-how für geeignete Geschäftsmodelle und passende Finanzierungsmöglichkeiten. 

Zwar existieren landesweit insgesamt 63 Ausbildungsstätten der beruflichen Bildung, jedoch durchlaufen lediglich sechs Prozent aller Schüler*innen in Sekundarschulen die berufliche Bildung. Hinzu kommt, dass die Grundausbildung für Berufsfelder in RE/EnEff praxisfern angelegt ist und häufig nicht den Bedarfen der Wirtschaft entspricht. Zudem ist das Leistungsniveau der Lehrkräfte, vor allem an den öffentlichen Schulen, verbesserungswürdig. Es fehlt an pädagogischem Wissen, an Praxisbezug, an Trainings-Know-how und an einem regelmäßigen Abgleich der Lehrpläne mit den Anforderungen der Wirtschaft. Frauen sind in den technischen Ausbildungsgängen deutlich unterrepräsentiert. Allerdings sind Ausbildungseinrichtungen bereit, spezielle Maßnahmen zur Förderung von Frauen zu ergreifen.

Ziel

Die ivorische Regierung stellt vermehrt einheimisches spezialisiertes Fach- und Management-Know-how dem Markt für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz zur Verfügung.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist Teil der Reformpartnerschaft zwischen der ivorischen Regierung und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der G20 Initiative „Compact with Africa“. Es setzt verschiedene Schwerpunkte und fokussiert die Bereiche Personal- und Organisationsentwicklung und Netzwerkbildung. Ausgewählte Personen der Berufsbildung werden in ihren Kompetenzen gestärkt und darin unterstützt, als Multiplikator*innen handlungsorientierte Kompetenzen im Bereich RE/EnEff zu vermitteln. 

Darüber hinaus berät das Vorhaben öffentliche, private und zivilgesellschaftliche Berufsschulen und Unternehmensverbände dabei, ihre Kernprozesse für die kooperative Ausbildung und Marktentwicklung im Bereich RE/EnEff zu verbessern. Das Vorhaben unterstützt den Aufbau von Dialogplattformen zwischen Wirtschaft und Bildungsanbietern sowie Wissensmanagement und Erfahrungsaustausch. 

Das Vorhaben gliedert sich in vier Handlungsfelder, die eng mit einander verknüpft sind. Die Hand-lungsfelder 1 und 2 adressieren die (Weiter-)Entwicklung und Umsetzung von Qualifizierungsmaß-nahmen zu RE/EnEff. Handlungsfeld 3 ergänzt die ersten beiden Handlungsfelder und setzt einen Multi-Akteurs-Koordinationsmechanismus zu Beruflicher Bildung im Bereich RE/EnEff auf. Handlungsfeld 4 unterstützt Unternehmen bei der Marktentwicklung und der Sammlung erster Erfahrungen mit Photovoltaik und EnEff. 

Das Vorhaben ergänzt das Engagement der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese unterstützt die Partnerregierung dabei, ihre Ziele der Reformagenda im Bereich RE/EnEff sowie im Klimaschutz zu erreichen.