Die Deutscher Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist in Ghana seit 1975 aktiv. Das Landesbüro in der Hauptstadt Accra öffnete 1983.
Trotz wirtschaftlichen Fortschritts stand Ghana in den letzten zehn bis 15 Jahren erheblichen Krisen gegenüber. In der Folge leben etwa 25 Prozent der Bevölkerung weiterhin in Armut. Obwohl sich die Wirtschaft langsam von diesen Herausforderungen erholt, arbeiten rund 80 Prozent der Arbeitnehmerschaft weiterhin in inoffiziellen Beschäftigungsverhältnissen oder kleinen Betrieben, die nur bedingt soziale Sicherheit bieten und Gehälter fallen im Vergleich gering aus. Die Energieversorgung in Ghana hängt stark an Öl und Gas und Energiepreise sind hoch. Gleichzeitig verfügt das Land über hohes Potenzial zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen. Ferner erhebt Ghana Steuern auf lediglich 16 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Auf dem Transparency International Corruption Perception Index liegt Ghana von 180 Ländern auf Platz 80. Das bedeutet, dass gerechte und nachhaltige Finanzierungsmaßnehmen und ein an der Gesetzgebung orientierter und bürgernaher Einsatz von öffentlichen Geldern durch Korruption und fehlende Ressourcen in den zuständigen staatlichen Stellen erheblich erschwert wird. Gleichzeitig zeigt sich in vielen Gesellschaftsbereichen weiterhin geschlechtsbasierte Diskriminierung.
Die GIZ ist in Ghana im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeite und Entwicklung (BMZ) sowie weiterer Partner aktiv. Schwerpunkte sind die Arbeitsgebiete:
- Wirtschaft und Beschäftigung
- Klima- und Umweltschutz
- Frieden und Sicherheit
Projekte unterstützen Ghanas Regierung und die Privatwirtschaft dabei, inklusives Wirtschaftswachstum, regionalen Handel und unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen entlang verschiedener Wertschöpfungsketten wie Landwirtschaft, Textilindustrie und Digitalwirtschaft zu fördern. Dabei sollen insbesondere für junge Menschen gute Arbeitsstellen und höhere Einkommen entstehen. Um dies zu erreichen, wird das Berufsbildungssystem so reformiert, dass es besser auf die Bedarfe in der Privatwirtschaft abgestimmt ist. Darüber hinaus unterstützt die Kooperation Ghana dabei, in der Region ein Zentrum für pharmazeutische Produkte zu werden. Ferner befasst sie sich mit legaler Einwanderung und Reintegrationsprozessen und berät sowohl zurückkehrende Migranten als auch die Gemeinden vor Ort.
Durch Energie- und Klimainitiativen unterstützt die GIZ Ghana dabei, mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen und Energieeffizienz und den Klimaschutz vor Ort voranzubringen. Die Arbeit bezieht sich auf öffentliche Institutionen, wie Schulen und Krankenhäuser, sowie Betriebe und Wirtschaftszweige. Außerdem fördern die Projekte Ghana dabei, bedarfsorientierte Möglichkeiten zur beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Energiewirtschaft zu schaffen.
Im Einklang mit der Reformagenda des Landes zielen die Projekte darauf ab, die Wirksamkeit, Rechenschaftspflicht und Reaktionsfähigkeit der öffentlichen Institutionen in Ghana zu verbessern, insbesondere im Bereich der Finanzaufsicht. Sie fördern außerdem den Schutz der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Sicherheit und bieten Politikberatung an. Maßnahmen zur Förderung einer inklusiven Regierungsführung ermöglichen die Beteiligung von Bürger*innen und unterstützen die Zivilgesellschaft, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Frauen, jungen Menschen und schutzbedürftigen Gruppen liegt.
Steckbrief Ghana
GIZ Mitarbeitende
Stand: 31.12.2024
- 506 Nationale Mitarbeitende
- 79 Internationale Mitarbeitende
- 10 Entwicklungshelfer:innen
- 2 Integrierte Fachkräfte
Einblicke