Strukturreform in der Berufsbildung

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Strukturreform in der Berufsbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Republik Moldau
Politischer Träger: Ministerium für Bildung (MoE); Ministerium für Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie (MAIA)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Die Zahl internationaler Produktionsunternehmen, die in der Republik Moldau investieren wollen, ist gering – trotz niedriger Lohnkosten und steuerlicher Anreize. Ein bedeutender Faktor für geringe Produktivität und damit ein wesentliches Investitionshemmnis ist der Mangel an bedarfsgerecht qualifizierten Arbeitskräften. Die beruflichen Kompetenzen der Absolventen beruflicher Ausbildungsgänge entsprechen nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Ursachen dafür sind das zentralistische, staatlich gesteuerte Berufsbildungssystem, Engpässe in der Infrastruktur schulischer Bildungsträgern, eine unzureichende Verzahnung von theoretischer und praktischer Ausbildung und die geringe Mitwirkung von Sozialpartnern an der Ausgestaltung und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen.

Die Regierung von Moldau hat Reformen des Berufsbildungssystems eingeleitet, durch die Branchenakteure stärker an Maßnahmen beteiligt werden. Auf diese Weise soll das Ausbildungsangebot bedarfsgerechter werden. Der kürzlich verbesserte bildungspolitische und -strategische Rahmen sieht die Einführung und Erprobung dualer Modellmaßnahmen der beruflichen Bildung vor. Seit 2014 wurden, gemäß dem überarbeiteten Bildungsgesetz, mehrere Vereinbarungen zur Berufsausbildung geschlossen – ein erster Schritt zur Etablierung eines Verfahrens zur besseren Abstimmung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.

Ziel

Die bildungspolitischen und institutionellen Rahmenbedingungen für die Durchführung von bedarfsorientierter dualer Berufsbildung sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist Teil des übergeordneten Programms „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in der Republik Moldau“. Es unterstützt die politischen Träger sowie mehrere privatwirtschaftliche Akteure, Sozialpartner und schulische Einrichtungen darin, in einem konstruktiven Dialog gemeinsame Wege zur Verbesserung der Rahmenbedingungen dualer beruflicher Bildung zu beschreiten. Das Vorhaben sieht die Beratung durch Experten und Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung vor. Zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern gehören:

Politikberatung zur Stärkung der Rahmenbedingungen für duale Berufsbildung. Im Rahmen des Vorhabens soll eine Plattform für Dialog und Abstimmung entstehen. Dazu werden zuvor alle relevanten Akteure erfasst und eine Baseline der aktuellen Praxis auf allen Politikebenen erstellt. Unter Leitung der beiden Ministerien soll die Plattform auch anderen Fachministerien, Wirtschaftsvertretern, Bildungsanbietern sowie der Zivilgesellschaft offenstehen. Besonderes Augenmerk wird auf dem Agrarsektor liegen. Die Ministerien erhalten Hilfestellung bei der Bestandsaufnahme und Optimierung der bestehenden institutionellen Rahmenstrukturen und Finanzierungsmodelle sowie bei der Erarbeitung der erforderlichen Lehrpläne und Standards für ein duales Berufsbildungskonzept.

Förderung der privatwirtschaftlichen Beteiligung an der Erprobung dualer Berufsbildungsansätze. Das Vorhaben soll die Rolle von ausgewählten Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben bei der Gestaltung einer bedarfsgerechten beruflichen Bildung stärken. Das beinhaltet die Einführung dualer Berufsbildungsmodelle in ausgewählten Unternehmen der Privatwirtschaft und in enger Abstimmung mit staatlichen Bildungseinrichtungen. Zeitgleich werden auch Wirtschaftsverbände, sozialpartnerschaftliche Organisationen, Industrie- und Handelskammern und Sektorkomitees unterstützt. Gestärkt wird ihre Fähigkeit, im nationalen Politikdialog über bedarfsgerechte Berufsbildung die Interessen der Privatwirtschaft zu vertreten. Das soll dazu führen, dass der Bildungssektor und die Privatwirtschaft bei der Einführung von Elementen eines dualen Konzepts zusammenarbeiten.

Verbesserung des Images der beruflichen Bildung. An dualen Ausbildungsmodellen beteiligte Akteure erhalten Hilfestellung bei der Identifikation von Beispielen guter Praxis und ihrer der Weitergabe an ihre Zielgruppen, zum Beispiel Lehrkräfte, Auszubildende und Eltern. Eine Sensibilisierung für den Nutzen einer dualen beruflichen Bildung wird, so die Hoffnung, den allgemeinen Ruf der beruflichen Bildung verbessern.