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  • SICHERUNG DER GRUNDBEDÜRFNISSE

Afghanistan

Seit August 2021 haben sich die Lebensumstände für viele Menschen in Afghanistan drastisch verändert. Hunger und Armut bedrohen die Bevölkerung. Die Menschen benötigen Unterstützung, um ihre grundlegendsten Bedürfnisse abzudecken. Dazu gehören fließendes Wasser, eine ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Strom. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH deshalb damit beauftragt, die Projektarbeit in angepasster Form wieder aufzunehmen, nachdem sie diese Mitte August 2021 zunächst ausgesetzt hatte.

Konkret geht es dabei um Projekte, die dazu beitragen, den Alltag und das tägliche Leben der Menschen zu sichern. Etwa mit Saatgut und Lebensmittelpaketen, damit sie sie ihre Familien versorgen können. Oder indem Leitungen repariert werden, damit Haushalte Wasser erhalten. Diese und andere Aktivitäten setzt die GIZ mit Nichtregierungsorganisationen um.

Seit September 2021 unterstützt die GIZ im Auftrag des Auswärtigen Amts und des BMZ außerdem Afghaninnen und Afghanen dabei, gemeinsam mit ihren Angehörigen legal nach Deutschland auszureisen. Dazu gehören neben ehemaligen und aktuellen Mitarbeitenden und Auftragnehmern der GIZ auch afghanische Ortskräfte anderer Organisationen und von der Bundesregierung als Schutzbedürftige identifizierte Personen. Dafür organisiert die GIZ unter anderem Landtransporte und Charter-Flüge und kümmert sich um die temporäre Unterbringung und Verpflegung der Ausreisenden. Die Bundesregierung prüft die Aufnahmeberechtigung und stellt Einreisevisa aus. Kriterien und Voraussetzungen für die Aufnahme definiert die Bundesregierung.

Bisher erreichte Wirkungen

In Afghanistan ist die GIZ im Bereich Entwicklung und Stabilisierung bereits seit 2002 tätig. Hauptauftraggeber waren das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie das Auswärtige Amt (AA). Bis zur Machtübernahme der Taliban hatte sich Vieles verbessert: so erhielten Afghaninnen und Afghanen – mit Unterstützung der GIZ und gemeinsam mit Partnerorganisationen - Fortbildungen in verschiedensten Bereichen: Vom Handwerk bis zur Landwirtschaft wurden über 200.000 Fortbildungsplätze belegt. Knapp die Hälfte davon waren Frauen. Mehr als 40.000 Personen nahmen an juristischen Seminaren teil, davon mehr als 18.000 Frauen. Rund 6.000 Frauen absolvierten Alphabetisierungskurse und rund 42.000 Frauen erhielten landwirtschaftliche Trainings, um Einkommen und Beschäftigung zu sichern. Darüber hinaus wurden 29 Krankenhäuser und Gesundheitszentren gebaut beziehungsweise saniert, die mehr als einer Million Anwohnerinnen und Anwohnern zugutekamen. Durch die GIZ wurden 42 Grundschulen, 71 weiterführende Schulen, zwölf Universitätsfakultäten und 37 Berufsschulen gebaut oder renoviert. Daneben erhielten rund 1,5 Millionen Menschen eine zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

Die GIZ unterstützt die Bundesregierung bei der Aufarbeitung der Geschehnisse in Afghanistan.