Moderne Berufsbildung schafft Perspektiven für junge Auszubildende

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Bedarfsorientierte Berufliche Bildung in den Palästinensischen Gebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete
Politischer Träger: Ministry of Education (MoE), Ministry of Labour (MoL), Ministry of Higher Education (MoHE)
Gesamtlaufzeit: 2021 bis 2024

Ausgangssituation

In den palästinensischen Gebieten herrscht aufgrund der instabilen politischen und wirtschaftlichen Lage eine hohe Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig finden Unternehmen oft keine qualifizierten Arbeitskräfte. Das liegt laut der verfassten Wirtschaft vor allem daran, dass die Berufsausbildung die Auszubildenden nicht ausreichend auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. 

Die staatlichen Berufsschulen (Vocational Secondary Schools und Vocational Training Center) bieten nur selten praxisnahes Arbeiten in Betrieben an, wodurch Auszubildenden wichtige Kenntnisse fehlen. Lehrkräfte und Ausbilder*innen haben oft keine pädagogische Ausbildung, was die Vermittlung von Wissen erschwert. In vielen Berufsschulen mangelt es darüber hinaus an Ausstattung. In der Bevölkerung genießt die berufliche Bildung traditionell kein hohes Ansehen: Eltern tendieren dazu, ihre Kinder auf eine akademische Karriere vorzubereiten. Zudem sind besonders junge Frauen kaum auf dem Arbeitsmarkt vertreten.

Die zuständigen Ministerien für Arbeit und Bildung sehen sich vor der Herausforderung, die Ausstattung der Lernorte zu verbessern, Lehrpläne bedarfsorientiert zu überarbeiten, Lehrkräfte zu qualifizieren und das Ansehen der beruflichen Bildung in der Bevölkerung zu heben.

Das Vorgängervorhaben „Train the Trainers“ arbeitete seit 2017 daran, zunächst die Berufsstandards für Lehrkräfte und Ausbildungspersonal zu verbessern und politische Reformen zu begleiten. Zudem hat es Lehrer*innen und Ausbilder*innen fachlich und insbesondere pädagogisch weitergebildet, um ein handlungsorientiertes Lernen flächendeckend zu ermöglichen. 

Ziel

Die Berufsbildung orientiert sich stärker am Bedarf der Wirtschaft und erleichtert jungen Menschen den Berufseinstieg.

Vorgehensweise

In Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Wirtschaft und Ministerien entwickelt das Vorhaben die bedarfsorientierte Berufsausbildung weiter – und orientiert sich dabei sowohl am Bedarf der Unternehmen als auch der Auszubildenden. Es verbessert dadurch die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen und arbeitet in drei Handlungsfeldern:

1. Zusammenarbeit mit der Wirtschaft vertiefen

Das Vorhaben richtet einen regelmäßigen Ideenwettbewerb für neue Kooperationsformen zwischen Ausbildung und Wirtschaft aus. So beteiligen sich zum Beispiel Unternehmen an der Gestaltung der Abschlussprüfungen und betriebliche Ausbilder*innen werden in der systematischen Betreuung von Auszubildenden geschult. Gleichzeitig verbessert das Vorhaben die Zusammenarbeit von Kammern, Verbänden und Unternehmen und bildet relevante Funktionsträger*innen weiter. Darüber hinaus werden einzelne Berufsschulen zu Kompetenzzentren ausgebaut, die Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte und Ausbilder*innen anbieten. Um auch zukunftsweisende Berufsausbildungen einzuführen, wird eine Dreieckskooperation mit Brasilien zu erneuerbaren Energien umgesetzt.

2. Bildungspolitik steuern

Das Vorhaben fördert die Entwicklung der neu einzurichtenden Berufsbildungskommission (TVET Commission). Erfahrungen aus den Pilotprojekten und dem Vorgängervorhaben fließen in die nationale Berufsbildungsstrategie ein. Das Vorhaben berät auf dieser Grundlage dabei, die Lerninhalte anzupassen und zu vereinheitlichen. Das beinhaltet auch die Finanzierung, Planung, Steuerung und Vernetzung von Bildungseinrichtungen und die Kooperation von Staat und Wirtschaft.

3. Karriereberatung ausbauen

Um junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern, finden mehrere Angebote zur Berufsorientierung statt. Die Karriereberatung an Sekundarschulen soll überarbeitet und um neue Elemente erweitert werden, wie Life Skills und das Aufbrechen von Stereotypen.

Um Berufsbildung schmackhaft zu machen, gab es bereits eine erste Kooperation mit dem Experimento-System der Siemens Stiftung. Das Vorhaben unterstützt zudem auch „TVET Summer Camps“, die einen Zugang zu Berufsausbildungen, Methoden von Sport für Entwicklung und Kommunikationswerkzeuge vermitteln.

Stand: März 2021

 

Downloads

Weitere Informationen