Regionaler Fonds für Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionaler Fonds für Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Lateinamerika und Karibik
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2018

Ausgangssituation
Dreieckskooperationen (DEK) sind gemeinsam geplante, finanzierte und durchgeführte Kooperationsprojekte zwischen einem etablierten DAC-Geber – das heißt einem Industrieland, das Mitglied des Entwicklungshilfeausschusses (Development Assistance Committee) der OECD ist –, einem Schwellenland, das als Süd-Geber oder Empfänger agieren kann, und einem begünstigten Drittland als Empfänger. In der Praxis gibt es darüber hinaus vielfältige weitere Konstellationen, die die deutsche Entwicklungszusammenarbeit als DEK anerkennt. Aufgrund der komplementären Stärken der Partner haben Dreieckskooperationen einen Mehrwert gegenüber bilateralen Projekten.

Die globale Kooperationsarchitektur hat sich stark gewandelt. Schwellenländer haben ihre Süd-Süd-Kooperationen in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet. Vor allem in Lateinamerika und der Karibik setzen zahlreiche Länder bereits Entwicklungsmaßnahmen in Drittländern um.

Dreieckskooperationen bilden eine Brücke zwischen Nord-Süd- und Süd-Süd-Kooperation, sie sind ein Instrument für strategische Partnerschaften, um globale Herausforderungen gemeinsam zu lösen. Das internationale Interesse an Dreieckskooperationen ist stark gestiegen. Dies spiegelt sich auch in der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung wider. Mit dem Regionalen Fonds für Dreieckskooperation trägt die deutsche Regierung dazu bei, das Potenzial dieses wirkungsvollen Instruments stärker auszuschöpfen.

Ziel
Dreieckskooperationen zwischen lateinamerikanischen und karibischen Partnerländern und Deutschland stärken öffentliche Politiken für nachhaltige Entwicklung in den Partnerländern.

Vorgehensweise
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die GIZ den „Regionalen Fonds für Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik“ eingerichtet. Er soll den beteiligten Ländern gemeinsames, systematisches Lernen zu Möglichkeiten und Grenzen der Dreieckskooperation ermöglichen.

Kooperationspartner können alle Länder Lateinamerikas und der Karibik sein, als Empfänger kommen auch Partnerländer anderer Regionen in Frage. Bei zweimal jährlichen Ausschreibungen können Vorschläge für Dreieckskooperationen eingereicht werden. Thematische Einschränkungen oder vorgeschriebene Schwerpunkte gibt es nicht. Der Mehrwert für alle Beteiligten und vor allem die Nachfrage im Empfängerland müssen deutlich erkennbar sein, die Ziele müssen mit den entwicklungspolitischen Prioritäten aller Partner übereinstimmen. Die gleichberechtigte Partnerschaft manifestiert sich auch in ausgeglichenen finanziellen Beiträgen der lateinamerikanischen Partner zu den DEK-Projekten. Der Beitrag des lateinamerikanischen Partners, der als Süd-Geber agiert, ist mindestens so hoch wie der deutsche Beitrag.

Durch die Beratung staatlicher Träger in den Schwellen- und Empfängerländern unterstützt Deutschland die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung der Dreieckskooperationen: durch deutsche und regionale Fachkräfte, durch Wissensmanagement und Vernetzung, Fort- und Ausbildungsmaßnahmen sowie Sachlieferungen.

Wirkungen
Mit dem regionalen Fonds verfügt Deutschland über ein Alleinstellungsmerkmal unter den traditionellen Akteuren: Der regionale, bislang weltweit einzigartige Ansatz unterstreicht die Bedeutung, die die Region für Deutschland hat, etwa bei globalen Themen im Bereich Umwelt und Klima, gute Regierungsführung und anderen.

Der Regionalfonds wird in Lateinamerika und der Karibik sehr geschätzt: als Instrument, das Kooperation auf Augenhöhe fördert und dem wachsenden Engagement von Schwellenländern bei der Gestaltung globaler Prozesse Rechnung trägt. Die starke Nachfrage bei den Partnern belegt dies eindrucksvoll.

Bisher wurden mit 21 beteiligten Ländern mehr als 45 thematisch vielfältige Einzelmaßnahmen erfolgreich gestartet, von denen sich aktuell rund die Hälfte in der Umsetzung befindet. In Guatemala fördern beispielsweise Chile und Deutschland die Ernährungssicherheit, gemeinsam mit Mexiko und Chile stärkt Deutschland im Rahmen der Pazifikallianz die Nachhaltigkeit bei Produktion und Konsum in Kolumbien und Peru.

