Stärkung der regionalen Zusammenarbeit auf strategischer und operativer Ebene zum Schutz der Selva Maya

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der regionalen Zusammenarbeit auf strategischer und operativer Ebene zum Schutz der Selva Maya
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Belize, Guatemala, Mexico
Politischer Träger: Mittelamerikanische Kommission für Umwelt und Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

The Selva Maya landscape-Selva Maya Programme

Ausgangssituation

Die Selva Maya liegt im Grenzgebiet zwischen Belize, Guatemala und Südmexiko. Mit einer Fläche von über zehn Millionen Hektar ist es das größte zusammenhängende Tropenwaldgebiet Mesoamerikas. Vier Millionen Hektar davon sind Schutzgebiete, die 23 verschiedene Ökosysteme beherbergen – damit gilt die Selva Maya als Hotspot der Biodiversität. Der Tropenwald ist ein natürlicher Wasserspeicher und sichert mit dieser Ökosystemdienstleistung die Wasserversorgung der Region. Gleichzeitig bildet er eine wichtige Kohlenstoffsenke. Diese Funktionen werden durch eine nicht nachhaltige Landnutzung, das schnelle Bevölkerungswachstum, die Migration, den illegalen Holzeinschlag, den illegalen Handel mit Wildtieren und Wildpflanzen, die Erdölförderung sowie die Fragmentierung der Ökosysteme bedroht. Darüber hinaus führt die Degradation der Ökosysteme dazu, dass diese nur noch eingeschränkt in der Lage sind, sich an die negativen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Zu den weiteren Problemen zählen die schwach entwickelte Umwelt-Governance in der Region sowie die unzureichende grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Koordinierung bei der Umsetzung von effektiven Waldschutzmaßnahmen und gemeinsamen Minderungsstrategien.

Angesichts dieser Herausforderung haben verschiedene Akteure aus den drei Ländern im Jahr 2015 die Strategische Koordinationsgruppe für die Selva Maya (Strategic Coordination Group of the Selva Maya, GEC) gegründet. Die GEC ist eine Plattform zur Vertretung von politischen Interessen sowie zur Entscheidungsfindung; ihr gehören hochrangige Vertreter*innen der für den Schutz und die Erhaltung von Schutzgebieten zuständigen Institutionen an. Darüber hinaus wurde auf der operativen Ebene der Schutzgebiete die Operative Koordinationsgruppe für die Selva Maya (GOC) eingerichtet, der die Direktoren und stellvertretenden Direktoren der Schutzgebiete in der Selva Maya angehören. Die GOC ist eine Plattform für die Vertretung von Interessen des technisch-operativen Bereichs und dient der Koordinierung und Umsetzung von Maßnahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Allerdings kann die GEC keine formell verbindlichen Vereinbarungen für die drei Länder abschließen, und die GOC beruht auf einer freiwilligen Selbstverpflichtung der jeweiligen Schutzgebietsleitungen. Darüber hinaus bestehen vor Ort keine offiziell vereinbarten, funktionierenden Kooperationsmechanismen, um Bedrohungen und Risiken gemeinsam zu begegnen. Somit besteht die zentrale Herausforderung der Region in der unzureichenden Koordination der regionalen Zusammenarbeit zum Schutz der Selva Maya.

Ziel

Die regionale Zusammenarbeit zwischen Belize, Guatemala und Mexiko zum Schutz der Selva Maya ist auf strategischer und operativer Ebene verbessert.

Vorgehensweise

Aufgrund der Tatsache, dass eine der zentralen Herausforderungen in der Region der Schutz des Tropenwaldes ist, versucht das Projekt, die Koordination und die regionale Zusammenarbeit zu stärken. Dadurch will das Projekt erreichen, dass die Selva Maya dauerhaft geschützt und die natürlichen Ressourcen dieser Grenzregion auch auf lange Sicht nachhaltig genutzt werden.

Das Projekt ist in Belize, Guatemala und Mexiko tätig. Dort arbeitet es mit den für die Schutzgebiete zuständigen Institutionen zusammen. Zu den weiteren Partnern zählen andere Organisationen aus Staat und Zivilgesellschaft, zu deren Zielen der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Selva Maya gehören. Unter den Projektpartnern sind die Waldbehörde von Belize, die nationale Naturschutzbehörde CONAP von Guatemala sowie die mexikanische Naturschutzbehörde CONANP.

Zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern und ihren Institutionen sowie zum Schutz der Selva Maya konzentriert sich das Projekt auf die folgenden drei Handlungsfelder:

1.    Verbesserung der strategischen Koordinierung 
2.    Stärkung der operativen Zusammenarbeit 
3.    Entwicklung von lokalen Kooperationsmechanismen

Dazu fördert das Projekt die Koordinations- und Kooperationskapazitäten der GEC und der GOC. Außerdem entwickelt es neue bzw. stärkt bereits vorhandene Kooperationsmechanismen zwischen ausgewählten aneinander angrenzenden Schutzgebieten der Selva Maya sowie anderen relevanten Akteuren durch gezieltes Capacity Building. Darüber hinaus strebt das Projekt an, die Kommunikationsfähigkeit der Institutionen zu stärken. Dadurch will das Vorhaben die Region der Selva Maya auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene positionieren und in der Region selbst ein Bewusstsein für den besonderen Wert der Selva Maya schaffen.

Operational Coordination Group-Selva Maya Programme_ Jorge Uribe