Beschäftigung für nachhaltige Entwicklung in Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigung für nachhaltige Entwicklung in Afrika (E4D/SOGA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
E4D: Quoniam Asset Management GmbH; Korean International Cooperation Agency (KOICA); Europäische Union (EU) E4D/SOGA: Department for International Development (DfID); Norwegian Agency for Development Cooperation (Norad); Shell; Rio Tinto; Tullow Oil; Quoniam Asset Management GmbH
Länder: Ghana, Kamerun, Kenia, Mosambik, Südafrika, Tansania, Uganda
Partner: Fruittiland, Gold Fields Ghana, Olam Ghana, Asanko Gold, Samsung Electronics, Kevian Kenya, Sidai Africa, Base Titanium, Shell, Kenya Federation of Master Builders (KFMB), Tullow Kenya B.V., Kenya Association of Manufacturers (KAM), Housing Finance Foundation (HFF), Kenya Commercial Bank Foundation (KCBF), Ascending, Associacao Progresso, Rio Tinto, Vodacom, Manstrat Agricultural Intelligence Solutions, Botanica Natural Products, Johannesburg Chamber of Commerce and Industry (JCCI), Olam Tanzania, Divine Masters Ltd, E360, Barclays Bank of Uganda
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

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Ausgangssituation

In afrikanischen Ländern sind Unterbeschäftigung und Jugendarbeitslosigkeit häufige Ursachen für Flucht und Migration. Gleichzeitig gibt es dort Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial sowie internationale Investitionen, die für mehr Jobs und bessere Ausbildung genutzt werden können. Oft fehlt es vor Ort jedoch an qualifizierten Fachkräften und afrikanischen Firmen, die von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren können.

Internationale Investitionen und die wirtschaftliche Ausrichtung vieler afrikanischer Länder konzentrieren sich häufig auf den Rohstoffsektor. Rohstoffreichtum allein führt jedoch nicht automatisch zu einer Entwicklung, an der alle Menschen teilhaben. Branchen mit hohem Beschäftigungspotential in vor- und nachgelagerten Sektoren, wie zum Beispiel Transport, Logistik und Agrobusiness, werden nicht genügend mit den internationalen Investitionen verlinkt, um ein nachhaltiges, wirtschaftliches Wachstum in den Ländern zu fördern.

Ziel

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und öffentlichen Akteuren hat sich die Beschäftigungssituation in sieben afrikanischen Ländern quantitativ und qualitativ verbessert: Die Zahl der Beschäftigten ist um 40.000 Personen gestiegen. Das Einkommen von 100.000 Personen hat sich um durchschnittlich zehn Prozent erhöht. Mindestens 40.000 Personen profitieren von verbesserten Arbeitsbedingungen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben trägt dazu bei, die Afrikapolitik des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umzusetzen. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft fördert es in sieben afrikanischen Ländern die Beschäftigung, steigert Einkommen und verbessert Arbeitsbedingungen. Vor allem junge Menschen profitieren von Ausbildungsmaßnahmen und zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Beschäftigung für nachhaltige Entwicklung in Afrika (Employment for Sustainable Development, E4D)

E4D setzt in Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial an, beispielsweise in der Landwirtschaft, Bauwesen, Infrastruktur oder Textilwirtschaft. Im Fokus stehen Ausbildungen und Qualifizierungsstandards, die Absolventen übergreifend Zugang zu unterschiedlichen Wirtschaftssparten ermöglichen. 

Kapitalintensive Entwicklungsimpulse multinationaler Firmen in die Energieversorgung, Abbau von Rohstoffen und Weiterverarbeitung werden genutzt, um zu breitem wirtschaftlichem Wachstum beizutragen. Wenn afrikanische Märkte für Investoren und internationale Firmen attraktiver werden, können einheimische Fachkräfte - beispielswiese in der Bauwirtschaft als Handwerker und Schweißer - ausgebildet und eingesetzt werden. Außerdem können Arbeitsplätze geschaffen werden. Große Unternehmen treten als Investoren oder als Auftraggeber für Zulieferer auf. Die Einbeziehung von kleineren Produzenten in lokale und regionale Wertschöpfungsketten ist ein Hauptziel von E4D. Das Vorhaben unterstützt außerdem den Übergang zu einer umweltverträglichen, zukunftsweisenden „Green Economy“. 

E4D arbeitet mit Unternehmen und Verbänden in öffentlich-privaten Partnerschaften zusammen. Die Unternehmen stellen hierbei Informationen und Planungsdaten zum Bedarf der Industrie an Qualifikationen, Produkten oder Dienstleistungen bereit. Sie bieten betriebliche Ausbildungs- oder Praktikumsplätze an und beraten lokale Zulieferer.

E4D/SOGA – Employment and Skills for Eastern Africa

E4D/SOGA ist eine Initiative, die internationale Investitionen im Rohstoffsektor für die Beschäftigungsförderung nutzt. Sie ist Teil des E4D-Vorhabens und fördert in Kenia, Mosambik, Tansania und Uganda industrienahe Ausbildungsgänge in der Rohstoffwirtschaft sowie in benachbarten Sektoren. 

Eine Monostruktur der Wirtschaft kann zu einer wachsenden Abhängigkeit von Deviseneinnahmen aus den Rohstofferlösen ohne Beschäftigungseffekte für die Bevölkerung führen - und damit zu hoher Arbeits- und Perspektivlosigkeit. E4D/SOGA nutzt daher Investitionen in den Rohstoffabbau für eine Diversifizierung der Wirtschaft. So wird die Abhängigkeit von Mineralien und fossilen Energieträgern reduziert.

Zum Beispiel führt E4D/SOGA in Kenia mit der Technical University of Mombasa und der Technical University Kenia kompetenzbasierte modulare Kurse für fünf Berufssparten ein, unter anderem für Elektriker und Schweißer. Gemeinsam mit Unternehmen und Wirtschaftsverbänden werden Berufspraktika für Absolventen und Beschäftigte ohne Ausbildung angeboten. 

In Uganda verhilft E4D/SOGA in Partnerschaft mit der Barclays Bank Uganda und der Uganda Manufacturers Association ausgebildeten Jugendlichen zu passenden Praktika. 

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Wirkung

Seit Projektbeginn im Jahr 2015 wurden bereits rund 9.500 Menschen in Beschäftigung gebracht, das Einkommen von rund 37.000 Beschäftigten um mindestens zehn Prozent gesteigert und die Arbeitsbedingungen von etwa 12.000 Menschen verbessert (Stand: Juli 2018).

Kenia: In Berufsbildungsmaßnahmen zusammen mit dem CAP Youth Empowerment Institute in Kenia wurden Ausbildungsprogramme speziell auf ärmere Menschen ausgerichtet, denen sonst der Zugang zu weiterführender Bildung erschwert ist. Mithilfe von technischen Kurzkursen konnten bereits über 600 Personen angestellt werden. Diese berufsbildenden Kurse vermitteln sowohl fachliches, praktisches Wissen als auch Theorie und Soft Skills. Dazu gehören Kommunikationsfähigkeit, Hilfe bei Vorstellungsgesprächen oder HIV/AIDS-Bewusstsein. Zudem haben fast 800 Menschen ihr Einkommen im Schnitt verdoppelt.

Uganda: 30 lokale Dienstleister der Öl- und Gasindustrie haben durch Trainings und Coachings ihre Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltstandards verbessert. Dies hat die Unternehmen auf internationale Ausschreibungsverfahren vorbereitet und rund 460 Menschen in Jobs gebracht (davon 30 Prozent Frauen). Zudem haben sich die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen von über 5.000 Beschäftigten deutlich verbessert.