Inzwischen werden auch interregionale Dreieckskooperationen durch den Regionalfonds gefördert – nach Kooperationen mit Brasilien und Mosambik gibt es eine Kooperation mit Costa Rica und Marokko zum Management von Wald, Schutz- und Wassereinzugsgebieten angesichts des Klimawandels. Die geförderten DEK-Projekte tragen, je nach Thema, dazu bei, die verschiedenen Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Kooperationsagenturen der Entwicklungszusammenarbeit und Fachministerien in Lateinamerika und der Karibik werden durch systematisch aufeinander aufbauende Fortbildungen gestärkt. Die Partner werden qualifiziert, Entwicklungsmaßnahmen erfolgreich durchzuführen (Human Capacity Development, HCD).

Der Fonds fördert den regionalen Dialog über DEK. Durch die Systematisierung von Lessons Learnt trägt er dazu bei, Dreieckskooperationen in und mit der Region fortzuentwickeln.

Regionale Konferenzen schaffen Raum für Austausch und politischen Dialog zwischen den Ländern: 2012 in Bogotá, 2013 in Mexiko-City sowie 2015 in Santiago de Chile.

Den Aufbau von Kompetenzen und systematischem Wissen zur effizienten Durchführung von (DEK-)Entwicklungsmaßnahmen sowie die Vernetzung der Akteure unterstützt der Fonds mit einem Fortbildungsnetzwerk. Das „Red de Capacitación en Cooperación Triangular para proyectos entre América Latina y el Caribe y Alemania“ wurde 2013 gemeinsam mit den Partnern gegründet.

Die innovativen Angebote, wie die Fortbildungsmodule zur Dreieckskooperation, stoßen bei den Partnern auf starke Resonanz. Sie werden über die Plattform Global Campus 21 als E-Learning-Format angeboten. Regionale Präsenzworkshops zu Projektmanagementthemen von DEK finden ergänzend statt, bisher in El Salvador, der Dominikanischen Republik, Guatemala, Costa Rica und Bolivien.

MEHR SCHLIESSEN

Weitere Erfolgsgeschichten finden sich in den Beschreibungen ausgewählter DEK-Maßnahmen:

Dreieckskooperation Peru, Guatemala, Deutschland: Transparenz in der Rohstoffindustrie Verbesserung der Fortbildung für das Personal von Meldebehörden Dreieckskooperation Mexiko, Pazifikallianz, Deutschland: Regionale Integration zur Förderung von nachhaltiger Produktion und Konsum Dreieckskooperation Mexiko, Guatemala, Honduras, Deutschland: Förderung von klein- und mittelständischen Lieferanten durch die Plattform ANTAD.biz und ihre Umweltkomponente Dreieckskooperation Peru, Chile, Deutschland: Institutionelle Stärkung zur Erhöhung von Transparenz und Bürgerbeteiligung in den Systemen zur Überwachung von öffentlichen Bauvorhaben Dreieckskooperation Mexiko, Bolivien, Deutschland: Förderung der Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser für die landwirtschaftliche Bewässerung in Bolivien Dreieckskooperation Chile, Dominikanische Republik, Deutschland: Förderung der Jugendbeschäftigung in ländlichen und urbanen Gebieten der Dominikanischen Republik Dreieckskooperation Chile, Australien, Paraguay, Deutschland: ‚Paraguay entre todos y todas‘ – Stärkung der nationalen Strategie für Sozialpolitik Dreieckskooperation Brasilien, Peru, Deutschland: Aufbau eines Zentrums für Umwelttechnologien (CTA) in Peru Dreieckskooperation Costa Rica, Marokko, Deutschland: Verbesserung des nachhaltigen Managements und der Nutzung von Wald, Schutz- und Wassereinzugsgebieten Dreieckskooperation Mexiko, Kolumbien, Deutschland: Nachhaltige Stadtentwicklung und Wohnungsbau durch technische Beratung und Wissenstransfer (INFONAVIT) Dreieckskooperation Brasilien, Mosambik, Deutschland: Katastrophenvorsorge in Mosambik Dreieckskooperation Peru, Paraguay, Deutschland: Verbesserung der Leistungsfähigkeit paraguayischer Meldebehörden Chilenisch-deutsche Projekte im Rahmen des Regionalen Fonds für Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik Deutsch-mexikanische Dreieckskooperation