Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – Terramar

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität – Terramar
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministério do Meio Ambiente (MMA - Brasilianisches Umweltministerium)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Ausgangssituation

Die brasilianische Küste beherbergt eine einzigartige Biodiversität und eine große Vielfalt von Ökosystemen. Mit einer Ausdehnung von über 8.500 Kilometer, zählt die brasilianische Küste zu den weltweit längsten. Die Küsten- und Meereszone umfasst 3,5 Millionen km² oder über 40 Prozent des brasilianischen Staatgebiets. Das größte zusammenhängende Mangrovengebiet der Welt und einzigartige Ökosysteme wie Dünen, Lagunen, Sandbänke und Flussmündungen befinden sich in dieser Gegend. Im Meeresgebiet sind auch die einzigen Korallenriffe des Südatlantiks und zahlreiche endemische Arten zu finden. Trotz ihrer Artenvielfalt, zählt die brasilianische Küste zu den am stärksten bedrohten Gebieten des Landes.

Rund 51 Millionen Menschen, etwa 27 Prozent der Bevölkerung, leben in der Küstenregion, 16 der 28 brasilianischen Metropolen befinden sich hier und über die Hälfte des Bruttoinlandprodukts (BIP) wird hier erwirtschaftet. Die intensive Nutzung, unter anderem durch große Industrieanlagen, Häfen, Öl- und Gasförderung, Wasser- und Landnutzungskonflikte, Schwierigkeiten bei der Umweltraumplanung sowie die Auswirkungen des Klimawandels bedrohen den Erhalt der Umweltqualität und den Biodiversitätsschutz im brasilianischen Küstenstreifen.

Ziel

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität in Küsten- und Meereszonen der Regionen Costa dos Corais und Abrolhos sind durch integrierte Umweltraumplanung verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die Umwelt- und Raumplanung für die Küsten- und Meereszone in den Regionen Costa dos Corais und Região de Abrolhos. Darüber hinaus fördert das Projekt Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und stärkt Strategien zum Monitoring der Umweltqualität. Eine institutionelle Förderung von relevanten lokalen Akteuren, themenspezifische Aus- und Weiterbildungen und ein partizipativer Ansatz tragen zum Capacity Development und der Stärkung von Netzwerken in der Region bei. Die Erfahrungen aus dem Projekt werden national und international verbreitet und tragen so zur Stärkung der relevanten nationalen und bundesstaatlichen Politiken bei.

Zur Umsetzung der Projektaktivitäten in den Regionen arbeitet TerraMar in Partnerschaft mit den Landesregierungen Alagoas, Pernambuco, Bahia und Espirito Santo, sowie mit Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Privatwirtschaft und anderen Akteuren, die in den Küsten- und Meeresgebieten tätig sind. Darüber hinaus kooperiert TerraMar in enger Abstimmung mit dem Projekt GEF-Mar (Stärkung von Meeresschutzgebieten).

Wirkungen

Das Projekt erzielte bisher folgende Ergebnisse:

  • Ausbildung von über 300 Fachkräften der Naturschutzbehörde ICMBio, des Umweltministeriums, der Bundesstaaten und der kommunalen Verwaltungen zu Themen des Umweltmanagements in Küsten- und Meeresregionen (unter anderem zur Umsetzung der Nationalen Schutzpläne für bedrohte Arten (PAN) mit Fokus auf Küsten- und Meeresbiodiversität, nachhaltiges Fischereimanagement, systematische Planung für den Biodiversitätserhalt sowie kommunales Umweltmanagement)
  • Unterstützung von Prozessen der Restrukturierung und Stärkung der nationalen und bundesstaatlichen Politik zum nachhaltigem Fischereimanagement und zum Artenschutz durch Weiterbildung, Vernetzung und Förderung von Abstimmungsprozessen
  • Unterstützung von Regionalentwicklungsprozessen mit Schwerpunkt auf Revitalisierung von Flusseinzugsgebieten mit Auswirkungen auf die Küsten- und Meeresbiodiversität
  • Restrukturierung der Umweltbildungskampagne zu Strand- und Korallenschutz des Umweltministeriums
  • Unterstützung bei der Umsetzung der Politik zu prioritären Gebieten für den Biodiversitätserhalt in Küsten- und Meereszonen

Das Projekt unterstützt Brasilien bei der Erfüllung der Aichi-Ziele, insbesondere Ziel 6 (nachhaltige Fischerei), 10 (Reduzierung der Auswirkungen auf Riffe und Korallen) und 11 (Erweiterung und Festigung von Schutzgebietssystemen zum Erhalt der Küsten- und Meereszone).