Weiterentwicklung des mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Weiterentwicklung der dualen Berufsbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mexiko
Partner: Mexikanisches Bildungsministerium (SEP)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Weiterentwicklung der dualen Berufsbildung © GIZ

Ausgangssituation

Das Schwellenland Mexiko wird von einem wachsenden modernen Industrie- und Dienstleistungssektor und hoher Exportorientierung geprägt. Allerdings ist das Berufsbildungssystem zurzeit weder quantitativ noch qualitativ in der Lage, den durch die wirtschaftliche Dynamik hervorgerufenen hohen und steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken. Die Regierung reformiert deshalb den Bildungssektor. Die Entwicklung eines bedarfsorientierten mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung, das Modelo Mexicano de Formación Dual (MMFD), hat dabei Priorität. Auf diese Weise wird der Fachkräftemangel bekämpft und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft erhöht. Gleichzeitig werden die Beschäftigungsperspektiven von Jugendlichen verbessert.

Ziel

Die strategischen und regulatorischen Grundlagen des dualen mexikanischen Berufsbildungsmodells sind entwickelt. Organisation und Management sind angepasst. In ausgewählte Fachrichtungen ist die Qualität der Ausbildung ebenso wie die personelle Leistungsfähigkeit der Akteure im dualen System verbessert.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt die mexikanischen Partner aus dem öffentlichen und privaten Sektor – das mexikanische Bildungsministerium und den Arbeitgeberverband COPARMEX – bei der Weiterentwicklung des dualen mexikanischen Berufsbildungsmodells. Das Projekt arbeitet eng mit dem Bonner Bundesinstitut für Berufsausbildung (BIBB) und der Deutsch-Mexikanischen Außenhandelskammer (CAMEXA) zusammen.

Das Projekt unterstützt den politischen Dialog zwischen den relevanten Akteuren und entwickelt Abstimmungsstrukturen und Steuerungsmechanismen, vermittels derer Staat und Wirtschaft gemeinsam die duale Berufsausbildung gestalten und umsetzen. Es berät zum rechtlichen Rahmen und bei der Entwicklung von Standards. Auch so genannte Green Skills, das heißt umweltbezogene Kompetenzen und Berufe, werden dabei aufgebaut.

Die institutionelle Leistungsfähigkeit der wichtigsten Akteure der dualen Berufsausbildung – Bildungsministerium, Arbeitgeberverband und das nationale Kolleg für technisch-professionelle Ausbildung (CONALEP) – werden gestärkt, die Festlegung organisatorischer und fachlicher Zuständigkeiten unterstützt. Das Projekt fördert außerdem den Aufbau von Forschungsressourcen zur Ausarbeitung didaktischer Modelle für betriebliche und schulische Berufsausbildung.

Das Projekt unterstützt die Verbesserung der personellen Leistungsfähigkeit aller Akteure im dualen System, beispielsweise durch Aus- und Weiterbildungen für Berufsbildungspersonal wie betriebliche Ausbilder sowie Lehr- und Leitungspersonal von Berufsschulen. Auf diese Weise wird eine hohe Qualität der Ausbildungsgänge sichergestellt; gleichzeitig wird die Akzeptanz der dualen Berufsausbildung durch Unternehmen und die mexikanische Gesellschaft erhöht.

Zielgruppen des Vorhabens sind Jugendliche und junge Erwachsene einer höheren technischen Sekundarschule des Nationalen Kollegs für Technisch-Berufliche Ausbildung oder anderer Träger. Aktuell sind rund 1.100 Jugendliche, davon rund ein Drittel weiblich, in 6 verschiedenen Berufen und in 11 Bundesstaaten nach dem 2013 eingerichteten mexikanischen dualen Berufsbildungssystem eingeschrieben. Bis 2019 soll sich die Zahl der Auszubildenden landesweit verdoppeln, wobei auch die Anzahl der Berufe und der beteiligten Betriebe und Schulen erhöht wird.