Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Abteilung für Wissenschaft und Technologie des brasilianischen Außenministeriums (Ministério das Relações Exteriores (MRE) / Divisão de Ciência e Tecnologia, DCTEC)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Brasilien. Matchmaking –Teilnehmer tauschen sich aus. © GIZ

Ausgangssituation

Brasilien hat als einer der bevölkerungsreichsten Staaten und als siebtgrößte Volkswirtschaft im globalen Innovationsindex 2015 nur Rang 70 von 142 erreicht, trotz exzellenter Forschungseinrichtungen und Universitäten. Gründe dafür sind unter anderem die geringe internationale Vernetzung und wenig Wissenstransfer in die Praxis.

Die Förderung von Forschung, deren Praxisrelevanz durch die Zusammenarbeit mit Partnern aus Politik und Privatwirtschaft gewährleistet wird, bietet ein hohes Innovationspotenzial. Durch die Zusammenarbeit können die selbst gesetzten Klimaschutzziele Brasiliens schneller erreicht werden: beispielsweise die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasemissionen durch den Schutz der Artenvielfalt und der Tropenwälder sowie die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger und Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz.

Ziel

Die Voraussetzungen für die Anwendung von Ergebnissen bilateraler Forschungskooperationen sind verbessert: sowohl für den Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen als auch im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Vorgehensweise

Partner des Vorhabens „Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften“ (NoPa) ist die Abteilung für Wissenschaft und Technologie des brasilianischen Außenministeriums. Die brasilianische Forschungsförderungseinrichtung CAPES, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die GIZ, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), setzen die Projekte um.

  • Nachfrageorientierte Ausschreibung der Forschungsmittel. Das Vorhaben schreibt Forschungsprojekte aus und orientiert sich dabei an der Nachfrage aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft.
  • Neue Partnerschaften zwischen Forschern und zukünftigen Nutzern von Forschungsergebnissen. Matchmaking-Veranstaltungen im Vorfeld der Ausschreibungen fördern den Austausch zwischen Hochschulen, Forschungsinstituten und Vertretern aus Politik, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft.
  • Durchführung deutsch-brasilianischer Forschungsprojekte sowie Begleitung bis zur Integration der Ergebnisse in die Praxis. Stipendien ermöglichen die Entwicklung bilateraler Forschungsprojekte und die Mobilität von Lehrkräften, Forschern, Doktoranden und Studierenden. Sie fördern die Anwendung der Forschungsergebnisse.

NoPa baut auf dem Ansatz zur gezielten Förderung anwendungs- und nachfrageorientierter Forschungskooperationen auf. Grundlage sind neue Ausschreibungen für binationale Forschungsprojekte in den zwei Bereichen der Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung durch CAPES und DAAD, die wissenschaftliche und fachliche Beratung dieser Forschungsprojekte sowie ihr Monitoring. Der Forschung erschließen sich neue Anwendungsfelder mit hoher Relevanz; innovative Technologien und Konzepte werden in die Programme der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung (Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz) eingespeist.

Wirkungen

Zwischen 2010 und 2015 wurden im Rahmen des NoPa-Programms 15 ergebnis- und praxisbezogene Forschungsprojekte durchgeführt: drei im Bereich Schutz und nachhaltige Nutzung der Tropenwälder und zwölf im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Dabei haben beispielsweise die Partner der Universität Stuttgart und der Bundesuniversität Rio de Janeiro eine Planungsmethode für die Integration von solarthermischer Energie (Concentrating Solar Power – CSP) in den Energiemix Brasiliens entwickelt und praxisrelevante Empfehlungen für Politik und Industrie erarbeitet. Das brasilianische Institut für Energieforschung, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die Stromregulierungsbehörde ANEEL und der Energieversorger CHESF wenden die CSP-Tools in der Praxis an und entwickeln sie weiter.

Im Rahmen eines von der Universität Duisburg-Essen, der Bundesuniversität Santa Catarina und der Bundesuniversität São Paulo durchgeführten Forschungsprojekts wurde die Möglichkeit der Integration von Solarenergie in Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Zuckerrohrbagasse untersucht. Dadurch könnte die Zucker- und Alkoholindustrie die Energieerzeugung über die Erntezeit des Zuckerrohrs hinaus auf das gesamte Jahr ausweiten. Die Unternehmen TGM Turbinas und Valmont und der gemeinnützige Verein der Kohleindustrie von Santa Catarina errichten derzeit eine Pilotanlage.

Brasilien. NoPa bringt in den Bereichen Tropenwald und Energie Wissenschaft, Technische Zusammenarbeit und Wirtschaft zusammen. © GIZ

Im Rahmen eines von der Universität Duisburg-Essen, der Bundesuniversität Santa Catarina und der Bundesuniversität São Paulo durchgeführten Forschungsprojekts wurde die Möglichkeit der Integration von Solarenergie in Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Zuckerrohrbagasse untersucht. Dadurch könnte die Zucker- und Alkoholindustrie die Energieerzeugung über die Erntezeit des Zuckerrohrs hinaus auf das gesamte Jahr ausweiten. Die Unternehmen TGM Turbinas und Valmont und der gemeinnützige Verein der Kohleindustrie von Santa Catarina errichten derzeit eine Pilotanlage.