Ein Gebäude für Frieden und Sicherheit

Internationalen Umweltstandards entsprechend und von Äthiopiern mit Unterstützung von GIZ International Services erbaut: Das Friedens- und Sicherheitsgebäude der Afrikanischen Union, ein bauliches Schmuckstück, öffnet jetzt seine Pforten in der Hauptstadt Äthiopiens.

Klimagerecht und energieeffizient ist das neue Friedens- und Sicherheitsgebäude der Afrikanischen Union (AU), das in deutsch-äthiopischer Zusammenarbeit in Addis Abeba errichtet wurde. 360 AU-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten nach vier Jahren Bauzeit neue Arbeitsmöglichkeiten und verfügen nun neben modernen Büros über einen Plenarsaal für die Sitzungen des Friedens- und Sicherheitsrats, ein Lage- und Einsatzzentrum für die Leitung von Friedensmissionen sowie eine Bibliothek und Konferenzräume.

Das Gebäude ist eine Schenkung der Bundesrepublik Deutschland an die AU. Im Oktober 2016 wurde es von Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Bauherr war die AU, finanziert wurde es vom Auswärtigen Amt. Mit der Planung und Errichtung war die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beauftragt, die das Projekt managte und auch die Baukosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro verwaltete.

Umweltverträglich und erdbebensicher gebaut

Nachhaltigkeit war ein Hauptbestandteil des Baukonzepts – das Friedens- und Sicherheitsgebäude wurde erdbebensicher und nach internationalen Standards für umweltverträgliches Bauen errichtet. Während der gesamten Bauzeit wurde darauf geachtet, dass alle Materialien wiederverwendet werden: Ein Gerüst zum Beispiel wurde zu einer Montagebrücke umgebaut.

Das High-Tech-Dach des Gebäudes besteht aus einer hochtransparenten, UV-durchlässigen und hitzebeständigen Folie. Das Material reinigt sich nicht nur selbst und hat eine unbegrenzte Lebensdauer, sondern ist auch elastisch und reißfest. Damit ist auch das Dach erdbebensicher. 

Seine Konstruktion – es sitzt nicht luftdicht auf den Mauern – ermöglicht ganzjährig eine Belüftung des Gebäudes. „Das Gebäude hat die modernste Haustechnik, die es weltweit auf dem Markt gibt, energieeffizient und umweltschonend“, sagt Manfred Off, der Bauleiter der GIZ. Für die klimaneutrale Kühlung sorgt eine Wärmepumpe, die sich aus den Wasserspeichern im Keller des Gebäudes und den fünf Meter tiefen Löschteichen vor dem Bau speist. Bis auf die Pumpen für die Umwälzanlage wird für die Vollklimatisierung so keinerlei Energie benötigt.

Neues Wissen für äthiopische Baufirmen

Äthiopische Firmen haben fast das gesamte Gebäude errichtet. Nur dort, wo Spezialkräfte ans Werk mussten, wurde auf deutsche oder internationale Fachunternehmen zurückgegriffen. Über 500 äthiopische Ingenieure, Architekten, Facharbeiter, Handwerker und Arbeiter waren am Bau beteiligt; die GIZ hat diese während der gesamten Projektzeit vor Ort aus- und weitergebildet. „Seit ich hier arbeite, habe ich so viel gelernt“, sagt Vorarbeiter Frezer Sida, der sein neues Wissen nun selbst an seine Mitarbeiter weitergibt. Auch wenn die Arbeiten am Friedens- und Sicherheitsgebäude abgeschlossen sind: In Äthiopien gibt es nun Fachkräfte und Firmen vor Ort, die nachhaltig und mit High-Tech-Materialien bauen und auch das AU-Gebäude zukünftig betreiben und instand halten können.

Neben der Arbeit zu Frieden und Sicherheit arbeitet die GIZ zusammen mit der AU zu diversen anderen Themen. Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Auswärtige Amt als Hauptauftraggeber führt die GIZ mit der AU weitere Vorhaben zu Bildung und Ausbildung, regionaler wirtschaftlicher Integration mit den Bereichen Landwirtschaft, Infrastruktur, Energie und Handel und Guter Regierungsführung und Migration durch.

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Kontakt


Manfred Off
manfred.off@giz.de

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