Förderung der finanziellen Inklusion

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der finanziellen Inklusion
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Ministère des Finances
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

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Ausgangssituation

Die kongolesische Wirtschaft hat sich 2018 dank steigender Rohstoffpreise etwas erholt. Mit einer Wachstumsrate von 4,1 Prozent ist sie jedoch weit entfernt von den Werten früherer Jahre. So betrug das Wachstum 2006 bis 2015 durchschnittlich 7 Prozent.

Der Finanzsektor in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ist weiter stark unterentwickelt. Darlehen der Banken an den Privatsektor machen lediglich 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der DR Kongo aus. Im regionalen Vergleich stellt dies den geringsten Beitrag dar. Positiv ist die fortschreitende Erweiterung des Angebots durch die Entwicklung digitaler Finanzdienstleistungen.

Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen und einkommensschwache Haushalte nutzen formelle Finanzdienstleistungen nur unzureichend. Dies ist jedoch eine zentrale Voraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, wovon auch ärmere Bevölkerungsschichten profitieren. Nachhaltig angebotene und verantwortungsvoll genutzte Finanzdienstleistungen fördern die wirtschaftliche Entwicklung, indem sie Investitionen in Gesundheit, Bildung und einkommensschaffende Maßnahmen ermöglichen.

Es zeichnet sich eine fortschreitende Verbesserung der finanziellen Inklusion in der DRK ab. Zwischen 2014 und 2017 ist der Anteil der Menschen mit einem Konto bei einer Finanzinstitution um 9 Prozent gestiegen. Nichtsdestotrotz sind nach wie vor 74 Prozent von etwa. 40 Millionen Erwachsenen vom formellen Finanzsystem ausgeschlossen und damit im Auf- und Ausbau ihrer wirtschaftlichen Tätigkeiten beschränkt. 

Ziel

Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen sowie einkommensschwache Haushalte nutzen vermehrt Finanzdienstleistungen.

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Vorgehensweise

Die Strategie des Projekts baut auf den erreichten Wirkungen des Vorgängervorhabens auf und schafft die Voraussetzungen dafür, dass auch Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen sowie einkommensschwache Haushalte - insbesondere in Bergbauregionen – von Finanzdienstleistungen profitieren. Das Projekt ist hauptsächlich in den Provinzen Nord Kivu, Süd Kivu, Haut Uélé, Haut Katanga und Lualaba tätig.

Als Teil des deutschen Entwicklungszusammenarbeitsprogramms „Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der DR Kongo, unterstützt das Projekt folgende Bereiche: 

  • Finanzielle Grundbildung: Durch die finanzielle Grundbildung erhalten Verbraucher*innen und Unternehmer*innen das notwendige Wissen, Selbstbewusstsein und Vertrauen in formelle Finanzdienstleister, um informierte Entscheidung zu treffen und für sie passende Finanzdienstleistungen auszuwählen. Beispielsweise bildet das Projekt Trainer*innen und Multiplikator*innen aus. Diese geben ihr Wissen an Kund*innen der Finanzdienstleister sowie an die Bevölkerung und Beschäftigte in den Bergbaugebieten weiter.
  • Finanzdienstleistungen: Das Vorhaben unterstützt Finanzdienstleister darin, ihre Produkte und Vertriebskanäle stärker auf die Bedürfnisse der Konsument*innen - insbesondere in den Bergbaugebieten - anzupassen. Dazu wird ihr Verständnis für die Zielgruppe sowie ihre Fähigkeiten zur Entwicklung passender Produkte und zum Ausbau ihres Netzwerks gestärkt.
  • Informationen zur Nutzung und zum Angebot an Finanzdienstleistungen: Ziel ist, dass Finanzdienstleister über fundierte, geschlechterdifferenzierte Informationen zu den Bedürfnissen von Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen sowie Haushalten in den Bergbaugebieten verfügen. Studien und Recherchen zu den Zielgruppen sollen das Interesse der Finanzdienstleister wecken, das Marktpotenzial aufzeigen und Risiken quantifizierbar machen. Damit schaffen bessere Informationen eine notwendige Voraussetzung dafür, dass Finanzdienstleister ihr Angebot anpassen  
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