Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – TerraMar

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – TerraMar
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministério do Meio Ambiente (MMA – brasilianisches Umweltministerium)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2021

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Ausgangssituation

Die brasilianische Küste – mit über 8.500 Kilometern eine der längsten Küsten weltweit – weist eine einzigartige Biodiversität und eine bemerkenswerte Vielfalt von Ökosystemen auf. Neben den ausgedehntesten zusammenhängenden Mangrovengebieten der Welt finden sich hier auch besondere Ökosysteme wie Dünen, Lagunen, Inseln, Sandbänke und Flussmündungen. Das Meeresgebiet umfasst 3,6 Millionen Quadratkilometer und damit 40 Prozent des brasilianischen Staatsgebiets. Es beherbergt zahlreiche endemische Arten sowie das einzige Korallenriff im Südatlantik. Trotz ihrer Artenvielfalt gilt die brasilianische Küste als eines der am stärksten bedrohten Gebiete des Landes.

Rund 51 Millionen Menschen (27 Prozent der Bevölkerung) leben an der brasilianischen Küste, 16 der 28 Metropolen des Landes befinden sich hier, und mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird hier erwirtschaftet. Diese intensive menschliche Inanspruchnahme sowie Industrieanlagen und Häfen, Gas- und Erdölförderung, Land- und Wassernutzungskonflikte und das Fehlen eines integrierten Küsten- und Meeresmanagements bedrohen die Umweltqualität und die Biodiversität an der brasilianischen Küste.

Ziel

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität in den Regionen Costa dos Corais und Abrolhos sind durch integriertes Küsten- und Meeresmanagement  verbessert.

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Vorgehensweise

Das Projekt verfolgt einen integrierten Ansatz der Umweltplanung für Küsten- und Meeresgebiete, setzt Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Biodiversität um und fördert Monitoringstrategien zur Analyse der Umweltqualität. Außerdem unterstützt das Projekt die institutionelle Entwicklung, indem es Bildungs- und andere Kompetenzentwicklungsmaßnahmen fördert und regionale Netzwerke stärkt. Die gewonnenen Erkenntnisse und Projekterfahrungen werden national und international verbreitet und tragen so zur Stärkung und Verbesserung der relevanten nationalen und bundesstaatlichen Politiken bei. Seit 2019 entwickelt TerraMar eine Handlungsstrategie zur Vermeidung und Reduzierung von Meeresmüll.

Das Projekt wird in zwei Küstenregionen, Costa dos Corais und Abrolhos, umgesetzt. Diese Regionen wurden aufgrund ihrer einzigartigen Ökosysteme sowie ihrer Bedeutung für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Küsten- und Meeresbiodiversität ausgewählt. 

TerraMar führt Projektaktivitäten in Zusammenarbeit mit den Regierungen der Bundesstaaten Alagoas, Pernambuco, Bahia und Espírito Santo sowie mit Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Privatwirtschaft und anderen Akteuren, die in der Meeres- und Küstenzone tätig sind, durch. Darüber hinaus kooperiert TerraMar eng mit weiteren Küsten- und Meeresschutzprojekten, vor allem mit GEF-Mar, einem Projekt der Globalen Umweltfazilität (GEF) zur Ausweitung von Meeresschutzgebieten.

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Wirkung

Das Projekt unterstützt Brasilien bei der Erfüllung der Aichi-Biodiversitätsziele, insbesondere Ziel 6 (nachhaltige Fischerei), 10 (Reduzierung der Belastungen der Korallenriffe) und 11 (Erweiterung und Festigung von Schutzgebietssystemen zum Erhalt der Meeres- und Küstenzone), und erzielte bisher folgende Ergebnisse:

  • Ausbildung von über 500 Fachkräften der Umweltbehörde ICMBio, des Umweltministeriums, der Bundesstaaten und der kommunalen Verwaltungen sowie der Zivilgesellschaft zu Themen des Umweltmanagements in Meeres- und Küstenregionen
  • Unterstützung von Prozessen der Restrukturierung und Stärkung der nationalen und bundesstaatlichen Politiken zur nachhaltigen Fischerei und Erhaltung gefährdeter Arten
  • Hilfestellung bei der Entwicklung und Umsetzung von Instrumenten der Umweltplanung mit Auswirkungen auf die Küsten- und Meeresbiodiversität  
  • Restrukturierung der Umweltkampagne des Umweltministeriums zu Korallen- und Strandschutz
  • Unterstützung bei der Aktualisierung der brasilianischen Politik zu prioritären Gebieten für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Repatriierung des Nutzens der Biodiversität mit Schwerpunkt auf Küsten- und Meeresgebieten
  • Stärkung der Netzwerke zwischen Regierungsinstitutionen, der Zivilgesellschaft, traditionellen Gemeinschaften, der Wissenschaft und der Privatwirtschaft in den Projektregionen 


Stand: September 2020

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