Ländliche Entwicklung durch integriertes Wald- und Wasserressourcenmanagement in Südosteuropa

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländliche Entwicklung durch integriertes Wald- und Wasserressourcenmanagement in Südosteuropa
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südosteuropa
Politischer Träger: Regional Rural Development Standing Working Group (SWG) of South Eastern Europe
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Ausgangssituation

Die ländliche Bevölkerung in Südosteuropa ist von der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen Boden, Wald, Wasser und Biodiversität stark abhängig. Degradierung durch nicht nachhaltige Bewirtschaftung und Klimawandel gefährden die Grundlagen für Einkommen, Beschäftigung und die Entwicklung ländlicher Räume, mit Auswirkungen auf Entwicklungschancen und Migration. Konflikte zwischen der Nutzung und dem Schutz von Boden, Wald, Wasser und Biodiversität erfordern eine integrierte Herangehensweise und Abstimmungsprozesse zwischen den zuständigen Sektoren und Institutionen.

Die Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) ist erklärtes politisches Ziel aller Länder Südosteuropas. Sie müssen dazu ihre Strategien, Politiken und Gesetzgebungen mit denen der EU harmonisieren sowie Voraussetzungen für die Umsetzung schaffen. Das Management natürlicher Ressourcen ist ein grenzüberschreitendes Thema und der EU-Beitrittsprozess stellt den gemeinsamen Rahmen dazu. Neben der nationalen Herausforderung einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung stehen die Länder Südosteuropas vor der Aufgabe, auch grenzüberschreitend zu kooperieren und koordinieren.

Ziel

Die regionalen Kompetenzen, Ressourcen und die institutionelle Leistungsfähigkeit für das nachhaltige Management der Wald- und Wasserressourcen zur Entwicklung ländlicher Wirtschaftsräume sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben trägt dazu bei, die Fach- Methoden- und Umsetzungskompetenz für das Management von Wald- und Wasserressourcen und die Erschließung ihrer ökonomischen Potenziale für den ländlichen Raum zu verbessern. Es arbeitet dabei eng mit der Regionalorganisation Standing Working Group for Regional Rural Development in South Eastern Europe zusammen. Die SWG RRD ist in Südosteuropa das anerkannte und einzige politisch mandatierte Netzwerk zu den Themen Landwirtschaft und ländliche Entwicklung; sie trägt strukturell zu ländlicher Entwicklung, Agrarwirtschaftsförderung und nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen bei.

Das Vorhaben arbeitet in drei Handlungsfeldern:

  1. Verbesserung der Abstimmungsprozesse zwischen den Sektoren Ländliche Entwicklung / Landwirtschaft, Umwelt, Wald und Wasser
    Die SWG RRD bringt die mit ihren Mitgliedsinstitutionen, Arbeitsgruppen und Netzwerken erarbeiteten Positionen in den regionalen Dialog ein. Dazu gehören Abstimmungsprozesse zwischen den zuständigen Ministerien, Abteilungen und Behörden der südosteuropäischen Länder. Themen sind EU-Richtlinien und deren Umsetzung mit Blick auf die gemeinsamen Agrarpolitik der EU und den Schutz natürlicher Ressourcen. Ergebnisse und Lösungsansätze werden in die Mitgliedsinstitutionen zurückgetragen.
  2. Integration von Umweltzielen in die Politiken zur ländlichen Entwicklung und die Agrarpolitiken
    Ziel ist es, Beiträge für eine evidenzbasierte und EU-konforme Politikgestaltung zur Integration von Umweltzielen in die Agrar- und die ländliche Entwicklungspolitik zu entwickeln. Dazu werden Kompetenzen und Ressourcen der Netzwerke der SWG RRD arbeitsbegleitend verbessert, um anwendungsorientierte Politikempfehlungen zu erarbeiten. Ministerielle Fachkräfte aus unterschiedlichen Ressorts, Experten aus Wissenschaft und Praxis, der Privatsektor und Nichtregierungsorgansationen sind dabei beteiligt.
    Die regionale Zusammensetzung ermöglicht fruchtbaren Austausch und Lernen, zumal sich die Länder in unterschiedlichen Phasen des EU-Beitrittsprozesses befinden. Politikempfehlungen werden durch die SWG RRD und ihre Mitglieder an die politischen Entscheidungsträger vermittelt.
  3. Planung und Umsetzung von integriertem Wald- und Wassereinzugsgebietsmanagement in grenzübergreifenden Pilotregionen
    In den Pilotregionen werden Maßnahmen zum integrierten Management von Wald- und Wasserressourcen durchgeführt, die Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen in Einklang bringen. Beispiele sind Managementpläne für Wassereinzugsgebiete, Forst oder Weiden, die zum Natur- und Hochwasserschutz beitragen sowie Einkommen schaffen, beispielsweise entlang sogenannter „grüner“ Wertschöpfungsketten oder im ländlichen Tourismus. Dabei werden wirtschaftliche Aktivitäten von Frauen besonders berücksichtigt.
    Die Akteure aus Politik und Verwaltung, Privatwirtschaft sowie Zivilgesellschaft werden durch Aus- und Weiterbildung sowie arbeitsbegleitende Beratung dafür qualifiziert, Maßnahmen umzusetzen, Fördermechanismen der EU zu nutzen und öffentlich-private Partnerschaftsmodelle (PPP) zu entwickeln.
    Das Bewusstsein der Bevölkerung, ihrer Entscheidungsträger, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft für die Bedeutung von Wald, Wasser und Biodiversität für eine nachhaltige Entwicklung wird durch Medienarbeit, Veranstaltungen und Art-Science-Projekte vor Ort, in den Ländern und der Region gestärkt.