17.06.2019

Uganda: Gleichberechtigung vor dem Gesetz – und in der Praxis

"Ungleichheiten adressieren" ist das Motto der diesjährigen Europäischen Tage für Entwicklung in Brüssel. Ein Ansatz mit vielen Facetten, wie ein Projekt für sexuelle Minderheiten in Uganda zeigt.

Diskriminierung basiert nicht nur auf Herkunft oder Geschlecht, sondern auch auf sexuellen Präferenzen, wie im Fall der LGBTI-Gemeinschaft. LGBTI steht für Lesbisch, Schwul (englisch „gay“), Bisexuell, Transgender und Intersexuell. Eine Herausforderung in vielen Ländern, insbesondere in Uganda. Obwohl Uganda wichtige Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen verabschiedet hat, sind Ressentiments und Hass gegen Schwule und Transgender in dem ostafrikanischen Land traditionell weit verbreitet. So gibt es nach wie vor gewaltsame Angriffe auf sexuelle Minderheiten und auch im Arbeitsleben sind Fälle von Diskriminierung gegen Homosexuelle keine Seltenheit.

Für eine nicht nur formelle, sondern tatsächliche Gleichberechtigung der LGTBI-Gemeinschaft arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Uganda. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union arbeitet sie mit ugandischen Institutionen und nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisationen zusammen, um die Rechte aller ugandischen Bürger, inklusive sexueller Minderheiten, stärker zu verankern.

Die GIZ hat die nationale Menschenrechtskommission dabei unterstützt, ihr Mandat umzusetzen und in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren die Rechte aller Bürger zu schützen und zu fördern. In der Praxis gab es beispielsweise Schulungen für Polizist*innen zur Situation und den Rechten der LGBTI. In diesen Trainings berichten Menschen aus der LGBTI-Gemeinschaft von persönlichen Erfahrungen und Diskriminierungen. Auch medizinische Fachkräfte wurden speziell für die gesundheitlichen Bedarfe transsexueller Frauen fortgebildet. Bis die Menschen vor Ort spürbare Verbesserung empfinden sind weitere Schritte notwendig, dennoch wächst das Gefühl in der LGBTI-Gemeinschaft, sich gegen Diskriminierung wehren zu können.

Die Arbeit für sexuelle Minderheiten und die Unterstützung staatlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen in Uganda präsentiert die GIZ auch bei den Europäischen Entwicklungstagen (European Development Days) am 18. und 19. Juni in Brüssel. Die Veranstaltung widmet sich in diesem Jahr der Bekämpfung von Ungleichheit. Neben der LBGTI-Gemeinschaft macht die GIZ unter anderem auch auf Initiativen für die Gleichberechtigung von Flüchtlingen und Unternehmerinnen aufmerksam.

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