Bildung in Afrika durch digitale Brücken unterstützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsche BACKUP Initiative Bildung in Afrika (BACKUP Initiative)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Konfinanziert von: Europäische Union (EU)
Land: Botsuana, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Madagaskar, Malawi, Namibia, Ruanda, Sambia
Partner: Enabel
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Schüler sitzt im Klassenzimmer

Ausgangssituation

Die COVID-19-Pandemie ist eine große gesundheitliche und sozioökonomische Herausforderung, die eine der größten Bildungskrisen weltweit verursachte. Während des ersten Höhepunkts im April 2020 waren über 90 Prozent der Schüler*innen weltweit von Schulschließungen betroffen – mehr als 1,5 Milliarden Personen - da die Schulen in 191 Ländern geschlossen wurden.

Diese Unterbrechung des Unterrichts kann dramatische Auswirkungen haben, insbesondere in Sub-Sahara Afrika. Erfahrungen mit anderen Epidemien wie Ebola zeigen, dass viele Schüler*innen nach der Wiedereröffnung nicht in die Schulen zurückkehren. Darüber hinaus können schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auftreten. Dazu gehören eine erhöhte Jugendarbeitslosigkeit und eine größere Kluft zwischen Arm und Reich.

Digitalisierung und Datentechnologien spielen auch in Afrika eine entscheidende Rolle dabei, Schulschließungen zu überbrücken und die Auswirkungen der Pandemie abzuschwächen. Mangelnder oder zu teurer Internetzugang, begrenzte digitale Fähigkeiten und die digitale Kluft zwischen Stadt und Land sowie zwischen den Geschlechtern erschweren bisher die Nutzung digitaler Lösungen.

Im April 2020 kündigte die Europäische Kommission eine globale COVID-19-Reaktion der Europäischen Union an. Ein Teil davon ist die Maßnahme „Digitale Lösungen der EU zur Stärkung der Resilienz der Bildungs- und Gesundheitssysteme gegenüber COVID-19 im östlichen und südlichen Afrika und im Indischen Ozean“. Sie ist von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kofinanziert. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH führt die Maßnahme gemeinsam mit der belgischen Entwicklungsagentur Enabel im Rahmen des „Team Europe“-Ansatzes durch. Dabei unterstützt die BACKUP Initiative die Partnerländer dabei, digitale Lösungen im Bildungsbereich umzusetzen. Enabel hingegen arbeitet im Bereich der technischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie im Gesundheitswesen.

Die GIZ kann dabei auf ihre langjährigen Projekterfahrungen als Teil der BACKUP Initiative zurückgreifen. Diese förderte seit 2011 afrikanische Länder dabei, Gelder der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) zu beantragen und diese für ihre nationalen Bildungsstrategien umzusetzen. Bis Ende 2020 unterstützte die BACKUP Initiative 226 landesweite und regionale Maßnahmen in insgesamt 40 afrikanischen Ländern.

Ziel

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Bildungsbereich in den Regionen des östlichen und südlichen Afrikas sind abgemildert. Digitale Lösungen verbessern die Qualität und Kontinuität der Bildungsangebote.

Schulklasse in Afrika © GIZ

Vorgehensweise

Mithilfe eines Fondsansatzes handelt die BACKUP Initiative ausschließlich auf Nachfrage afrikanischer Partner. Das stellt die Ausrichtung an nationalen Prozessen und Prioritäten sicher.

Über eine Qualitätsprüfung wird sichergestellt, dass eingehende Anträge mit den nationalen Bildungs- und Digitalisierungsstrategien übereinstimmen und keine Doppelfinanzierung entsteht. Auf diese Weise werden nur lokal entwickelte Projekte gefördert, die in der lokalen Gemeinschaft verankert sind.

Afrikanische Bildungsministerien, nationale zivilgesellschaftliche Organisationen und regionale Netzwerke können eine Förderung beantragen. Das Projekt unterstützt sie zum Beispiel dabei, hochwertige digitale Lerninhalte bereitzustellen oder digitale Lösungen zu planen und zu implementieren.

Das Unterstützungsangebot der BACKUP Initiative basiert auf drei Säulen.

Finanzielle Unterstützung und Beratung: Regionale und nationale Partner können Zuschüsse von bis zu 100.000 Euro erhalten. Darüber hinaus berät das Vorhaben vor und während der Durchführung eines Projekts zur Budgetplanung und zum Finanzmanagement.

Technische Beratung: Das Vorhaben unterstützt die Partner dabei, deren Ideen und Vorschläge zu konkreten Aktivitäten auszuarbeiten und umzusetzen. Bei Bedarf werden Partner außerdem in der gezielten Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft unterstützt. Dies ermöglicht es innovativ, schnell und gezielt auf die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie reagieren zu können.

Unterstützung bei der Vernetzung: Ein Austausch zwischen den acht Partnerländern sowie die Vernetzung mit globalen Partnern sollen es ermöglichen, Erfahrungen weltweit zu teilen und daraus zu lernen.

Darüber hinaus bildet die BACKUP Initiative zusammen mit Enabel ein übergreifendes Netzwerk für den direkten Austausch und das gemeinsame Lernen zu digitalen Lösungen im Bildungs-, Berufsbildungs- und Gesundheitswesen.

Stand: April 2021

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