Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Ministère de l'Environnement et du Développement Durable (MEDD)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Artenvielfalt - Région Boeny

Ausgangssituation

Madagaskar ist aufgrund seiner einzigartigen biologischen Vielfalt weltweit bekannt. Von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde das Land als fragil eingestuft: Starkes Bevölkerungswachstum, unangepasste Anbaumethoden und hoher Energieholzbedarf der meist unter der Armutsschwelle lebenden Bevölkerung führen zu fortschreitender Entwaldung, Bodenerosion und dem Verlust der biologischen Vielfalt. Verstärkt wird dies durch den illegalen Export von Werthölzern, Edelsteinen und Tieren. Die institutionellen Rahmenbedingungen, technisches Know-how und Leistungsfähigkeit der Staatsdienste und Nutzer*innen sind unzureichend, um die natürlichen Ressourcen zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften.

Ziel

Der Schutz und die nachhaltige, klimaresiliente Nutzung natürlicher Ressourcen in und um Schutzgebiete sind verbessert.

Ökotourismus Région Antsimo Andrefana - Copie

Vorgehensweise

Das Umweltvorhaben trägt dazu bei, die Nutzung der natürlicheren Ressourcen in und um Schutzgebiete nachhaltig und klimaresilient zu gestalten. Es arbeitet in den Regionen DIANA, Boeny, Atsimo-Andrefana und Analamanga.
Die Bevölkerung lernt durch die Wertschöpfung natürlicher Ressourcen, Schutzgebiete und Wälder nachhaltig zu bewirtschaften und ein dauerhaftes Einkommen zu erzielen, zum Beispiel durch Honig, Ökotourismus, Bauholz oder „grüne“ Holzkohle.

Das Vorhaben unterstützt Kleinstunternehmen und Kooperativen dabei, „grüne“ Holzkohle, das heißt Holzkohle aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung und mit effizienteren Köhlertechniken, herzustellen und zu vermarkten. Energiefreundliche Kochherde für Haushalte ergänzen das Engagement. 

Die Aktualisierung bestehender und die Entwicklung neuer Politiken und Gesetzestexte im Sektor werden ebenso unterstützt wie die Erarbeitung kommunaler und regionaler Landnutzungspläne. 

Die Bewirtschaftung von Kleinstminen wird verbessert, um mittelfristig Fairtrade-Standards einhalten zu können. Dialogforen mit Bergleuten, Fachdiensten, Privatsektor und Zivilgesellschaft tragen zu einer verantwortungsbewussten Regierungsführung im Kleinstbergbau bei. Aufgelassene Bergbaugebiete werden rehabilitiert. Die Maßnahmen werden von der australischen Regierung (DFAT) kofinanziert. 

Die Fähigkeit zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels des sehr gefährdeten Landes wird durch nationale Aktionspläne, die systematische Berücksichtigung in wichtigen Politikbereichen und Öffentlichkeitsarbeit gestärkt. Beispielhaft werden Anpassungsprojekte auf Gemeindeebene umgesetzt. Diese Arbeiten werden von der Europäischen Union kofinanziert.

Land- und forstwirtschaftliche Wertschöpfungsketten verbessern die Einkommen der Haushalte in der Region DIANA/Ambilobe. Um die natürlichen Produktionsgrundlagen langfristig sicherzustellen, werden Waldflächen wiederhergestellt. Diese Aktivitäten werden ebenfalls von der EU kofinanziert.

Mangrovenseide Region DIANA cc

Wirkungen

  • 980.000 Hektar Wald und Schutzgebiete sind durch Nutzungsrechte geschützt und die lokale Bevölkerung setzt sich für ihren Erhalt ein. 
  • 6.430 Haushalte, darunter etwa 35 Prozent Frauen, konnten ihr Einkommen durch Aktivitäten der geförderten Wertschöpfungsketten wie Honig, Raffia, Bauholz, „grüne“ Holzkohle oder Öko-Tourismus um durchschnittlich 77 Prozent verbessern.
  • Madagaskar verfügt heute über bessere rechtliche und institutionelle Instrumente für eine nachhaltige Entwicklung des Landes. Auf Regierungsebene liegen eine Forst- und eine Umweltpolitik sowie Strategien zur Wiederherstellung von Forstlandschaften und Holzenergieversorgung vor. 87 Gemeinden und drei Regionen verfügen über Landnutzungspläne.  
  • Im Kleinstbergbau wurden 135 Bergleute in Edelsteinkunde darin ausgebildet, die Qualität ihrer Fundstücke besser schätzen zu können und ihre Verkaufsposition zu stärken. 30 Frauen verarbeiten und verkaufen Modeschmuck aus geringerwertigen Steinen und konnten damit ihr Einkommen verbessern. 

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