Beschäftigungsförderung in Afrika durch öffentlich-private Kooperationen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung für Beschäftigung in Afrika (E4D)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanziert von: Europäische Union, Norwegian Agency for Development Cooperation (Norad), Foreign Commonwealth and Development Office (FCDO), Korean International Cooperation Agency (KOICA) sowie die Unternehmen Quoniam Asset Management, Rio Tinto, Royal Dutch Shell, Sasol und Tullow Oil plc
Partner: Asanko Gold Inc.; Fruittiland Ltd.; Golden Star Resources; Japan Motors Group; Northlite Solar; Olam Ghana Limited; Samsung Electronics West Africa Ltd.; Acacia EPZ Ltd.; Base Titanium; Equity Bank (in Kooperation mit Miramar Foundation); Housing Finance Foundation; Kenya Association of Manufacturers; Kenya Federation of Master Builders; Ascending; Botanica; Creative Contracts; Imperial Health Sciences / Unjani Clinics NPC; Johannesburg Chamber of Commerce (JCCI); Mondi Ltd; Standard Bank Group; Vodacom Pty Ltd.; Jumeme Rural Power Supply Ltd.; Association of Uganda Gas and Oil Service Providers (AUGOS); Absa Group Limited; Stanbic Bank; UGACOF Limited; Ugandan Manufacturers Association; Total East Africa Midstream B.V., Shell E&P Tanzania Ltd. (Auswahl)
Politischer Träger: Ghana, Mosambik und Südafrika: Ministerium für Handel und Industrie (Ministry of Trade and Industry/Department of Trade and Industry) in Südafrika; Kenia: Ministerium für Industrialisierung, Handel und Unternehmensentwicklung (Ministry of Industrialization, Trade and Enterprise Development); Uganda: Ministerium für Energie und Rohstofferschließung (Ministry of Energy and Mineral Development); Tansania: Amt des Premierministers –  Arbeit, Jugend, Beschäftigung und Menschen mit Behinderungen (Prime Minister‘s Office – Labour, Youth, Employment and Persons with Disability).
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2023

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Ausgangssituation

Afrikas Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird voraussichtlich von 705 Millionen im Jahr 2018 auf fast 1 Milliarde im Jahr 2030 wachsen, was den Druck auf Regierungen und die Privatwirtschaft erhöht, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen. Das Wirtschaftswachstum, der Reichtum an natürlichen Ressourcen und eine wachsende junge Bevölkerung bieten große Potenziale für nachhaltige Entwicklung auf dem Kontinent. Die Privatwirtschaft ist ein Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und somit zentraler Akteur für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen.  

Die sechs Partnerländer unterscheiden sich politisch und wirtschaftlich, stehen aber vor ähnlichen beschäftigungspolitischen Herausforderungen. In Südafrika stellen die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit und das Fehlen von Arbeitsplätzen zentrale Entwicklungshemmnisse dar. Und trotz niedriger offizieller Arbeitslosenquoten in anderen Partnerländern sind Unterbeschäftigung und prekäre Arbeitsbedingungen weitverbreitet. Viele Menschen arbeiten ohne feste Arbeitsverträge, beziehen keinen festen Lohn und sind am Arbeitsplatz häufig gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.  Durch (internationale) Großinvestitionen ist ein Bedarf an Arbeitskräften vor Ort entstanden. Oft fehlt es jedoch an qualifizierten lokalen Fachkräften und (Zuliefer-)Unternehmen. Bevölkerung und Unternehmen können die Beschäftigungs- und Entwicklungsmöglichkeiten somit nicht in vollem Umfang nutzen.

Ziel

Die Beschäftigungs- und die wirtschaftliche Situation von Arbeitssuchenden, Angestellten und Unternehmen hat sich im Rahmen öffentlich-privater Kooperationen verbessert.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben verfolgt einen integrierten Ansatz zur Beschäftigungsförderung, wobei ein Schwerpunkt auf einem erweiterten Bildungsangebot zur Vermittlung gefragter fachlicher Qualifikationen liegt. Ziel ist auch, die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen zu erhöhen, damit sie der wachsenden Nachfrage nach Zulieferern und Leistungen gerecht werden können. Und das Vorhaben macht es sich zur Aufgabe, junge Menschen in eine Beschäftigung zu vermitteln. 

Auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung und der Berufsvorbereitung und -vermittlung werden Partnerschaften mit dem öffentlichen und privaten Sektor in die Wege geleitet. Dabei setzt das Vorhaben in Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial an, die je nach Partnerland variieren.  

Gemeinsam mit Unternehmen werden Bildungsangebote für eine Vielzahl von Qualifikationen entwickelt und Orientierungshilfen für die berufliche Vorbereitung und Vermittlung (etwa die Vermittlung von Praktika für Berufsschüler*innen) gegeben. Lokale Unternehmen werden über Trainings in Bereichen wie Ausschreibungsmanagement, Personalmanagement, Finanzmanagement oder Umwelt- und Gesundheitsstandards fachlich gestärkt. Und es werden Schritte unternommen, um Unternehmen miteinander zu vernetzen. Dadurch werden lokale Unternehmen nicht nur als Produzenten und Zulieferer einbezogen, sondern auch besser am Markt positioniert. 

Die Kooperation auf regionaler Ebene wird durch das Vorhaben erfolgreich gefördert, und weitere Partner des öffentlichen und privaten Sektors werden zur langfristigen Umsetzung eingebunden. Die Nachhaltigkeit der Maßnahmen wird gestärkt, indem die Kooperation mit der Privatwirtschaft gezielt in öffentlichen Strukturen der Partnerländer verankert wird, zum Beispiel durch regelmäßige öffentlich-private Dialogforen.

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Wirkung

  • Insgesamt haben 32.326 Menschen (35 Prozent Frauen und 47 Prozent Jugendliche) eine Beschäftigung gefunden. Bei mehr als 70.000 Menschen (45 Prozent Frauen und 37 Prozent Jugendliche) hat sich das Einkommen um mindestens zehn Prozent erhöht.  

  • Seit 2015 hat das Vorhaben 68 Kooperationsmaßnahmen mit internationalen und afrikanischen Partnerunternehmen durchgeführt und dabei mehr als 24 Millionen Euro als zusätzliche Beiträge der Privatwirtschaft mobilisiert.  

  • Etwa 63 Prozent der Maßnahmen haben die arme und marginalisierte Bevölkerung erreicht. 

  • Durch Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz haben sich die Arbeitsbedingungen für mehr als 32.000 Menschen (davon 43 Prozent Frauen) verbessert. 

  • Mehr als 35.000 Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen sind mit unterschiedlichen Trainingsmaßnahmen unterstützt worden. 

  • In der beruflichen Bildung wurden 39 Aus- und Weiterbildungen neu entwickelt oder angepasst und in Kooperation mit öffentlichen oder privaten Bildungseinrichtungen durchgeführt.

Stand: Dezember 2020

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