Dreieckskooperation Mexiko, Kolumbien, Deutschland: Förderung von umweltverträglicher sozialer Wohnraumentwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Politik und der Instrumente der Raumordnung für eine nachhaltige Wohnraumentwicklung.
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mexiko, Kolumbien, Deutschland
Politischer Träger: In Mexiko: Mexikanische Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (AMEXCID); In Kolumbien: Präsidentielle Kooperationsagentur (APC)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

Ausgangssituation

Kolumbien, Mexiko und Deutschland setzen in ihrer Zusammenarbeit auf intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch innerhalb einer Dreieckskooperation. 

Kolumbien gilt als ein lateinamerikanisches Vorzeigemodell in der Stadtplanung. Von besonderer Bedeutung dafür war die Verabschiedung des Gesetzes 388 im Jahr 1997. Das Gesetz schreibt den Gemeinden vor, einen langfristigen Landnutzungsplan (POT) zu erstellen. Dieser integriert Entwicklungspläne von Bund und Gemeinden, die sich auf physisch-räumliche, wirtschaftliche und ökologische Aspekte konzentrieren.

Mexiko verfügt dabei über gute internationale Praktiken, die es beispielsweise bei der technischen und finanziellen Umsetzung von umwelt- und sozialverträglichen Wohnungsbau zu teilen gilt. Durch vielfältige Programme und Projekte (zum Beispiel ECOCASA, HIPOTECA VERDE) kann das Land auf breites Wissen bei der Entwicklung, Konzeption und Umsetzung von Förderprogrammen und Finanzierungsmechanismen zurückgreifen. Von 2009 bis heute konnte Mexiko mehr als eine Million Häuser bauen, die mit Energie- und Wasserspartechnologien ausgestattet sind, den thermischen Komfort für ihre Bewohner*innen erhöhen und gleichzeitig langfristig den Ausstoß von Treibhausgasemissionen mindern. Gesetzlich geregelt ist das Themenfeld Stadtplanung in Mexiko über das Allgemeine Gesetz über menschliche Siedlungen, Raumordnung und Stadtentwicklung (LGAHOTDU). Die Verantwortung der Gemeinden ist von besonderer Bedeutung, denn sie können Zonen von Bevölkerungszentren in ihrem Hoheitsgebiet formulieren, genehmigen und verwalten.

Im Projekt „Nachhaltiges Wohnen durch Energieeffizienz und Umweltschutz“ wurden zwischen 2012 bis 2016 verschiedene Wirkungen erzielt. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mexiko und Kolumbien verfolgt nun das Interesse, diese Arbeit fortzusetzen.

Ziel

Die Mechanismen für Stadtplanung, Finanzierung und umfassende Bewertung des umweltschonenden und sozialen Wohnungsbaus in Kolumbien und Mexiko sind gestärkt. Die Länder pflegen einen intensiven Austausch von Wissen und Erfahrungen.

Vorgehensweise

Das Projekt fördert den Austausch bewährter Praktiken, Politiken und von Instrumenten in den Bereichen Stadtentwicklung und umwelt- sowie sozialverträglichen Wohnungsbau. Mexiko benötigt vor allem Unterstützung in der territorialen Ordnung und Stadtentwicklung. Das Vorhaben baut dafür Kompetenzen auf, die die Gemeinden bei der Vorbereitung von kommunalen Programmen für Stadtentwicklung, nachhaltige Infrastruktur und Landmanagement unterstützen. Grundlage für die Arbeit sind die Erfahrungen, die Kolumbien in diesem Bereich gesammelt hat.

Kolumbien hingegen profitiert von der Dreieckskooperation durch die Einführung von Messwerkzeugen und finanziellen Anreizen für den Bau und Erwerb von Wohnungen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. Hier kann das Land mexikanische Erfahrungen nutzen.

Durch die neuen Instrumente und mögliche finanzielle Anreize für das Management des Klimawandels im Wohnungsbau, in Städten und weiteren Regionen trägt das Projekt dazu bei, dass Kolumbien seine politischen Pläne für nachhaltige Gebäude (CONPES 3919 von 2018) umsetzt. Die vorgeschlagenen Strategien des Projekts werden in beiden Ländern zur Verringerung von Treibhausgasemissionen führen und damit zu den internationalen Verpflichtungen Kolumbiens und Mexikos zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. Ebenso trägt das Vorhaben zur Etablierung von nachhaltigem Wohnen, der Urbanisierung und zur wirtschaftlichen Entwicklung beider Länder bei.

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