BACKUP Gesundheit – Unterstützung für Partner bei ihrer Arbeit zum Globalen Fonds

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: BACKUP Gesundheit – Unterstützung für Partner bei ihrer Arbeit zum Globalen Fonds
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Ausgangssituation

HIV, Tuberkulose und Malaria verursachen jährlich mehrere Millionen Todesfälle und eine hohe Krankheitslast in zahlreichen Ländern der Welt. 2002 gründete die Staatengemeinschaft den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria. Derzeit unterstützt der Fonds mehr als 100 Länder mit einem Budget von rund elf Milliarden US-Dollar (2017-2019). Neben der Vorbeugung und Behandlung der drei Krankheiten werden vor allem Gesundheitssysteme, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit gestärkt.

Durch die Mittel des Globalen Fonds konnten Empfängerländer in den vergangenen Jahren ihre Gesundheitsdienste verbessern und ausweiten, was maßgeblich zur Bekämpfung der drei Krankheiten beitrug. Um die Mittel wirksam und wirtschaftlich zu nutzen, müssen die Länder förderungswürdige Projektanträge an den Globalen Fonds stellen können und den Ansprüchen guter Regierungsführung und geeigneten Risikomanagements entsprechen. Weitere Herausforderungen sind die Einbettung der unterstützten Programme in den Gesundheitssektor und der Zugang besonders betroffener Bevölkerungsgruppen zu grundlegenden Gesundheitsdienstleistungen.

Ziel

Ausgewählte Länder führen ihre vom Globalen Fonds finanzierten Programme hinsichtlich Koordination im Gesundheitssektor, Gesundheitssystemstärkung und Management besser durch.

Vorgehensweise

BACKUP unterstützt die bessere Durchführung der vom Globalen Fonds finanzierten Programme. Das Vorhaben trägt dazu bei, Finanzmittel effizient, zielgruppenorientiert und gesundheitssystemstärkend einzusetzen. Damit steigert es die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der finanzierten Maßnahmen. Der Zugang der Bevölkerung zu Prävention, Diagnose und Therapie von HIV, Tuberkulose und Malaria sowie zu weiteren Gesundheitsdienstleistungen wird indirekt ebenfalls verbessert.

Das Vorhaben unterstützt Kooperationspartner vor allem in drei Handlungsfeldern:

  • Governance nationaler Koordinierungsmechanismen für Programme des Globalen Fonds und deren Koordination im Gesundheitssektor

Nationale Koordinierungsmechanismen werden bei der Steuerung von Anträgen an den Globalen Fonds und von umzusetzenden Programmen gestärkt. BACKUP unterstützt außerdem die bessere Koordination mit anderen Gremien des nationalen Gesundheitssektors.

Im Rahmen eines Consultingvertrags unterstützt die Euro Health Group ausgewählte Länder mit der technischen Beratung, um ihre Arbeit mit anderen Koordinationsgremien im Gesundheitssektor besser zu verzahnen.

  • Einsatz von Mitteln des Globalen Fonds zur Gesundheitssystemstärkung

Die Partner werden dabei unterstützt, die Stärkung der Gesundheitssysteme in Anträgen und Umsetzungsplänen des Globalen Fonds zu verankern. So steigt der Beitrag des Globalen Fonds zu starken, anpassungsfähigen und nachhaltigen Gesundheitssystemen und der Schutz vor Erkrankungen und Krankheitsausbrüchen wird verbessert.

  • Management von Mittelempfängern des Globalen Fonds

BACKUP stärkt die Systeme von Mittelempfängern für eine vertragskonforme Umsetzung von Programmen und minimiert so die Fehlverwendung von Mitteln. Vor allem die Bereiche Risiko- und Finanzmanagement, Monitoring und Berichterstattung sowie Management von Unterempfängern werden unterstützt.

Teilhabe der Zivilgesellschaft und besonders betroffener Bevölkerungsgruppen, Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit sind Querschnittsthemen in den drei Handlungsfeldern.

BACKUP arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Seit 2013 wird das Programm von der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kofinanziert.

Wirkungen

Seit 2002 hat BACKUP mit über 600 Maßnahmen staatliche und zivilgesellschaftliche Partner in etwa 90 Ländern unterstützt, hauptsächlich in Subsahara-Afrika. BACKUP ging in allen Unterstützungsmaßnahmen gezielt auf die Bedarfe von Partnern und Zielgruppen ein. Die folgenden Beispiele illustrieren die Arbeit und Wirkungen von BACKUP.

Mithilfe der BACKUP-Unterstützung konnten Mitglieder nationaler Koordinierungsmechanismen in Guinea, Kirgisistan, Nepal, Peru und Liberia die Anforderungen des Globalen Fonds erfüllen. In Georgien, Ghana, Guinea und Kirgisistan unterstützte BACKUP die Gremien bei der Harmonisierung ihrer Arbeit mit anderen Prozessen im nationalen Gesundheitssektor.

Die Zusammenarbeit mit internationalen Nichtregierungsorganisationen, beispielsweise Aidspan und der International HIV/AIDS Alliance, trug zum verbesserten Risikomanagement bei Mittelempfängern und zur Prävention von Mittelfehlverwendungen bei. In einer Länderstudie untersuchte Aidspan Möglichkeiten, die nationalen Rechnungshöfe besser in die Überprüfung von Länderprogrammen des Globalen Fonds einzubeziehen und organisierte in einem Round-Table Forum den Wissensaustausch zwischen den obersten Rechnungskontrollbehörden. In Zusammenarbeit mit der International Planned Parenthood Federation wurden in Guinea, Kamerun, Malawi und Togo Situationsanalysen zur Integration von Mutter-Kind-Gesundheit, Jugendgesundheit und HIV durchgeführt mit dem Ziel, bedarfsgerechte Gesundheitsdienstleistungen zu fördern.

BACKUP trägt maßgeblich zur Beteiligung der Zivilgesellschaft und zur Förderung von Menschenrechten und Geschlechtergerechtigkeit bei. In Burkina Faso, Kamerun und Malawi förderte BACKUP die Teilhabe besonders betroffener Bevölkerungsgruppen, beispielsweise sexuellen Minderheiten oder Gefängnisinsassen, in Prozessen des Globalen Fonds auf Länderebene. In Kamerun wurden HIV-Maßnahmen definiert, um der Infizierung junger Frauen und Mädchen vorzubeugen.

Durch die von BACKUP unterstützten Aktivitäten wurde das Management von Mittelempfängern in sechs Ländern Subsahara-Afrikas (Ghana, Kenia, Liberia, Malawi, Sierra Leone und Togo) verbessert. Ein Steuerinstrument unterstützt die Mittelempfänger, indem es wichtige Informationen zum Projektfortschritt einfach aufbereitet darstellt. Das Vorhaben hilft auch, das Risikomanagement zu verbessern. In Burkina Faso und in Togo hat BACKUP Workshops durchgeführt, in denen die Mittelempfänger ihre Risiken identifiziert und Maßnahmen zur Minderung und Absicherung verbindlich vereinbart haben.