CAADP: Förderung der beruflichen Bildung in der Landwirtschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der beruflichen Qualifizierung in der Landwirtschaft über NEPAD/CAADP
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union; Sitz: Südafrika
Politischer Träger: Kommission der Afrikanischen Union (AUK)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

1 - ATVET Trainee in Ghana

Ausgangssituation

Der afrikanische Landwirtschaftssektor beschäftigt fast zwei Drittel aller erwerbstätigen Afrikanerinnen und Afrikaner. Die Mehrheit der Arbeitskräfte sind Kleinbäuerinnen und -bauern ohne formale oder informelle Ausbildung. Für viele Familien in ländlichen Gebieten ist die Landwirtschaft die einzige Einkommensquelle. Der landwirtschaftliche Sektor trägt außerdem überdurchschnittlich zum Bruttoinlandsprodukt des Kontinents bei. Allerdings ist er in vielen Ländern unzureichend entwickelt, um zur Bekämpfung von Armut sowie zu wirtschaftlichem Wachstum beizutragen. Bauern und Bäuerinnen fehlen notwendige Fähigkeiten, Qualifizierungen und Zugänge zur Ausbildung, um landwirtschaftliche Produktion, Verarbeitung und Vermarktung zu professionalisieren und zu steigern.

Das Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) ist seit 2003 afrikaweit der Handlungsrahmen für landwirtschaftlichen Wandel. Als Initiative der Afrikanischen Union unterstützt CAADP die Mitgliedsländer bei der Steigerung von Investitionen und Produktivität im Landwirtschaftssektor. So werden agrarwirtschaftliche Wachstumsraten von über 6 Prozent angestrebt, um Ernährungssicherung und wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.

2 - ATVET Trainee in Kenia

Ziel

Nachhaltige landwirtschaftliche Qualifizierung und Berufsbildung sind in den CAADP-Strukturen und -Prozessen ausgewählter Länder verankert.

Vorgehensweise

Der technische Arm der Kommission der Afrikanischen Union (AUK), die NEPAD Planungs- und Koordinierungsagentur (NPCA), koordiniert die CAADP-Umsetzung. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die AUK und NPCA dabei, die Umsetzung des Landwirtschaftsprogramms der Afrikanischen Union (CAADP) auf Länderebene zu koordinieren.

Das Vorhaben arbeitet dazu in vier Modulen:

  1. Politikberatung
  2. Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel
  3. Landwirtschaftliche Berufs- und Weiterbildung
  4. Landwirtschaftliche Berufs- und Weiterbildung für Frauen

Das Vorhaben stärkt Berufs- und Weiterbildung in Afrika, um zu einem professionalisierten, produktiven Landwirtschaftssektor beizutragen. Es reduziert Afrikas Mangel an qualifizierten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. In zunächst 6 Partnerländern wurden einkommenssteigernde Wertschöpfungsketten ermittelt. Zusammen mit ausgewählten Bildungseinrichtungen wurden daraufhin arbeitsmarktrelevante Lehr- und Lernmittel erarbeitet. Die entstandenen Aus- und Weiterbildungsangebote richten sich vor allem an Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie junge Menschen in ländlichen Gebieten. Das Vorhaben schafft so Perspektiven für Afrikas junge, wachsende Bevölkerung.

Das Vorhaben wurde zunächst in Kenia, Malawi, Ghana, Benin, Burkina Faso und Togo erfolgreich umgesetzt. Die Zahl der Partnerländer wurde 2017 um 6 auf 12 erweitert: Tunesien, Sierra Leone, Ruanda, Uganda, Namibia und Südafrika.

 

3 - ATVET Trainees in Benin

Wirkungen

In 6 Partnerländern haben von 2012 bis 2016 mehr als 6.200 Trainees eine landwirtschaftliche Berufsausbildung erhalten. Angesichts der Vielfalt im afrikanischen Landwirtschaftssektor hat das Projekt Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, die sich an nationalen Qualifikationsbedarfen orientieren. Curricula wurden für folgende Wertschöpfungsketten entwickelt:

  • Kenia: Molkerei, Gartenbau, Aquakultur
  • Malawi: Mango, Ananas, Aquakultur
  • Ghana: Ananas, Zitrusfrüchte
  • Benin: Reis, Fleisch
  • Burkina Faso: Reis, Sesam, Cashew
  • Togo: Reis, Aquakultur

Insgesamt wurden 250 Trainingsmodule für 10 landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten erarbeitet. Die Module decken nicht nur verschiedene Kompetenzen ab, beispielsweise Reisverarbeitung, sondern beziehen sich auch auf Berufe wie Farmmanager oder -produzent.

Bis 2020 soll sich die Zahl der ausgebildeten Personen verdoppeln, einschließlich Lehrer, Tutoren, Farmer und junge Studenten.