Deutsche BACKUP Initiative Bildung in Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsche BACKUP Initiative Bildung in Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afrika
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2019

German BACKUP Initiative. Schulmädchen in Sierra Leone. © GIZ (Foto: Ronja Hoelzer)

Ausgangssituation

Weltweit lernen 250 Millionen Kinder weder lesen, schreiben noch rechnen, obwohl mehr als die Hälfte von ihnen eine Grundschule besucht. 57 Millionen Kinder gehen gar nicht zur Schule – die meisten von ihnen leben in Subsahara-Afrika. Die untere Sekundarstufe besucht dort nur jeder zweite Jugendliche. Bis 2015 werden zudem voraussichtlich 26 Prozent der weltweit 774 Millionen erwachsenen Analphabeten in Subsahara-Afrika leben, im Vergleich zu 15 Prozent im Jahr 1990.

Trotz großer Fortschritte haben zahlreiche afrikanische Länder die sechs Ziele des Aktionsprogramms „Bildung für Alle“ bis Ende 2015 nicht erreicht. Grund dafür sind unter anderem fehlende finanzielle Mittel sowie ein hoher Bedarf afrikanischer Länder, Institutionen, Wissen, Fähigkeiten und Strukturen weiterzuentwickeln, um nationale Bildungssysteme effektiv zu managen.

Zur Unterstützung des Aktionsprogramms „Bildung für Alle“ wurde 2002 die Global Partnership for Education (Globale Partnerschaft für Bildung, GPE) gegründet. Partnerländer können Finanzmittel zur Entwicklung und Umsetzung ihrer nationalen Bildungsstrategie aus dem Multigeber-Fonds beantragen. Die Auszahlung ist unter anderem an eine nationale Bildungsstrategie sowie an Bildungsfortschritte geknüpft. Dies erfordert von den Partnerregierungen ein hohes Maß an technischem Know-how sowie einen hohen Personal- und Ressourceneinsatz.

Um den Zugang afrikanischer Länder zu internationalen Finanzmitteln zu verbessern und deren effektiven Einsatz sicherzustellen, wurde die Deutsche BACKUP Initiative Bildung in Afrika (BACKUP Bildung) gegründet. BACKUP steht für Building Alliances, Creating Knowledge and Updating Partners.

Ziel

Afrikanische Länder haben bessere Voraussetzungen, auf internationale Finanzmittel zuzugreifen und diese effektiv zur Erreichung internationaler Bildungsziele einzusetzen.

Vorgehensweise

Die BACKUP Bildung bietet afrikanischen Partnern schnelle, flexible und nachfrageorientierte Unterstützung, um Engpässe und Finanzierungslücken bei der Beantragung und Verwendung von Mitteln der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE) überwinden zu können.

Afrikanische Bildungsministerien und zivilgesellschaftliche Organisationen können bei der BACKUP Bildung Unterstützung in unterschiedlichen Formen beantragen:

  1. Fast Access Mode (bis 20.000 Euro): Finanzierung von Aktivitäten zum Aufbau von nationalen Ressourcen und Leistungsfähigkeit, beispielsweise durch Teilnahme an Fortbildungen oder Konferenzen (max. 10.00 Euro pro Person)

  2. Consultancy Mode (bis 50.000 Euro): Finanzierung von Beratung durch Experten zur Beantragung oder Umsetzung von GPE-Mitteln

  3. Project Mode (bis 100.000 Euro): Finanzierung umfangreicherer Projekte mit verschiedenen Aktivitäten bei der Beantragung oder Umsetzung von GPE-Mitteln

Die BACKUP Bildung arbeitet international, regional und national eng mit dem GPE-Sekretariat, Geberpartnern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und internationalen Trainingsinstituten zusammen.

Das Regionalvorhaben wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) der Schweizerischen Eidgenossenschaft kofinanziert.

Wirkungen

Die BACKUP Bildung hat seit 2012 zahlreiche staatliche und zivilgesellschaftliche Bildungspartner dabei unterstützt, die notwendigen Voraussetzungen für die erfolgreiche Beantragung oder effektive Verwendung von GPE-Finanzmitteln zu schaffen. Bis März 2017 wurden 156 Anträge von afrikanischen Bildungsministerien und zivilgesellschaftlichen Organisationen gefördert, deren Maßnahmen sich auf insgesamt 40 afrikanische Länder beziehen.

Schulklasse in Afrika © GIZ

Ein gutes Beispiel für die Hebelwirkung des Projekts zeigt der Einsatz im Südsudan. 2013 drohte dort die geplante fristgerechte Beantragung von GPE-Finanzmitteln zu scheitern. Der Einsatz eines von der BACKUP Bildung finanzierten Gutachters ermöglichte es der südsudanesischen Regierung, die Antragsunterlagen fristgerecht und gemäß den Qualitätskriterien einzureichen. Mit den bewilligten Mittel in Höhe von 36,1 Millionen US-Dollar wird inzwischen das Bildungssystem im jüngsten Staat der Welt wieder aufgebaut. Davon profitieren unter anderem rund 3 Millionen Kinder und Jugendliche im schulfähigen Alter zwischen 6 und 17 Jahren.