Unterstützung der Energiepolitik Marokkos (PAPEM II)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Support for Morocco’s energy policy (PAPEM II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Marokko
Politischer Träger: Ministerium für Energie, Bergbau und nachhaltige Entwicklung (MEMDD)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2019

GIZ2019_PAPEMII_1

Ausgangssituation

Marokko hat sich im Bereich der erneuerbaren Energien ambitionierte Ziele gesetzt. Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung auf 52 Prozent der installierten Kapazität gesteigert werden. Dadurch würde Marokko seine Treibhausgasemissionen erheblich reduzieren und den angestrebten nationalen Klimabeitrag (NDC) einhalten.

Das Land hat weitreichende Programme zum Ausbau der Solar-, Wind- und Wasserkraft gestartet, die sowohl die öffentlichen Stromversorger als auch den Privatsektor mobilisieren. Um günstige Rahmenbedingungen für eine dynamische Entwicklung der erneuerbaren Energien zu schaffen, wurden verschiedene rechtliche und institutionelle Maßnahmen getroffen: Zu nennen sind etwa die Gesetze zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in die Mittel- und Niederspannungsnetze und die Gründung der nationalen Regulierungsbehörde für Elektrizität (ANRE).

Zur Umsetzung dieser Programme und Maßnahmen sind Capacity Building und fachliche Unterstützung erforderlich: Die Hauptakteure des marokkanischen Energiesektors müssen über die nötige Fachkompetenz und die richtigen Instrumente verfügen, damit sie die mit den erneuerbaren Energien verbundenen Herausforderungen und Chancen angehen bzw. nutzen können.

Im Rahmen von PAPEM II unterstützt die GIZ Marokko weiterhin bei den Bemühungen, seine nationalen energiepolitischen Ziele zu erreichen und den Strommarkt schrittweise zu liberalisieren.

Ziel

Die Kompetenzen und Voraussetzungen für die Planung, Regulierung und Nutzung erneuerbarer Energien gemäß der marokkanischen Energie- und Klimapolitik sind verbessert.

GIZ2019_PAPEMII_2

Vorgehensweise

Auf der Makroebene von PAPEM II besteht eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Energie, Bergbau und nachhaltige Entwicklung (MEMDD), mit der Regulierungsbehörde für Elektrizität (ANRE) und mit anderen wichtigen Akteuren, die für Planungs- und Regulierungsaufgaben zuständig sind.

Die Projektmitarbeiter leisten fachliche Beratung und führen verschiedene Capacity-Development-Maßnahmen durch (Bewusstseinsbildung, Weiterbildung, Diskussionsrunden, Benchmarking usw.).

Auf der Mesoebene erhalten private, kommunale und staatliche Energieversorger fachliche Beratung zur Netzeinspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und zur Umsetzung von geeigneten Maßnahmen für den Aufbau der benötigten Kompetenzen.

PAPEM II ist in die folgenden vier Handlungsfelder gegliedert:

Regulierung des Energiemarktes

  • Unterstützung beim Aufbau der neuen Energiemarkt-Regulierungsbehörde ANRE. Bewusstseinsbildung für Regulierungsfragen bei den Hauptakteuren des marokkanischen Energiesektors, Stärkung entsprechender Kompetenzen und Anlaufunterstützung für die Regulierungsbehörde.

Energieplanung

  • Unterstützung des MEMDD bei der Entwicklung eines sektorspezifischen IT-Systems und eines integrierten Energiemodellierungssystems zur Prognostizierung und Planung von Angebot und Nachfrage.

Netzeinspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien

  • Unterstützung des MEMDD bei der Formulierung von Änderungsentwürfen zu den Gesetzen über die erneuerbaren Energien (Gesetz 13-09) und über die Stromerzeugung für den Eigenbedarf. Außerdem wurde gemeinsam mit dem staatlichen Stromversorger ONEE ein Innovationsprogramm ins Leben gerufen. In dessen Rahmen sollen angesichts der Herausforderungen, die mit der Netzeinbindung von erneuerbaren Energien einhergehen, neue digitale Lösungen erkundet sowie Kooperationsmöglichkeiten mit Startups ausgelotet werden. 

Einführung von Elektromobilität

  • Aufbau einer Plattform zum Austausch über nachhaltige Mobilität. Die Plattform soll zur Weiterentwicklung der von der marokkanischen Regierung verabschiedeten Roadmap für nachhaltige Mobilität beitragen und deren praktische Umsetzung fördern.

Wirkungen

240 Vertreter von öffentlichen und privaten Akteuren des Energiesektors haben durch die mit ihnen durchgeführten Projektmaßnahmen ein größeres Bewusstsein und Verständnis für die Herausforderungen entwickelt, die mit der Öffnung des Energiemarktes einhergehen.

Das MEMDD wurde dabei unterstützt, eine marokkanische Energiebeobachtungsstelle einzurichten und ein zugehöriges Webportal aufzubauen, in dem zuverlässige, aktuelle Informationen zu den Entwicklungen im Energiesektor bereitgestellt werden.

Weiterhin wurde eine Reihe von Diskussionsrunden zu möglichen Änderungen am Gesetz 13-09 organisiert und gefördert. Das Ergebnis war die Formulierung konkreter Empfehlungen für einen Änderungsentwurf.
Mit der Hilfe aus dem Projekt hat das für Energieprognosen zuständige Team des MEMDD ein integriertes Energiemodellierungssystem entwickelt und die nötigen Kompetenzen erworben, um eigene langfristige Energieszenarien auszuarbeiten.

Außerdem wurde in Zusammenarbeit mit dem Universitätsnetzwerk zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz (REUNET) eine Gruppe von Wissenschaftlern für die Arbeit im Bereich der Energiemodellierung ausgebildet und geschult. Die Gruppe ist als universitäre Plattform gedacht, die Doktoranden Schulungen zum Thema Energiemodellierung anbietet.

Im Bereich Elektromobilität wurde das marokkanische Verkehrsministerium bei der Ausarbeitung der Roadmap für nachhaltige Mobilität unterstützt. In der Roadmap werden die Prioritäten und Vorteile im Hinblick auf den Umbau des Verkehrssektors benannt, der künftig einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten soll.

GIZ2019_PAPEMII_3

Andere Sprachversionen

Downloads

Weitere Informationen