Umweltgovernance und Biodiversität

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umweltgovernance und Biodiversität
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Algerien
Politischer Träger: Ministère de l’Environnement et des Energies Renouvelables (MEER)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

Ausgangssituation

Algerien ist reich an natürlichen und biologischen Ressourcen. Die Entwicklung urbaner Zentren, zunehmende Industrialisierung, klimatische Veränderungen sowie das Fehlen geeigneter Mechanismen der Umweltgovernance bedrohen jedoch die Umwelt, die Ökosysteme und die biologische Vielfalt. Mechanismen der Umweltgovernance sind alle Regulierungen, die den Umweltbereich betreffen – wie beispielsweise politische Verordnungen oder Finanzierungsmechanismen.

Ziel

Instrumente und Ansätze der Umweltgovernance, die dem Schutz der Umwelt und der Sicherung der biologischen Vielfalt dienen, sind eingeführt.

Vorgehensweise

Um Prinzipien der Umweltgovernance einzuführen, arbeitet das Projektteam mit den politischen Verantwortlichen verschiedener Ministerien, aus Institutionen und der Privatwirtschaft zusammen und bringt sie an einen Tisch. Das Projekt fördert den Dialog zwischen allen Verantwortlichen und bildet die Mitarbeitenden zum Thema Umweltgovernance und Biodiversität fort. Mitarbeitende von Institutionen in der Hauptstadt, in der Region Wilaya und den dortigen Kommunen unterstützt es, administrative Abläufe effizienter zu gestalten. In seine Arbeit bezieht das Projektteam Gemeindemitglieder und zivilgesellschaftliche Organisationen mit ein. Die in der Region Wilaya erarbeiteten Ansätze können dann in anderen Regionen Algeriens repliziert werden.

Wirkungen

Um fundierte Informationen zur Biodiversität zur Verfügung zu erhalten, hat das Projektteam gemeinsam mit lokalen Partnern ein Geographisches Informationssystem des EL Kala Nationalparks erstellt. Um den Nationalparkt bekannter und sichtbarer zu machen, hat das Projekt einen Ideenwettbewerb zur Entwicklung eines einheitlichen Designs für den Park veranstaltet. Dabei sind sechs Logos zur Auswahl entstanden. 600 Schülern aus Wilaya El Tarf, in der Nähe des Nationalparks, haben an einem Wettbewerb um die besten Plakate zur Biodiversität des Nationalparks teilgenommen. Dadurch hat sich das Bewusstsein in der Bevölkerung um den Wert des Parks deutlich erhöht.

Auch Imame engagieren sich zum Thema Biodiversität: Zwölf Imame aus Wilaya El Tarf haben sich an einem Wettbewerb um die beste Predigt zu Aspekten der Biodiversität beteiligt.

Eine interministerielle Kommission ist dabei, einen einheitlichen taxonomischen Referenzrahmen zu entwickeln. Dieser beschreibt ein einheitliches Verfahren, mit dem die Situation der Biodiversität und der Umwelt nach bestimmten Kriterien klassifiziert wird.

Damit die Menschen in Algerien die Ressourcen der Biodiversität nachhaltig nutzen können, hat das Projektteam vier Ökosysteme, die 20 Ökosystemleistungen bereitstellen, identifiziert. 14 dieser Ökosystemleistungen hat das Projekt ökonomisch bewertet. Darauf aufbauend hat es vier Produktlinien - Öle von pistacia lentiscus (Mastixpistazie); Öl und Essig von opuntia indica (Kaktusfeige) organisiert.