BACKUP Gesundheit – Unterstützung für Partner bei ihrer Arbeit zum Globalen Fonds

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: BACKUP Gesundheit
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

HIV, Tuberkulose und Malaria verursachen jährlich mehrere Millionen Todesfälle und eine hohe Krankheitslast in zahlreichen Ländern der Welt. 2002 gründete die Staatengemeinschaft den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, mit einem jährlichen Gesamtbudget von knapp 4 Milliarden US-Dollar für Zusagen an Programme in über 140 Partnerländern. Neben der Vorbeugung und Behandlung der drei Krankheiten werden vor allem Gesundheitssysteme, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit gestärkt.

Durch die Mittel des Globalen Fonds konnten Empfängerländer in den vergangenen Jahren ihre Gesundheitsdienste verbessern und ausweiten, was maßgeblich zur Bekämpfung der drei Krankheiten beitrug. Um die Mittel wirksam und wirtschaftlich zu nutzen, müssen die Länder allerdings förderungswürdige Projektanträge an den Globalen Fonds stellen können und den Ansprüchen guter Regierungsführung und geeigneten Risikomanagements entsprechen. Weitere Herausforderungen sind die Einbettung der unterstützten Programme in den Gesundheitssektor und der Zugang besonders betroffener Bevölkerungsgruppen zu grundlegenden Gesundheitsdienstleistungen.

Ziel

Ausgewählte Länder setzen ihre vom Globalen Fonds finanzierten Programme wirtschaftlicher und wirkungsvoller um: hinsichtlich der Koordination im Gesundheitssektor, der Stärkung von Gesundheitssystemen und des Managements.

Vorgehensweise

BACKUP Gesundheit unterstützt die bessere Durchführung der vom Globalen Fonds finanzierten Programme. Das Vorhaben trägt dazu bei, Finanzmittel effizient, zielgruppenorientiert und gesundheitssystemstärkend einzusetzen. Damit steigert es die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der finanzierten Maßnahmen. Der Zugang der Bevölkerung zu Prävention, Diagnose und Therapie von HIV, Tuberkulose und Malaria sowie zu weiteren Gesundheitsdienstleistungen wird indirekt ebenfalls verbessert.

Das Vorhaben unterstützt Kooperationspartner vor allem in drei Handlungsfeldern:

  • Governance nationaler Koordinierungsmechanismen für Programme des Globalen Fonds und deren Koordination im Gesundheitssektor
    Nationale Koordinierungsmechanismen werden bei der Steuerung von Anträgen an den Globalen Fonds und von umzusetzenden Programmen gestärkt. BACKUP unterstützt außerdem die bessere Koordination und Integration von Aktivitäten dieser Gremien im Gesundheitssektor.
    Im Rahmen eines Consultingvertrags unterstützt die Euro Health Group ausgewählte Länder mit technischer Beratung zur Verzahnung der Koordinierungsmechanismen und ihrer Arbeit mit anderen Koordinationsgremien im Gesundheitssektor.

  • Einsatz von Mitteln des Globalen Fonds zur Gesundheitssystemstärkung
    Die Partner werden dabei unterstützt, die Stärkung der Gesundheitssysteme in Anträgen an den Globalen Fonds zu verankern. So steigt der Beitrag des Globalen Fonds zu starken, anpassungsfähigen und nachhaltigen Gesundheitssystemen und der Schutz vor Erkrankungen und Krankheitsausbrüchen wird verbessert.
    BACKUP arbeitet über einen Consultingvertrag mit einem Konsortium aus der Health Focus GmbH und der Technical Support Facility – West and Central Africa zusammen. Die Kooperation fördert die Programmierung von Maßnahmen zur Gesundheitssystemstärkung in Anträgen an den Globalen Fonds. Health Focus entwickelt dafür Analyseinstrumente und Trainingsmodule. Nationale Koordinierungsmechanismen und Mittelempfänger des Globalen Fonds in vier Ländern werden bei der Anwendung der Instrumente und der Nutzung ihrer Ergebnisse für die Antragstellung unterstützt.

  • Management von Mittelempfängern des Globalen Fonds
    BACKUP stärkt die Systeme von Mittelempfängern für eine vertragskonforme Umsetzung von Programmen und minimiert so die Fehlverwendung von Mitteln. Vor allem die Bereiche Risiko- und Finanzmanagement, Monitoring und Berichterstattung sowie Management von Unterempfängern werden unterstützt.

Teilhabe der Zivilgesellschaft und besonders betroffener Bevölkerungsgruppen, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit sind Querschnittsthemen in den drei Handlungsfeldern.

BACKUP arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Wirkungen

Mithilfe der BACKUP-Unterstützung können nationale Koordinierungsmechanismen die Umsetzung der vom Globalen Fonds finanzierten Programme besser überwachen. In der Mongolei, im Sudan, in Marokko und Simbabwe haben Mitglieder dieser Gremien ihr Wissen über interne Prozesse, Standards und Beteiligungsformen verbessert, sodass die Gremien besser funktionieren und die Anforderungen des Globalen Fonds erfüllen können.

Die Zusammenarbeit mit internationalen Nichtregierungsorganisationen, beispielsweise mit Aidspan und der International HIV/AIDS Alliance, trägt zum verbesserten Risikomanagement bei Mittelempfängern bei und beugt Mittelfehlverwendungen vor. Aidspan baute in 15 Ländern ein zivilgesellschaftliches Kontrollprogramm auf, was die Transparenz der vom Globalen Fonds finanzierten Programme erhöhte. In Zusammenarbeit mit der International Planned Parenthood Federation entstanden in vier Ländern bedarfsgerechte Gesundheitsdienstleistungen für besonders betroffene Bevölkerungsgruppen, beispielsweise Männer, die Sex mit Männern haben, oder Drogennutzer.

Durch die Aktivitäten von BACKUP wird das Management von Mittelempfängern verbessert, die Zivilgesellschaft wird stärker beteiligt und Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit werden bei der Antragstellung und der Verwendung der Mittel gefördert.