Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Ministère de l'Environnement, de l'Ecologie, de la Mer et des Forêts (MEEMF)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020

Madagaskar. Ein Coquerel-Sifaka (Propithecus coquereli) in einem Schutzgebiet. © GIZ

Ausgangssituation

Der Nahrungsmittel- und Energieholzbedarf der meist unter der Armutsschwelle lebenden Bevölkerung Madagaskars führt zu fortschreitender Entwaldung und Landdegradierung sowie zum Verlust der Biodiversität. Die institutionellen Rahmenbedingungen sowie Know-how und Ressourcen für Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sind unzureichend.

Ziel

Schutz und nachhaltige, klimaresiliente Nutzung natürlicher Ressourcen in und um Schutzgebiete sind verbessert.

Madagaskar. Flamingos im Schutzgebiet Tsinjoriake im Südwesten der Insel. © GIZ

Vorgehensweise

Das Umweltvorhaben trägt dazu bei, Schutz und nachhaltige, klimaresiliente Nutzung natürlicher Ressourcen in und um Schutzgebiete zu verbessern. Es arbeitet in den Regionen Diana, Boeny, Atsimo-Andrefana und Analamanga in fünf Handlungsfeldern.

  1. Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen 
    Die Bevölkerung wird dabei unterstützt, über Wertschöpfungsketten, zum Beispiel Honig, Ökotourismus und andere, dauerhaftes Einkommen aus den natürlichen Ressourcen zu generieren sowie Schutzgebiete und Wälder nachhaltig zu bewirtschaften.
  2. Professionalisierung und Verbreitung der Wertschöpfungskette Biomasseenergie 
    Kleinstunternehmen und Kooperativen werden dabei unterstützt, „grüne“ Holzkohle, das heißt Holzkohle aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung und aus Meilern mit deutlich erhöhtem Wirkungsgrad, sowie verbesserte Herde herzustellen und zu vermarkten.
  3. Stärkung des gesetzlichen, planerischen und institutionellen Rahmens für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen 
    Die Aktualisierung bestehender und die Entwicklung neuer Politiken und Instrumente im Sektor werden ebenso unterstützt wie die Erstellung kommunaler und regionaler Landnutzungspläne.
  4. Verbesserungen der ökologischen und sozialen Voraussetzungen im Kleinstbergbau 
    Die Bedingungen im Kleinstbergbau werden so verbessert, dass mittelfristig Fairtrade-Standards eingehalten werden können. Diskussionsplattformen für eine verbesserte Governance im Kleinstbergbausektor werden aufgebaut und unterstützt, mit Betonung auf Teilhabe von Frauen. Die Maßnahmen werden von der australischen Kooperation (DFAT) kofinanziert.
  5. Stärkung der Leistungsfähigkeit bedeutender Akteure bei der Anpassung an den Klimawandel 
    Erarbeitung von Strategien, Mainstreaming von Klimawandelanpassung und Stärkung der Koordinierungsinstanzen stehen im Mittelpunkt der Beratung. Informationsangebote für die breite Bevölkerung, Curriculaentwicklung sowie Aus- und Fortbildung sind weitere zentrale Aufgaben. Die Aktivitäten werden von der Europäischen Union kofinanziert.
Madagaskar. Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern durch eine lokale Nutzergruppe. © GIZ

Wirkungen

Der aus den 5 Wertschöpfungsketten – Tourismus, Honig, grüne Holzkohle, verbesserte Kochöfen und Bauholz – erzielte Anteil am Einkommen von 5.900 Haushalten wurde innerhalb von 2 Jahren von unter 30 auf 38 Prozent gesteigert.

217.000 Menschen haben Zugang zu modernen Kochherden, die mit Holz oder Holzkohle befeuert werden.

62 formal etablierte dörfliche Nutzergruppen mit einer Fläche von 148.000 Hektar sowie 7 Nichtregierungsorgansationen, die Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 417.000 Hektar managen, sichern Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen.

Das Raumordnungsgesetz, die Forstpolitik, die Umweltpolitik für nachhaltige Entwicklung sowie die nationale Strategie zur Wiederherstellung von Waldlandschaften wurden verabschiedet.

Die Regionen Boeny und Diana sowie 37 ländliche Kommunen, die über großes ökologisches Potenzial verfügen, erstellen und verabschieden gemeinsam langfristige Landnutzungspläne.

Die zahlreichen, unterschiedlichen Interessengruppen im Kleinstbergbau von Edelsteinen erproben eine Annäherung durch Dialoge, darunter ein nationaler und drei regionale Dialoge, um eine gemeinsame Vision für ihren Sektor zu entwickeln.