Stärkung der kommunalen Handlungsfähigkeit für sichere Nachbarschaften

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Inklusive Gewaltprävention (VCP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südafrika
Politischer Träger: Ministerium für kooperative Regierungsführung mit Vorsitz im nationalen Lenkungsausschuss
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2018

Südafrika. Junge Menschen in Johannesburg © GIZ

Ausgangssituation

Die Mobilität und Lebensqualität der Menschen, sowie ihre Teilhabe am öffentlichen Leben und an der nachhaltigen Entwicklung des Landes, sind eng mit den Themen Sicherheit und Freiheit von Gewalt und Kriminalität verknüpft. In Südafrika ist die hohe Gewaltrate eines der größten Hindernisse für die Entwicklung des Landes. Obwohl sich die Situation in den letzten Jahren leicht gebessert hat, nimmt das Land in Gewaltstatistiken international noch immer einen Spitzenplatz ein. Extreme Ungleichheit, hohe Arbeitslosigkeit, unzureichender Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen sowie fehlende Zukunftsperspektiven, insbesondere für junge Menschen, begünstigen die Gewalt in der südafrikanischen Gesellschaft. Hinzu kommen die Folgen einer sozial und räumlich segregierten Stadtentwicklung während der Apartheid.

Ziel

Die Voraussetzungen für die Schaffung sicherer Gemeinden sowie für Gewalt- und Kriminalitätsprävention sind mit Unterstützung der Zentralregierung und der Provinzregierungen auf lokaler Ebene verbessert worden.

Vorgehensweise

Kommunen sind von Gewalt und Kriminalität direkt betroffen, doch vielfach verfügen sie nicht über die notwendigen Mittel und die institutionelle Leistungsfähigkeit, um wirkungsvoll zur Schaffung sicherer Gemeinden beizutragen. Deshalb unterstützt das Projekt die Stärkung der Handlungsfähigkeit der Lokalregierungen und anderer Akteure, insbesondere in den Provinzen Eastern Cape und Gauteng, mit Fokus auf den städtischen Ballungsräumen. Das Projekt ist in drei Handlungsfeldern tätig, die einander ergänzen:

  1. Schließen der Umsetzungslücke. Der integrierte Ansatz zur Schaffung sicherer Gemeinden soll in der Regierungspolitik sowie den staatlichen Strategien und Programmen verankert und deren wirkungsvolle lokale Umsetzung gewährleistet werden. Klarheit über Rollen, Funktionen und Mittelverwendung zwischen den drei Regierungsebenen zu erreichen, ist dabei entscheidend.
  2. Vernetztes Denken und Handeln. Das Projekt entwickelt und stärkt Plattformen, die dem Austausch, der Vernetzung und der Zusammenarbeit innerhalb der Regierung sowie zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren dienen. Die Zusammenarbeit zwischen Akteuern auf nationaler, Provinz- und lokaler Ebene sowie zwischen unterschiedlichen Sektoren wird im Sinne eines integrierten Ansatzes der Gewaltprävention gefördert.
  3. Aktive Jugend für sichere Gemeinden. Das Projekt stärkt jugendzentrierte Ansätze und fördert die Einbindung von jungen Menschen als aktive Partner in der Gewaltprävention. Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben Präventionsmaßnahmen, die die Resilienz junger Menschen stärken.

Wirkung

Vom Projekt unterstützte Netzwerke haben zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren geführt und zu mehr Kompetenz und Handlungsfähigkeit beigetragen. Zu diesen Netzwerken gehören beispielsweise eine Plattform für Peer-Learning und gemeinsame Lobbyarbeit von Städten zum Thema urbane Sicherheit sowie das Onlineportal SaferSpaces für Praktiker aus dem Gebiet der Gewaltprävention.

Unter Anleitung einer Gruppe gleichaltriger Trainer wurden 4.000 Jugendliche an 40 Schulen in der Nelson Mandela Bay Metro in die Lage versetzt, aktiv zur Gewaltprävention in ihrer Nachbarschaft beizutragen. Über andere Mobilisierungsmaßnahmen konnten – unterstützt durch soziale Medien – bis zu 20.000 junge Menschen in den Pilotprovinzen erreicht werden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten so die Möglichkeit, sich direkt mit der Lokal- und der Provinzregierung über ihre Perspektiven in Bezug auf Sicherheit und Gewaltprävention auszutauschen.

Außerdem wurde die Verankerung von Gewaltprävention in staatliche Programme und Prozesse unterstützt, beispielsweise in das öffentliche Arbeitsbeschaffungsprogramm sowie in die integrierte Entwicklungsplanung von Kommunen.

Im Rahmen der Politikberatung wurden die Themen Gewaltprävention und urbane Sicherheit in die nationale Stadtentwicklungspolitik integriert; die Umsetzung entsprechender Pilotmaßnahmen gemeinsam mit Partnern wurde unterstützt.

Südafrika. Spielende Kinder vor einem Hochhaus. © GIZ

Das Projekt hat es südafrikanischen Fachleuten und Entscheidungsträgern ermöglicht, sich mit Experten aus anderen Ländern, hauptsächlich aus Europa, Afrika und Lateinamerika, zu vernetzen und auszutauschen. Dadurch wurden der Süd-Süd- und der Nord-Süd-Dialog gefördert.