Namibia: Salomo Kauari, Kleinbauer

Salomo Kauari, Kleinbauer in Namibia

Salomo Kauari ist hauptberuflich Landwirt – wie schon sein Vater und sein Großvater vor ihm. Er stammt aus einer Familie von Kommunalbauern in der Thornveld-Savanne, die in der namibischen Region Otjozondjupa liegt. Nachdem sein Vater gestorben war, übernahm Salomo den Betrieb und führte neue landwirtschaftliche Methoden ein, die er im Rahmen seiner Ausbildung erlernt hatte. Salomo nahm an mehreren Fortbildungen teil, die ein GIZ-Projekt zur Buschkontrolle und Förderung von Biomasse-Wertschöpfungsketten ausgerichtet hat. Das Projekt arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dort hörte er zum ersten Mal vom Bush-to-Feed-Konzept, mit dem die Bauern in Dürrezeiten ihr Vieh durchbringen können.

Das Konzept beruht darauf, dass invasive Sträucher auf verbuschten Flächen gerodet, fein gemahlen und ergänzt um weitere Zutaten zu Viehfutter verarbeitet werden. Mit dieser Methode ist es Salomo gelungen, sein Vieh durch die jüngste, neunjährige Dürre zu bringen. Seine Strategie fand Anerkennung bei anderen Bäuerinnen und Bauern, die er inzwischen als Mentor berät. Außerdem hat er seinen Betrieb erweitert und einen Trommelmischer entwickelt, mit dem er ohne großen Aufwand und zum Nulltarif Viehfutter anmischen kann. Daneben stellt Salomo Aktivkohle her. Diese verkauft er an die benachbarten Landwirtinnen und Landwirte als Mittel zur Behandlung von Tieren, wenn diese giftige Pflanzen gefressen haben, die in der Gegend vorkommen.

Haben Sie den Eindruck, dass die Landwirtschaft sich verändert hat?

Der Klimawandel wirkt sich auf alles aus und verändert alles. In meiner Kindheit und Jugend hat mein Vater die Futtermittel, die wir heute einsetzen, nicht genutzt. Das Bevölkerungswachstum führt dazu, dass die Flächen knapp werden. Immer mehr Menschen lassen sich auf Weideland nieder, so dass davon weniger zur Verfügung steht, weil überall Siedlungen entstanden sind. Alle Flächen sind umzäunt – für mich bedeutet das, dass ich genau planen muss, wie sich meine Tiere auch auf einer kleinen Fläche ernähren können. Das heißt, ich muss zufüttern. Heutzutage ist die Landwirtschaft vollkommen anders.

Welche innovativen Methoden haben Sie angewendet, um durch die jüngste Dürre zu kommen?

Schon seit vielen Jahren fällt nur sehr wenig Regen hier in der Gegend, doch 2019 waren es nur 130 mm, weniger als ein Drittel des üblichen Durchschnitts. Da musste ich mich anpassen und begann Büsche zu roden. Diese Biomasse habe ich zu Buschmehl verarbeitet und mit Maiskleie, Melassesirup und Salz gemischt. Damit haben meine zwölf Kälber die Dürre überlebt und sind inzwischen zu großen Rindern herangewachsen. Ohne das Tierfutter oder das Bush-to-Feed-Konzept, das ich in den Trainings kennengelernt habe, hätte ich alles verloren.

Wie denken Sie über Ihre Entscheidung, diese neuen Methoden anzuwenden?

Diese Entscheidung hat sich für mich wirklich gelohnt. Erst durch die Wissensforen, in denen ich mich mit anderen Farmern ausgetauscht und von Experten gelernt habe, hatte ich den Veränderungen in der Landwirtschaft etwas entgegenzusetzen. Natürlich steht man als Farmer immer vor vielen Herausforderungen, doch die Trainings der GIZ zur Nutzung von Sträuchern und Büschen als Viehfutter kamen genau zur rechten Zeit, nämlich als wir mit einer lang anhaltenden Dürre zu kämpfen hatten. Die Trainings haben mir sehr geholfen, denn so konnte ich mein Vieh durchbringen. All das war möglich, weil ich die Büsche und Sträucher auf meinen Flächen nutzen und aus einem Problem eine Chance machen konnte.

Welche Hoffnungen haben Sie für die künftige Entwicklung der Landwirtschaft?

Ich bin sehr stolz auf die Entwicklung meines Betriebs.  Ich habe meinen Betrieb erweitert und diversifiziert: Wir haben nun ein Lager und mehr Vieh. Außerdem halte ich jetzt auch Hühner und baue Gemüse an. Außerdem freut es mich, wenn mich andere Farmer um Rat fragen. Jede Maßnahme fühlt sich wie ein Fortschritt an.


        
    
Salomo Kauari ist Landwirt, wie schon sein Vater und Großvater vor ihm. In den letzten Jahren hat sich die Arbeit in der Landwirtschaft allerdings drastisch verändert.

        
    
Dürreperioden und knappere Flächen zum Grasen für das Vieh: Um sich gegen diese Herausforderungen zu wappnen, bildet Salomo sich ständig weiter.

        
    
Auf einer Weiterbildung der GIZ hörte er zum ersten Mal vom Bush-to-Feed-Konzept. Hierbei werden invasive Sträucher gerodet, zerkleinert und zu Viehfutter verarbeitet.

        
    
Mithilfe seines selbst entwickelten Trommelmischers fügt er der zerkleinerten Buschmasse Maiskleie, Melassesirup und Salz hinzu, damit das Futter noch nahrhafter wird.

        
    
Dank dieser Methode hat Salomo es geschafft sein Vieh durch die letzte, neun Jahre lange, Dürre zu bringen.

        
    
Als Nebenprodukt stellt er Aktivkohle her, die er anderen Landwirt*innen verkauft. Sie wird Nutztieren verabreicht, wenn sie giftige Pflanzen gefressen haben.

        
    
Salomo will seinen Betrieb stetig verbessern und freut sich über seine bisherigen Fortschritte. Sein gewonnenes Wissen teilt er gerne mit anderen Landwirt*innen der Region.