Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – Terramar

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – Terramar
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministério do Meio Ambiente (MMA)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Ausgangssituation

Die brasilianische Meeres- und Küstenzone umfasst 3,5 Millionen Quadratkilometer, mehr als 40 Prozent der Landfläche Brasiliens. Mit einer Ausdehnung von über 8.500 Kilometer zählt die Küste zu den weltweit längsten; ihre Artenvielfalt ist extrem hoch. Neben einem zusammenhängenden Mangrovengebiet beherbergt die Küste das einzige Korallenriff des Südatlantiks, eine Vielzahl endemischer Arten sowie einzigartige Ökosysteme wie Dünen, Lagunen, Inseln, Sandbänke und Flussmündungen.

Diese Ökosysteme unterliegen starken menschlichen Einwirkungen und sind einer intensiven Nutzung ausgesetzt. Im Küstengebiet leben rund 45 Millionen Menschen, nahezu ein Viertel der Bevölkerung. Mehr als die Hälfte der brasilianischen Wirtschaftsleistung wird hier erbracht und 16 der 28 Metropolen des Landes befinden sich hier. Große Industrieanlagen, Häfen, der Fischereisektor sowie die Öl- und Gasförderung und der Meeresbergbau haben starken Einfluss auf die Meeres- und Küstenökosysteme. Die Auswirkungen des Klimawandels – ansteigender Meeresspiegel und daraus resultierende Küstenüberschwemmungen, Ozeanversauerung sowie Versalzung der Böden und des Grundwassers – verschärfen die Problematik. Mit einer geschützten Fläche von aktuell lediglich rund 3 Prozent zählt die Meeres- und Küstenzone zu den am stärksten bedrohten Regionen des Landes.

Ein ganzheitlicher Blick auf Wechselwirkungen an der Schnittstelle zwischen Meer und Küste ist bislang schwach ausgeprägt – ein weiteres zentrales Problem neben der bisher geringen Fläche ausgewiesener Schutzgebiete in der Meeres- und Küstenzone. Schlüsselakteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Privatsektor sowie Sektoren, wie vor allem Fischerei, Tourismus, Agrarwirtschaft und Transport, arbeiten für Schutz und nachhaltige Nutzung der Biodiversität zudem noch unzureichend zusammen.

Ziel

Im den Regionen Costa dos Corais und Região de Abrolhos sind der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität des Küsten- und Meeresraums verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt einen integrierten Ansatz der Umwelt- und Raumplanung für Küsten- und Meereszone in den Regionen Costa dos Corais und Região de Abrolhos. Neben der Umwelt- und Raumplanung setzt das Projekt Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen um und entwickelt Monitoringstrategien zur Messung der Umweltqualität. Durch Aus- und Weiterbildungen, institutionelle Förderungen, Stärkung von Wissensmanagement und Netzwerken in der Region sowie einem partizipativen Ansatz werden die lokalen Akteure gestärkt und stärker in das Projekt einbezogen.

Die Erfahrungen aus dem Projekt werden national und international verbreitet und tragen so zur Stärkung der relevanten nationalen und lokalen Politiken bei.

Die beiden Pilotregionen wurden aufgrund repräsentativer, küstentypischer Nutzung und ihrer hohen Biodiversität ausgewählt. Darüber hinaus werden in beiden Regionen bereits politische und raumplanerische Konzepte angewendet, auf die aufgebaut werden kann, unter anderem integriertes Küstenzonenmanagement, Meeresschutzgebiete und ökologisch-ökonomische Zonierung.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert die GIZ Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der Partner sowie die Entwicklung von Methoden. Damit unterstützt die GIZ Brasilien bei der Erfüllung der Aichi-Ziele für den weltweiten Artenschutz, insbesondere bei den Zielen 6 (Nachhaltiges Fischen), 10 (Reduzierung der Auswirkungen auf Riffe und Korallen) und 11 (Erweiterung und Festigung des Systems zur Konservierung der Küsten- und Meereszone).

Partnerinstitutionen sind das brasilianische Umweltministerium und die dem Ministerium nachgelagerte nationale Naturschutzbehörde. Neben dem Umweltministerium und der nationalen Naturschutzbehörde sind auch die Bundesstaaten Pernambuco, Alagoas, Bahia und Espirito Santo sowie zivilgesellschaftliche Akteure, Wissenschaft und der Privatsektor maßgeblich beteiligt. Zwischen 2015 und 2020 wollen Deutschland und die brasilianischen Partner in die Aus- und Weiterbildung sowie die Entwicklung von Methoden für den Schutz und das nachhaltige Management der Küsten- und Meeresbiodiversität investieren.