BACKUP Gesundheit – Globale Gesundheitsfinanzierungen umsetzen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: BACKUP Gesundheit – Beratung von Partnern bei der Umsetzung von globalen Gesundheitsfinanzierungen 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit
Politische Träger in ausgewählten Fokusländern:

  • Ministère de la Santé Publique, Kamerun 
  • Ministry of Health of the Kyrgyz Republic, Kirgisistan
  • Ministry of Health and Population, Malawi
  • Federal Ministry of Budget and National Planning, Nigeria

In weiteren Ländern unterstützt BACKUP nachfragebasiert und flexibel ohne politische Träger.
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Ausgangssituation

HIV, Tuberkulose und Malaria verursachen jährlich mehrere Millionen Todesfälle und eine hohe Krankheitslast in zahlreichen Ländern. 2002 gründete die Staatengemeinschaft den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Dieser unterstützt bei der Vorbeugung und Behandlung der drei Krankheiten und fördert dabei Gesundheitssysteme, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit.

Durch die Mittel des Globalen Fonds aber auch anderer Finanzierungsmechanismen wie beispielsweise der globalen Impfallianz Gavi (Global Alliance for Vaccines and Immunisation) oder der GFF (Global Financing Facility for Women, Children and Adolescents) konnten Empfängerländer in den vergangenen Jahren ihre Gesundheitsdienste weltweit verbessern und ausweiten.

Ziel

Staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen ausgewählter Länder sind in der Lage, die Mittel globaler Finanzierungsmechanismen im Gesundheitsbereich effizient einzusetzen.

Vorgehensweise

BACKUP unterstützt staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, Mittel globaler Finanzierungsmechanismen (GFATM, Gavi und GFF) effizient zur Unterstützung nationaler Gesundheitssysteme einzusetzen. Somit steigert das Vorhaben die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der finanzierten Maßnahmen. Seit 2021 unterstützt das Vorhaben auch Providing for Health (P4H), ein Netzwerk für Gesundheitsfinanzierung.

Das Vorhaben zielt darauf ab,

1. die nationale Koordination der globalen Gesundheitsfinanzierung zu verbessern:
Ziel ist, dass das Management (Planung und Durchführung) der global finanzierten Programme national koordiniert wird und auf nationalen Strategien beruht.

2. die Institutionen der nationalen Gesundheitssysteme zu fördern:
Ausgewählte Institutionen in den Partnerländern werden dabei unterstützt, ihre Einflussmöglichkeiten in Bezug auf die globalen Finanzierungen zu nutzen und dadurch die nationalen Gesundheitssysteme zu stärken. Dazu können sowohl personelle als auch organisatorische Kompetenzen aufgebaut oder verbessert werden.

3. das Management von gemeindebasierten Gesundheitsdiensten auf dezentraler Ebene auszubauen:
Dies beinhaltet zum Beispiel die Analyse bestehender Modelle gemeindebasierter Gesundheitsdienste und die Einbeziehung der Ergebnisse in ein Modell für integriertes Management von Gesundheitsdiensten.

4. die Risiken der Covid-19 Pandemie für die Programme des GFATM und die nationalen Gesundheitssysteme zu mindern:
BACKUP unterstützt dabei, GFATM-Zuschüsse neu zu programmieren, die Covid-19 Bekämpfung mit anderen Prozessen im Gesundheitsbereich zu koordinieren sowie Risikoanalysen durchzuführen.

5. nachhaltige, belastbare und gerechte Gesundheitsfinanzierung zu unterstützen:
Das P4H-Netzwerk unterstützt Länder dabei, ihre nationale Gesundheitsfinanzierung zu reformieren und Gelder von außerhalb effektiv darin zu integrieren.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat BACKUP vier Fokusländer mit Personal vor Ort ausgewählt: Kamerun, Kirgisistan, Malawi und Nigeria. Weitere Länder sind für eine nachfragebasierte Unterstützung antragsberechtigt. Im Rahmen der Kofinanzierung vom britischen Foreign, Commonwealth Office & Development Office (FCDO) wählte BACKUP sechs weitere Fokusländer mit Personal vor Ort aus: Demokratische Republik Kongo, Mosambik, Nigeria, Simbabwe, Tansania und Uganda. BACKUP wird seit 2013 von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kofinanziert. Die Fokusländer der DEZA sind Äthiopien, Niger und Tansania (ohne Personal vor Ort). Seit 2021 erhält BACKUP zusätzliche Mittel von der französischen Expertise France für Trainings zur Stärkung der nationalen Gesundheitssysteme. P4H umfasst sechs Fokusländer mit Personal vor Ort. Die Länder Kambodscha, Kamerun, Tansania wurden im Auftrag des BMZ ausgewählt. Für die Kofinanzierung der DEZA wurden die Länder Tschad und Mosambik ausgewählt.

Wirkungen

Von 2002 bis 2020 hat BACKUP mit über 600 Maßnahmen staatliche und zivilgesellschaftliche Partner in etwa 90 Ländern dabei unterstützt, GFATM-Programme effektiver umzusetzen. Die folgenden Beispiele illustrieren die Arbeit und Wirkungen von BACKUP. 2019 unterstützte BACKUP Partner in 26 Ländern bei der Umsetzung von Programmen des Globalen Fonds.

Die Zusammenarbeit mit internationalen Nichtregierungsorganisationen, beispielsweise Aidspan und Frontline AIDS, trug zum verbesserten Risikomanagement bei Mittelempfängern und zur Prävention von Mittelfehlverwendungen bei. In einer Länderstudie untersuchte Aidspan Möglichkeiten, die nationalen Rechnungshöfe besser in die Überprüfung von Länderprogrammen des Globalen Fonds einzubeziehen und organisierte in einem Round-Table Forum den Wissensaustausch zwischen den obersten Rechnungskontrollbehörden. Inzwischen führen die Rechnungshöfe von Kenia, Rwanda und Ghana selbst Wirtschaftsprüfungen von Programmen des Globalen Fonds durch. In Zusammenarbeit mit der International Planned Parenthood Federation wurden in Guinea, Kamerun, Malawi und Togo Situationsanalysen zur Integration von Mutter-Kind-Gesundheit, Jugendgesundheit und HIV durchgeführt mit dem Ziel, bedarfsgerechte Gesundheitsdienstleistungen zu fördern.

BACKUP trägt bei der Durchführung der Programme zur Beteiligung der Zivilgesellschaft und zur Förderung von Menschenrechten und Geschlechtergerechtigkeit im Gesundheitsbereich bei. In Burkina Faso, Kamerun und Malawi förderte BACKUP die Teilhabe besonders betroffener Bevölkerungsgruppen, beispielsweise sexuellen Minderheiten oder Gefängnisinsassen, in Prozessen des Globalen Fonds auf Länderebene.

Stand: März 2021

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