Förderung einer klimafreundlichen Landnutzung in ASEAN

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimawandel und Landnutzung in ASEAN
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Regional, Südostasien
Politischer Träger: ASEAN-Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Als wichtige Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte mit großen Waldlandschaften sind die Länder Südostasiens vom Klimawandel besonders betroffen. Gleichzeitig spielen sie bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die durch Entwaldung, die Schädigung von Wäldern und bestimmte landwirtschaftliche Praktiken verursacht werden, eine wichtige Rolle. Ein großer Teil der Menschen in der Region lebt von der Land-, Fisch- und Forstwirtschaft.
Der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) und seine Mitgliedstaaten gehen die mit Klimawandel und Ernährungssicherung verbundenen Herausforderungen im Rahmen vielfältiger regionaler Strategien und Maßnahmen an. Bei der Umsetzung der auf regionaler und nationaler Ebene vereinbarten Klimaziele und Aktionspläne stehen die ASEAN-Mitgliedstaaten und  Arbeitsgruppen jedoch noch vor großen Herausforderungen. Auch das internationale Engagement von ASEAN braucht weitere Unterstützung, damit gemeinsame politische Positionen entwickelt werden können und der Einsatz der Mitgliedstaaten für Klimaschutz und Anpassung in der Land- und Forstwirtschaft sichtbarer wird.

Ziel

ASEAN-Gremien koordinieren erfolgreich regionale Beiträge zu internationalen und nationalen Klimapolitikprozessen für eine klimafreundliche Landnutzung. Das hilft den Mitgliedstaaten, Widerstands- und Anpassungsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel aufzubauen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben hat folgende Schwerpunkte:

  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten im Bereich Land- und Forstwirtschaft.
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten bei internationalen Klimapolitikprozessen in diesem Bereich.
  • Verstärkung der Synergien zwischen den ASEAN-Sektorarbeitsgruppen, die sich mit Klimawandel und Landnutzung befassen.

Um diese Ziele zu erreichen, fördert das Vorhaben den Informations- und Wissensaustausch über klimafreundliche Landnutzung in und zwischen verschiedenen Interessengruppen in der ASEAN-Region. Hierzu zählen ASEAN-Arbeitsgruppen, das ASEAN Climate Resilience Network (ASEAN-CRN), Entscheidungsträger*innen und Praktiker*innen aus ASEAN-Mitgliedstaaten, wissenschaftliche Institutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Privatunternehmen. Durch Workshops, Trainings, Kommunikations- und Netzwerkaktivitäten werden Kompetenzen für spezifische klimaschonende Verfahren in der Land- und Fortwirtschaft aufgebaut. Das Vorhaben setzt sich auch dafür ein, dass gemeinsame ASEAN-Positionen zu Klimawandel und Landnutzung entwickelt und in internationale Foren wie die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) eingebracht werden.

Das Vorhaben unterstützt ASEAN-Gremien und -Netzwerke bei der Entwicklung von Richtlinien und Empfehlungen mit Bezug zu Landnutzung und Klimawandel und fördert deren Umsetzung in den Mitgliedsstaaten. Ferner vermittelt es zwischen dem Unterstützungsbedarf in den Ländern und den Unterstützungsangeboten zur Umsetzung klimafreundlicher und klimaresilienter Ansätze der Landnutzung. Die Projektaktivitäten tragen zum Erreichen der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sowie des Übereinkommens von Paris bei.

Die ASEAN Negotiating Group on Agriculture (ANGA) konzentrierte sich bei der Simulationsübung im Rahmen des UNFCCC-Trainings in Bangkok im Februar 2020 auf die Vertiefung der Verhandlungsfähigkeiten. Foto: GIZ/Build Yosawat

Wirkungen

Die ASEAN Negotiating Group on Agriculture (ANGA) wurde 2017 offiziell eingesetzt.
Seitdem vertritt sie die ASEAN-Positionen zur Landwirtschaft im Rahmen des UNFCCC-Prozesses. Die GIZ und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) unterstützen die Gruppe durch Verhandlungstrainings und bei Koordinationsprozessen.

Als Beitrag zur Arbeit des ASEAN-CRN führte die GIZ gemeinsam mit der FAO Maßnahmen für Kompetenzentwicklung und Wissensaustausch durch. So konnten Vertreter*innen aus neun Mitgliedstaaten, die am ASEAN Climate Leadership Programme (ACLP) 2020 teilnahmen, ihre Führungsfähigkeiten zur Förderung einer klimafreundlichen Landnutzung verbessern. Das ACLP wurde gemeinsam von der GIZ und dem Southeast Asian Regional Center for Graduate Study and Research in Agriculture (SEARCA) umgesetzt.

2020 nahm das ASEAN-Sekretariat eine Halbzeitüberprüfung der Umsetzung der Vision und des Strategieplans für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft (2016 – 2025) vor. Die GIZ leistete bei der Planung und Durchführung der Überprüfung fachliche Unterstützung.

Letzter Stand: Februar 2021

Gruppenfoto der Vertreter*innen von ANGA und Entwicklungspartnern, die am UNFCCC-Training in Bangkok Mitte Februar 2020 teilnahmen. Foto: GIZ/Build Yosawat

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