Beschäftigung fördern und Jugendgewalt verhindern (CaPAZ)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Jugendbeschäftigungsförderung und berufliche Aus- und Fortbildung von marginalisierten Jugendlichen zur Prävention von Jugendgewalt in Zentralamerika (CaPAZ)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)​​​​​​​
Land: El Salvador, Honduras, Guatemala​​​​​​​
Politischer Träger: Generalsekretariat des zentralamerikanischen Integrationssystems (SG-SICA) ​​​​​​​
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2025

Jugendliche in Guatemala stärken im virtuellen Kurs „English for Working“ ihr Selbstvertrauen und Sicherheit. Copyright: GIZ / CaPAZ

Ausgangssituation

Im nördlichen Dreieck Zentralamerikas ist Gewalt weit verbreitet: El Salvador, Guatemala und Honduras haben die höchsten Mordraten in Lateinamerika. Ungleichheit und Diskriminierung sind strukturell verankert.

Der Großteil der Bevölkerung ist zwischen 14 und 29 Jahren. Jugendarbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven ebnen den Weg für riskantes Verhalten wie irreguläre Migration oder Rekrutierung durch Jugendbanden. Die Länder in Mittelamerika fördern daher Jugendbeschäftigung, um diesen Risiken vorzubeugen.

Die Praxis zeigt jedoch, dass Berufsausbildung und Arbeitsvermittlung Jugendliche aus Gewaltkontexten oft nicht erreichen. Zum Teil hindern Jugendbanden sie daran, ihre Gemeinden zu verlassen. Mögliche Arbeitgeber wiederum stempeln sie schnell als „kriminell“ ab. Jugendliche, Lehrkräfte und Ausbilder*innen leiden daher oft unter hoher emotionaler Belastung.

Ziel

Jugendliche aus Gemeinden mit hohem Gewaltaufkommen verbessern ihre psychosoziale Resilienz und Beschäftigungsfähigkeit. Sie entwickeln damit wertvolle psychosoziale und technische Fähigkeiten, die ihnen Alternativen zur vorherrschenden Gewalt und Kriminalität bieten.

Die Kampagne „Jóvenes SI+“ mit dem Privatsektor hebt das Potential von Jugendlichen hervor. Copyright: GIZ / CaPAZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben befasst sich mit der Problematik von hohen Gewaltraten und geringen Berufsbildungschancen in drei Handlungsfeldern:

Es unterstützt das Personal und die Dienste der Berufsbildungs- und Arbeitsmarktvermittlung mit Ansätzen für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung (Mental Health and Psychosocial Support, MHPSS).

Es schafft bessere Bedingungen für Berufsausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten für Jugendliche in Gemeinden mit hohem Gewaltaufkommen.

Es fördert die Beteiligung der Privatwirtschaft an branchenübergreifenden Netzwerken. So soll die Diskriminierung junger Menschen aus Gemeinden mit hohem Gewaltniveau abnehmen.

Politischer Partner ist das Generalsekretariat des zentralamerikanischen Integrationssystems (SG-SICA), der ausführende regionale Partner ist das Sekretariat für soziale Integration Zentralamerikas (SISCA). Das Vorhaben arbeitet zusammen mit Gemeindeverwaltungen, Berufsbildungseinrichtungen, Ministerien für Arbeit, Soziales und Bildung, drei zivilgesellschaftlichen Organisationen (FUSALMO, CADERH und Fe y Alegría) sowie ausgewählten Unternehmen und Handelskammern.

Stand: August 2022

Jugendliche in Honduras sensibilisieren zu Gewaltprävention. Copyright: GIZ / CaPAZ

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