Biodiversitätsökonomie in ausgewählten Landschaften in Namibia

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Biodiversitätsökonomie in ausgewählten Landschaften in Namibia
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministry of Environment, Forestry and Tourism (MEFT)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2024

 

Waterberg Plateau Park, Namibia © GIZ Resource Mobilisation for Biodiversity Conservation

Ausgangssituation

In Namibia ist Biodiversität ein entscheidender Faktor, denn 70 Prozent der Bevölkerung sind für ihren Lebensunterhalt auf die biologische Vielfalt und natürliche Ressourcen angewiesen. Das Programm Community-Based Natural Resources Management (CBNRM) mit seinen Schutzgebietsorganisationen wird international als ein herausragendes Beispiel für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt betrachtet. Das Programm hat einen bedeutenden Beitrag für die Schutzgebiete geleistet, sodass die Wildtierpopulationen in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen sind sind. Allerdings stehen sowohl die biologische Vielfalt als auch die Schutzgebiete zunehmend unter Druck. Die Hauptursachen dafür sind das Bevölkerungswachstum, nicht nachhaltige Landwirtschaftsmethoden, eine Verringerung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen aufgrund des Klimawandels sowie Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren.

Die vorhandenen Schutzgebiete wie Nationalparks, Naturschutzgebiete unter kommunaler Verwaltung und privat betriebene Reservate – die zusammen über 40 Prozent der Landfläche Namibias ausmachen – sind stark fragmentiert. Außerdem fehlen Finanzmittel sowie eine ausreichende Koordinierung zwischen den verschiedenen Schutzgebietstypen. Daher wurde im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans (NDP5) ein richtungsweisendes Programm zum Ausbau der „Biodiversitätsökonomie“ auf den Weg gebracht. Das Ziel des Programms besteht darin, „die Wertschöpfung und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität zu steigern“. Ermöglicht werden soll dies durch ein auf Biodiversität beruhendes Wirtschaftssystem.

Die Biodiversitätsökonomie baut auf Branchen wie dem Tourismus auf, die in ihrem Kerngeschäft unmittelbar von der biologischen Vielfalt abhängig sind oder die unmittelbar zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

Wildlife in front of a water source in the Etosha landscape

Ziel

Nationalparks, privat betriebene Reservate und Ackerflächen sind effektiv bewirtschaftete Landschaften. Die zentralen Akteure arbeiten gemeinsam daran, die Biodiversitätsökonomie auszubauen. Auf nationaler Ebene wird der Ansatz breitenwirksam umgesetzt, und es werden finanzielle Mittel mobilisiert.

Vorgehensweise

Das Konzept der Biodiversitätsökonomie wird zunächst in ausgewählten Landschaften umgesetzt, doch es lässt sich auch auf andere Landschaften in Namibia und durch die grenzübergreifenden Nationalparks sogar auf andere Länder in der Region ausweiten. Durch die Erprobung von ausgewählten wirtschaftlichen Instrumenten (auf Grundlage der Strategie zur Ressourcenmobilisierung), wie beispielsweise Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen und Ausgleichsmaßnahmen in bestimmten Landschaften, können Lernerfahrungen gesammelt und landesweit umgesetzt werden. Bei der Einführung von Best-Practice-Leitfäden für Bergbau und Tourismus kommen Fallstudien zum Einsatz, die jedoch auf die gesamte Branche ausgerichtet sind. Die gemeinsamen Schutzziele tragen zum Erhalt der Biodiversität ganzer Landschaften bei. Die Schutzziele werden von Maßnahmen zur Förderung von nachhaltigen Produktions- und Konsumweisen flankiert, wie beispielsweise der Versorgung von Lodges mit Produkten aus der Region sowie der Einführung von Nachhaltigkeitslabels.

Stand: Juni 2021