Brasiliens Meeres- und Küstenbiodiversität schützen (TerraMar)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – TerraMar
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministério do Meio Ambiente (MMA – brasilianisches Umweltministerium)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2022

Karte auf der Korallenriffe und Küstenschutzgebiete vor Abrolhos und Costa dos Corais eingezeichnet sind

Ausgangssituation

Die brasilianische Küste – mit über 8.500 Kilometern eine der längsten Küsten weltweit – weist eine einzigartige Biodiversität und eine bemerkenswerte Vielfalt von Ökosystemen auf. Neben den ausgedehntesten zusammenhängenden Mangrovengebieten der Welt finden sich hier auch besondere Ökosysteme wie Dünen, Lagunen, Inseln, Sandbänke und Flussmündungen. Das Meeresgebiet umfasst 3,6 Millionen Quadratkilometer und damit 40 Prozent des brasilianischen Staatsgebiets. Es beherbergt zahlreiche endemische Arten sowie das einzige Korallenriff im Südatlantik. Trotz ihrer Artenvielfalt gilt die brasilianische Küste als eines der am stärksten bedrohten Gebiete des Landes.

Rund 51 Millionen Menschen (27 Prozent der Bevölkerung) leben an der brasilianischen Küste, 16 der 28 Metropolen des Landes befinden sich hier, und mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird hier erwirtschaftet. Diese intensive menschliche Inanspruchnahme sowie Industrieanlagen und Häfen, Gas- und Erdölförderung, Land- und Wassernutzungskonflikte und das Fehlen eines integrierten Küsten- und Meeresmanagements bedrohen die Umweltqualität und die Biodiversität an der brasilianischen Küste.

Ziel

Der Schutz und die umweltfreundliche Nutzung der Biodiversität in Küsten- und Meereszonen der Regionen Costa dos Corais und Abrolhos sind durch Umweltraumplanung verbessert.

Mangrovensäuberungsaktion zur Bekämpfung von Meeresmüll in Tamandaré, Pernambuco. Foto: Pedro Caldas/SEMAS-PE

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die Umweltraumplanung für die brasilianische Küsten- und Meereszone. Es fördert den Schutz und die langfristige Nutzung natürlicher Ressourcen ebenso wie die Überwachung der Umweltqualität. Eine Förderung lokaler Akteur*innen, themenspezifischer Aus- und Weiterbildungen und partizipativer Ansätze stärken regionale Netzwerke.

Seit 2019 ist das Projekt auch zum Thema Meeresmüll tätig. Es verbreitet seine Erfahrungen national und international und trägt so zu politischen Lösungen bei. Das Projekt wird in zwei Küstenregionen umgesetzt, Costa dos Corais und Abrolhos. Diese wurden aufgrund ihrer einzigartigen Ökosysteme und ihrer Bedeutung für die Küsten- und Meeresbiodiversität ausgewählt.

Partner des Projekts sind die Landesregierungen in Alagoas, Pernambuco, Bahia und Espirito Santo. Darüber hinaus arbeitet es mit Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Privatwirtschaft und anderen relevanten Akteur*innen zusammen.

Stand: August 2021

Wassereinzugsgebiet, Schutzgebiet APA de Guadalupe, Pernambuco. Foto: Studio Lumix/GIZ

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