Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für Binnenvertriebene und Unterstützung der Reform der Berufsbildung in der Ukraine

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Integration von Binnenvertriebenen/EU4Skills
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)/EU
Land: Ukraine
Politscher Träger: Ministerium für die Reintegration der zeitweilig besetzten Gebiete; Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2023

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Ausgangssituation

Aufgrund des Konfliktes in der östlichen Ukraine mussten 1,4 Millionen Menschen aus den Regionen Donezk und Luhansk ihre Heimat verlassen. Sie haben sich in anderen Regionen der Ukraine angesiedelt. Eines der drängendsten Probleme der Binnenvertriebenen und der Menschen in den Aufnahmegemeinden sind die fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten. Zudem passen die Qualifikationen der Binnenvertriebenen häufig nicht zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Berufsbildern. Frauen sind überproportional betroffen.

Angebote beruflicher Umschulungen sind selten auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet oder nicht für alle Personen gleichermaßen zugänglich. Neben persönlichen und familiären Problemen löst die Arbeitslosigkeit auch soziale Konflikte aus, wenn Bevölkerungsgruppen um knappe Arbeitsplätze konkurrieren.

Bestehende Kurse für berufliche Qualifizierungen bieten Teilnehmenden meist nicht genug Möglichkeiten, für den Arbeitsmarkt relevante Qualifikationsprofile zu erwerben. Berufsbildende Schulen arbeiten häufig mit veralteter Ausstattung und veralteten Lehrplänen. Darüber hinaus hat berufliche Bildung ein schlechtes Image in der Ukraine und wird nicht als karrierefördernde Option angesehen.

Ziel

Die Beschäftigungsfähigkeit der Binnenvertriebenen sowie der Bevölkerung der aufnehmenden Gemeinden in den Regionen Charkiw, Dnipropetrowsk, Poltawa, Saporischschja sowie den regierungskontrollierten Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk ist verbessert.

Die Effektivität der Reform des Berufsbildungssystems ist verbessert. Die Umsetzung der Reform wird in sieben Fokusregionen unterstützt: Chernowitz, Lwiw, Mykolajiw, Poltawa, Riwne, Saporischschja und Winnyzja.

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Vorgehensweise

Das Projekt besteht aus zwei Komponenten. In der ersten Komponente, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird, werden in Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen, Vertreter*innen von Initiativen und Vereinen sowie dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. Fortbildungsmöglichkeiten für Binnenvertriebene geschaffen. Diese orientieren sich konkret am lokalen Arbeitsmarkt. Um die Schulungen passgenau an der Nachfrage auszurichten, führt das Vorhaben in den Fokusregionen Studien über die Bedarfe auf dem Arbeitsmarkt durch. So werden die Arbeitssuchenden beispielsweise zu IT-Spezialist*innen, Bürokauffrauen und -männern, Elektriker*innen, Hilfsköch*innen und Nähmaschinenreparateur*innen ausgebildet. Die angebotenen Trainings sind für die Teilnehmenden kostenfrei. Sie können abhängig von den Anforderungen des Berufsbildes zwischen wenigen Wochen und einem halben Jahr dauern. 

Die zweite Komponente wird von der Europäischen Union (EU), Deutschland, Finnland und Polen finanziert und gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Partnern aus Finnland, Polen und Estland durchgeführt.

Das Projekt unterstützt die Entwicklung einer leistungsfähigen Berufsbildung mit wirksamen Koordinations- und Finanzierungsmechanismen. Dabei soll die Einführung eines kompetenzbasierten Trainings- und Prüfungssystems moderne Formen des Lehrens und Lernens fördern. Mit ihnen wird die Qualität und Nachfrageorientierung des Systems verbessert. 

Zusätzlich fokussiert das Projekt auf Querschnittsthemen. Dazu gehören die Kooperation zwischen öffentlicher Hand, Privatwirtschaft sowie Initiativen und Vereinen, Genderaspekte sowie die Nutzung digitaler Potenziale. Die Partnerschaft mit Arbeitgeber*innen spielt eine zentrale Rolle in der Umsetzung der Reform. Gemeinsame Anstrengungen der Interessensvertreter*innen auf Regierungsebene sowie in den Regionen und Gemeinden erhöhen die Effektivität der Umsetzung.

Wirkungen

Ende 2019 haben bereits mehr als 1.000 Binnenvertriebene und vom Konflikt betroffene Personen aus sechs ostukrainischen Regionen ihre Beschäftigungsfähigkeit durch Weiterbildungen erhöht. Vor allem auch die Anpassung von Lehrplänen an die Bedarfe des Arbeitsmarkts, Berufsberatung sowie Trainings zu persönlichen Fähigkeiten – wie etwa die Verbesserung von sozialen Kompetenzen und Teamfähigkeit – haben dieses Ziel unterstützt.

Innerhalb der ersten beiden Jahre wurden darüber hinaus fünf regionale Partnerschaften mit Interessensvertreter*innen verschiedener Bereiche unterstützt. Sie führten gemeinsam innovative Projekte durch, um die Rahmenbedingung für eine bessere Beschäftigungsfähigkeit zu erleichtern.

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