Beschäftigung für nachhaltige Entwicklung in Afrika (E4D/SOGA)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigung für nachhaltige Entwicklung in Afrika (E4D/SOGA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
E4D: Quoniam Asset Management GmbH, Frankfurt; Korean International Cooperation Agency (KOICA), Europäische Union (EU); E4D/SOGA: Department for International Development (DfID), Norwegian Agency for Development Cooperation (Norad), Shell
Länder: E4D: Ghana, Kamerun, Kenia, Mosambik, Südafrika, Tansania, Uganda; E4D/SOGA: Kenia, Mosambik, Tansania, UgandaGhana, Kamerun, Kenia, Mosambik, Südafrika, Tansania, Uganda
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

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Ausgangssituation

Das Regionalvorhaben trägt dazu bei, die Afrikapolitik des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umzusetzen. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft fördert es in sieben afrikanischen Ländern die Beschäftigung, steigert Einkommen und verbessert Arbeitsbedingungen. Als Teil der BMZ-Ausbildungsinitiative für Afrika profitieren vor allem junge Menschen von Ausbildungsmaßnahmen und zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten. Unterbeschäftigung und Jugendarbeitslosigkeit als eine Ursache für Flucht und Migration sind zentrale Themen in der aktuellen Diskussion über die Bekämpfung von Fluchtursachen.

Ziel

Die Beschäftigungssituation in den sieben Zielländern ist in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und öffentlichen Akteuren quantitativ und qualitativ verbessert: Die Zahl der Beschäftigten ist um 38.570 Personen gestiegen. Das Einkommen von 100.000 Personen hat sich inflationsbereinigt um durchschnittlich 10 Prozent erhöht. Mindestens 32.000 Personen profitieren von verbesserten Arbeitsbedingungen.

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Vorgehensweise

Beschäftigung für nachhaltige Entwicklung in Afrika (Employment for Development, E4D)

E4D setzt bei großen Beschäftigungspotenzialen an, beispielsweise in Landwirtschaft, Bauwesen, Infrastruktur, und Textilwirtschaft. Es bildet vor allem in übertragbaren Jobprofilen und Qualifizierungsstandards aus, die in allen Wirtschaftssparten übergreifend genutzt werden können.

Kapitalintensive Entwicklungsimpulse werden genutzt, um zu breitem wirtschaftlichen Wachstum beizutragen, zum Beispiel aus Investitionen in natürliche Ressourcen, um lokale Zulieferindustrien aufzubauen und etwa junge Menschen in der Bauwirtschaft als Handwerker und Schweißer zu qualifizieren. Das Vorhaben unterstützt außerdem den Übergang zu einer umweltverträglichen, zukunftsweisenden Entwicklung einer Green Economy, etwa bei den erneuerbaren Energien. Dazu erarbeitet es beispielsweise Curricula zur Ausbildung von Solartechnikern.

E4D arbeitet mit der Wirtschaft in öffentlich-privaten Partnerschaften zusammen. Die Unternehmen tragen entscheidend dazu bei, die Beschäftigungsziele zu erreichen. Sie stellen Informationen und Planungsdaten zum Bedarf der Industrie an Qualifikationen, Produkten oder Dienstleistungen in ihren Wertschöpfungsketten bereit. Sie bieten betriebliche Ausbildungs- oder Praktikumsplätze an, beraten lokale Zulieferer, liefern IKT-Lösungen und technisches Know-how oder bringen eigene Finanzmittel in Partnerschaften ein. Kooperationsrahmen für die Maßnahmen ist in einigen Fällen das bewährte Instrument der Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft – neue Kooperationsformen mit Unternehmen oder Verbänden werden erprobt.

E4D/SOGA – Employment and Skills for Eastern Africa

Die Initiative E4D/SOGA – Employment and Skills for Eastern Africa ist eine kofinanzierte Initiative, vor allem zur Beschäftigungsförderung im Umfeld von internationalen Investitionen in natürliche Ressourcen. Sie ist Teil des E4D-Vorhabens und fördert in Kenia, Mosambik, Tansania und Uganda unter anderem industrienahe Ausbildungsgänge in der Rohstoffwirtschaft und in benachbarten Sektoren.

