Strukturreform in der Berufsbildung

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Strukturreform in der Berufsbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Republik Moldau
Politischer Träger: Ministerium für Bildung, Kultur und Forschung (MoECR); Ministerium für Landwirtschaft, Regionale Entwicklung und Umwelt (MARDE)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Die Republik Moldau verzeichnete seit 2008 ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von mehr als 4 Prozent. Die Armut im Land hat sich deutlich reduziert, trotzdem ist es weiterhin eines der ärmsten in Europa. Lediglich etwa 40 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter hat eine Beschäftigung. Viele Moldauer suchen mangels beruflicher Perspektiven im Ausland nach einer Beschäftigung.

Ein bedeutender Faktor für geringe Produktivität, und damit ein wesentliches Investitionshemmnis, ist der Mangel an bedarfsgerecht qualifizierten Arbeitskräften. Die beruflichen Kompetenzen der Absolventen beruflicher Ausbildungsgänge entsprechen nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Die Lehrpläne in der Berufsbildung sind häufig nicht aktuell und haben wenig berufspraktische Elemente. Ursache dafür ist unter anderem die geringe Mitwirkung von Sozialpartnern an der Ausgestaltung und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen.

Mit Unterstützung des Vorhabens wurde Anfang 2018 durch die Verabschiedung der Verordnung zur Organisation dualer beruflicher Erstausbildung der bildungspolitische und -strategische Rahmen für eine bedarfsorientierte Berufsbildung geschaffen.

Moldau. Informationsbesuch bei ARTTEHMET in Orhei, Wirtschaftsakteur in der dualen Ausbildung (Mai 2017). © GIZ

Ziel

Bildungspolitische und institutionelle Rahmenbedingungen für die Durchführung von bedarfsorientierter dualer Berufsbildung sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das Ministerium für Bildung, Kultur und Forschung und das Ministerium für Landwirtschaft, Regionale Entwicklung und Umwelt sowie mehrere privatwirtschaftliche Akteure, Sozialpartner und schulische Einrichtungen darin, die Rahmenbedingungen dualer beruflicher Bildung gemeinsam zu verbessern. Das Vorhaben berät und unterstützt durch Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung.

Zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern gehören:

Politikberatung zur Stärkung der Rahmenbedingungen für duale Berufsbildung. Das Vorhaben berät das Ministerium für Bildung, Kultur und Forschung und seine nachgeordneten Institutionen dabei, gemeinsam mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, rechtliche Verordnungen, Curricula und Berufsstandards, institutionelle Strukturen sowie Finanzierungsmodelle für eine duale Berufsbildung anzupassen oder zu verbessern.

Förderung der privatwirtschaftlichen Beteiligung an dualen Berufsbildungsansätzen. Das Vorhaben soll die Rolle der Privatwirtschaft bei der Gestaltung einer bedarfsgerechten beruflichen Bildung stärken. Zeitgleich unterstützt das Vorhaben die Industrie- und Handelskammer dabei, ihre Rolle als zuständige Stelle in der dualen Berufsausbildung zu erfüllen. Wirtschaftsverbände, sozialpartnerschaftliche Organisationen und Sektorkomitees werden unterstützt, um im nationalen Politikdialog die Interessen der Privatwirtschaft wirksam vertreten zu können.

Verbesserung des Images der beruflichen Bildung. Akteure der dualen Ausbildung erhalten Hilfestellung bei der Aufbereitung und öffentlichkeitswirksamen Darstellung erfolgreicher Beispiele und der Weitergabe, zum Beispiel an Lehrkräfte, Auszubildende und Eltern.

Das Projekt wird von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kofinanziert.

VET2_DRAXELMAR01 Moldau. Informationsbesuch zur Organisation und Durchführung von dualen Kooperationsprogrammen bei der DRÄXLMAIER Group in Balti (Dezember 2017). © GIZ / Veaceslav Sutchevici

Wirkungen

Die Partnerministerien und ihre nachgeordneten Institutionen erfüllen ihre Rolle bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen für nachfrageorientierte Berufsbildungsmodelle. Es wurden 6 Dialogformate zu dualer Berufsbildung etabliert, zum Beispiel eine Dialogplattform im Rahmen des Wirtschaftsrates des Premierministers.

Die Rolle der Unternehmen bei der Gestaltung dualer Berufsbildung ist gestärkt. 49 Unternehmen, unterstützt durch das Vorhaben, beteiligen sich mit insgesamt 860 dualen Ausbildungsplätzen im Schuljahr 2017-2018 – eine Verdoppelung im Vergleich zum vorherigen Schuljahr.

Die Vermittelbarkeit junger Männer und Frauen ist verbessert. Laut einer Umfrage unter den an dualer Ausbildung beteiligten Unternehmen liegt die Einstellungsquote der Absolventen konstant bei mehr als 50 Prozent, somit wesentlich höher als im klassischen Ausbildungssystem.

Moldau. Informationsbesuch zur Organisation und Durchführung von dualen Kooperationsprogrammen bei Sumitomo Electric Bordnetze (SEBN) in Orhei (Dezember 2017). © GIZ / Veaceslav Sutchevici