Handelserleichterung in Westafrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beratung der ECOWAS-Kommission im Bereich Handel und Zölle
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 
Land: Länder in Westafrika, Sitz in Nigeria
Politischer Träger: ECOWAS-Kommission 
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

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Ausgangssituation

Vor vierzig Jahren wurde die Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) gegründet. Seitdem ist der Wohlstand in der Welt – unter anderem durch den internationalen Handel – gewachsen und hat enorm zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. Dieses Potenzial gilt es, auch für die wirtschaftliche Entwicklung Westafrikas freizusetzen. 

Das Handelspotenzial Westafrikas zeigt sich unter anderem an einer jungen und wachsenden Bevölkerung sowie an großen Vorkommen natürlicher Ressourcen. Es fehlen jedoch oftmals die politischen Rahmenbedingungen und/oder deren wirksame Umsetzung, um das volle Handelspotenzial, vor allem für den intra-regionalen Handel ausschöpfen zu können. Handel in der Region ist bisher geprägt durch hohe Transaktionskosten, Zölle und nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie quantitative Restriktionen. Eine weiteres Problem sind hohe administrative Kosten aufgrund von nicht-standardisierten und nicht-harmonisierten Handelsregularien und -praktiken. 

Statistiken zeigen, dass der Anteil der ECOWAS Exporte an den weltweiten Exporten nur 0,5 Prozent im Jahr 2017 betrug. Diese Zahl deutet auf eine marginale Rolle der Region im Welthandel hin. Das gleiche gilt für den Handel innerhalb Westafrikas, nur zehn Prozent der Exporte aus der Region wurden intraregional gehandelt.

Händler*innen in der Region sehen sich unter anderem mit überlappenden und mehrfachen Berichtspflichten konfrontiert. Dies ist zeitaufwändig, unproduktiv und intransparent und verursacht so erhebliche Kosten. Ein gut strukturiertes Programm zu Handelserleichterungen kann diese Kosten senken und somit zur Steigerung des Handelsvolumens in Westafrika beitragen.

Das Vorhaben ist Teil des Handelserleichterungsprogramms West Afrika (Trade Facilitation West Africa – TFWA) und wird durch die Europäische Union (15 Millionen Euro) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (vier Millionen Euro) finanziert.

Ziel

Die ECOWAS-Kommission trägt zunehmend zur Umsetzung regionaler Beschlüsse zu Handel und Zöllen auf nationaler Ebene im Dialog mit staatlichen, zivilgesellschaftlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren bei.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet gemeinsam mit der ECOWAS-Kommission zur Erreichung handelsfördernder Maßnahmen in drei Bereichen: 

  • Das Vorhaben unterstützt die Entwicklung und effektive Umsetzung von regionalen Politiken und Instrumenten zu Handelserleichterungen, wie zum Beispiel dem gemeinsamen ECOWAS-Zolltarif und dem ECOWAS-Handelsliberalisierungsplan. Zudem wird politisch für den Abbau von Handelshemmnissen (einschließlich Genderbarrieren) geworben. Das geschieht durch die Förderung des verstärkten Austauschs zwischen Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und ECOWAS-Kommission.
  • Der effiziente Transport von Gütern wird von dem Vorhaben in ausgewählten Handelskorridoren gefördert. Der Dakar-Bamako-Korridor wurde als Pilotprojekt gewählt, um das IT-gestützte ECOWAS-Interkonnektivitätssystem (SIGMAT) umzusetzen. SIGMAT ermöglicht eine automatisierte Übertragung transit-relevanter Daten. Des Weiteren unterstützt das Vorhaben die Arbeit des gemeinsamen, vom Privatsektor geleiteten, Komitees im Dakar-Bamako-Korridor durch Maßnahmen der Leistungssteigerung.
  • Das Vorhaben unterstützt die ECOWAS-Kommission dabei, sich aktiv mit der Privatwirtschaft auszutauschen, um deren handelsspezifische Belange zu adressieren und die Rolle des Privatsektors zu stärken. Des Weiteren arbeitet das Vorhaben mit regional aufgestellten Institutionen der Privatwirtschaft sowie mit Institutionen, die die Interessen von regionalen Händler*innen vertreten, um deren Leistungsfähigkeit im Bereich Handelserleichterung zu stärken. 

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