Jüngste Beispiele in anderen Ländern Afrikas haben gezeigt, dass Rohstoffreichtum nicht automatisch zu breitenwirksamer Entwicklung führt, sondern sie eher behindern kann. Kommt es zu Monostruktur der Wirtschaft und wachsender Abhängigkeit von Deviseneinnahmen aus den Rohstofferlösen, ohne Beschäftigungseffekte für die Bevölkerung, führt dies zu hoher Arbeits- und Perspektivlosigkeit. E4D/SOGA hingegen eröffnet Perspektiven, indem Investitionen in den Abbau natürlicher Ressourcen als Impulsgeber für eine Diversifizierung der Wirtschaft genutzt und dadurch die Abhängigkeit von Mineralien und fossilen Energieträgern reduziert wird.
E4D/SOGA gestaltet berufliche Qualifizierungsmaßnahmen so, dass vor allem Frauen von den Beschäftigungspotenzialen profitieren und Hemmnisse bei der beruflichen Integration von Mädchen und Frauen abgebaut werden.

In Kenia führt E4D/SOGA mit der Technical University of Mombasa und der Technical University Kenia kompetenzbasierte modulare Kurse für 5 Berufssparten ein, unter anderem für Elektriker und Schweißer. Gemeinsam mit Unternehmen und Wirtschaftsverbänden werden Berufspraktika für Absolventen berufsbildender Institutionen und für niedrigqualifizierte Beschäftigte angeboten. Ihre Beschäftigungsfähigkeit für lokale Unternehmen wird so signifikant erhöht.

In Uganda werden in Kooperation mit einem Industriedachverband 60 Manager von 30 ugandischen Unternehmen in internationalen Sicherheitsstandards trainiert. Ugandische Unternehmen sollen sich zukünftig auf Ausschreibungen internationaler Unternehmen im Rohstoffsektor, im Bauwesen oder zur Herstellung von Schutzkleidung bewerben können. Durch internationale Aufträge können diese Firmen ihren Gewinn steigern, sich vergrößern und weitere Arbeitsplätze schaffen.

In Kooperation mit der internationalen Organisation Aga Khan Foundation werden im ländlichen Süden Tansanias 5.000 Kleinbauern dabei unterstützt, ihre Produktivität und somit ihr Einkommen zu steigern. Im Fokus stehen landwirtschaftliche Produkte, die von lokalen sowie internationalen Unternehmen direkt nachgefragt und lokal zugeliefert werden sollen.

Wirkungen

Die Wirkungen der Partnerschaften werden erst am Ende der Maßnahmen in vollem Umfang eintreten. Bis Januar 2017 konnten knapp 2.000 Menschen in Beschäftigung gebracht werden, das Einkommen von knapp 2.000 Beschäftigten konnte gesteigert und die Arbeitsbedingungen von 3.400 Menschen verbessert werden.

Qualifizierte Aus- und Weiterbildung in übertragbaren Jobprofilen © GIZ

Ghana. Frauen werden für technische Berufe im wachsenden Markt für kleinere Solaranwendungen und Motorräder qualifiziert sowie beim Aufbau von Start-ups unterstützt. Beschäftigungspotenziale gibt es im Vertrieb, bei Dienstleistungen sowie in der technischen Wartung und Reparatur. Partner sind Japan Motors, NorthLite Solar, Deng, Mole Projects & Machinery und Quoniam Asset Management. Insgesamt sollen mindestens 380 Frauen Beschäftigung finden.

Kenia. In Kooperation mit der kenianischen Strathmore Universität wurden die Curricula für Techniker für erneuerbare Energien weiterentwickelt. 452 Solartechniker, Energieeffizienzmanager und Hilfskräfte wurden in Beschäftigung gebracht.