Erneuerbare Energien besser in das Stromnetz integrieren

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Optimierte Integration erneuerbarer Energien ins marokkanische Stromsystem (INTOPER)
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Marokko
Partner: Nationaler Strom- und Wasserversorger (ONEE)
Politischer Träger: Ministerium für Energie, Bergbau und nachhaltige Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Ausgangssituation

Mit der Strategie für erneuerbare Energie hat sich Marokko im Jahr 2009 zum regionalen Vorreiter erklärt: Bis 2030 soll Strom zu mindestens 52 Prozent aus erneuerbaren Energien (EE) stammen können. In diesem Zusammenhang wurden bereits Ende 2019 ambitionierte Energieprojekte wie das Sonnenkraftwerk NOOR in Ouarzazate ins Leben gerufen. 

Parallel zu den großangelegten Projekten sollen auch vermehrt kleinere dezentrale Einheiten mit eingebunden werden, die mit der zunehmenden Öffnung des Strommarktes weiter an Beliebtheit gewinnen. Da erneuerbare Ressourcen jedoch starken Schwankungen unterliegen, könnte der zunehmende Ausbau von dezentralen Energiequellen zu weiteren Unsicherheiten in der Versorgung führen.

Die Netzintegration stellt hier besondere Anforderungen an das Stromnetz, das weiterhin auf herkömmliche Stromerzeugung angewiesen ist, um zuverlässig Strom zu liefern. Für eine klimaschonende Stromversorgung muss daher die Planung des Stromnetzes optimiert und an die technischen Herausforderungen angepasst werden.

Der staatliche Energieerzeuger und Netzbetreiber ist ein zentraler Akteur in der marokkanischen Energiewende: Die Behörde hat mehrere erneuerbare Großprojekte an das Netz angeschlossen und Maßnahmen getroffen, um das Stromnetz für die Einspeisung aus erneuerbaren Ressourcen zu verbessern.

Ziel

Die marokkanischen Projektträger entwickeln Lösungsansätze und mobilisieren die notwendigen Kompetenzen, um Erneuerbare Energien zielgerecht zu integrieren.

Vorgehensweise

Das Projekt arbeitet in den folgenden Handlungsfeldern:

Instrumente und Prozesse zum Netzwerkmanagement anpassen 
Das Vorhaben führt eine Bestandsaufnahme der aktuellen netzbezogenen Prozeduren, Instrumente und Methoden durch, um notwendige Anpassungen für eine bessere Integration von EE zu identifizieren. Auch kommunale und private Netzbetreiber erhalten Zugang zu diesen Erfahrungen.

Infrastruktur auf erneuerbare Ressourcen ausrichten
Der Nationale Strom- und Wasserversorger (ONEE) und das Energieministerium (MEME) haben Instrumente bereitgestellt, um das Stromnetz mit einem erhöhten Anteil an Erneuerbaren Energien zu planen. So werden diese Instrumente als auch angewandten Methoden diagnostiziert und angepasst. Anschließend berät das Vorhaben die Akteur*innen dabei, einen Fahrplan zu erstellen, um den Anteil an EE zu erhöhen. Auf diesen Grundlagen kann der Stromversorger einen Plan entwickeln, um das Netzwerk zu optimieren und Produktionszentralen aufzubauen.

Systemdienstleistungen für Flexibilität und Stabilität anbieten
Eine sichere und stabile Stromversorgung erfordert neue oder angepasste Systemdienstleistungen. So hat der Stromversorger bereits entsprechende Maßnahme durchgeführt, um diese stabiler und flexibler zu gestalten. Das Projekt setzt an diesem Punkt an und unterstützt den Stromversorger bei der Einführung von neuen Systemdienstleistungen, wie Speicherlösungen oder Primär- und Sekundärreserven, um Frequenzschwankungen zu kompensieren. Ziel ist es, die Voraussetzungen für technologische und ökonomische Möglichkeiten zu bestimmen. 

Innovativen Technologien integrieren
Um den Wandel der Netzbetreiber bestmöglich zu gestalten, erhalten sie Schulungen zu aktuellen Innovationen, die eine höhere Integrationsrate von EE gewährleisten. Das Projekt entwickelt dafür ein Programm für Sensibilisierung und Austausch und führt zudem ein Innovationsnetzwerk ein. Ein gemeinsames Pilotforschungsprojekt kann den Wissensaustausch zwischen deutschen und marokkanischen Institutionen weiter fördern.

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