Förderung von Klimastrategien in Ländern mit schneller Motorisierung

Projektkurzbeschreibung

Titel: Förderung von Klimastrategien in Ländern mit schneller Motorisierung
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Vietnam
Politischer Träger: Verkehrsministerium Vietnam (Bộ Giao thông Vận tải, Việt Nam)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

© GIZ

Ausgangssituation

Die Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention haben ihre Klimaschutzziele in nationalen Beiträgen festgeschrieben. Diese sind Grundlage des im Dezember 2015 in Paris verabschiedeten Klimaabkommens, sollen jedoch regelmäßig überarbeitet und verbessert werden. Die Nationalen Minderungsbeiträge geben den Rahmen für nationale Maßnahmen vor.

In vielen Entwicklungsländern steigen die Treibhausgasemissionen durch zunehmende Motorisierungsraten und wachsende Verkehrsnachfrage. Effektive Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr gewinnen dadurch immer mehr an Bedeutung. Um wirksame Wege zur Minderung der Emissionen zu finden, sind umfangreiche, belastbare Datengrundlagen nötig. Bisher sind die Daten zumeist noch nicht ausreichend, es fehlen detaillierte Inventare sowie Informationen zur Entwicklung der Verkehrsnachfrage.

Ziel

In Entwicklungsländern werden Emissionen im Verkehrssektor systematisch erfasst und reduziert und unterstützen so die Aktivitäten der Länder, ihre Emissionen gemäß der Nationalen Minderungsbeiträge zu senken.

Vorgehensweise

Das Projekt arbeitet in Kenia und Vietnam mit Verkehrs- und Umweltministerien sowie deren nachgeordneten Behörden zusammen. Minderungspotenziale im Verkehrssektor werden durch die Entwicklung von Szenarien abgeschätzt und besonders Erfolg versprechende Strategien und Politiken ermittelt - deren Ausgestaltung wird begleitet, Emissionsreduktionen werden erfasst. In Kenia richtet das Verkehrsministerium eine Klimaabteilung ein. Diese kontrolliert die Aktivitäten zum Klimaschutz des Landes und kann so die Wirksamkeit von Politiken besser einschätzen und nachhalten. Gleichzeitig kann sie ermitteln, welchen Beitrag der Verkehrssektor leisten kann, um die Nationalen Minderungsbeiträge zu erreichen. Das Vorhaben kooperiert in Kenia und Vietnam mit Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zu Klimaschutz und Verkehr.

Neben den Aktivitäten in den Partnerländern unterstützt das Projekt die Erarbeitung des Verkehrskapitels im Kompendium für Ausgangswerte und Überwachung des Klimasekretariats der Vereinten Nationen. Das Kompendium gibt einen Überblick über Methoden, mit denen sich Emissionen mengenmäßig erfassen lassen. Darüber hinaus entwickelt das Vorhaben eine Internetdatenbank, die landestypische Durchschnittswerte für Energieverbräuche und Emissionsfaktoren pro Fahrzeugkilometer erfasst.

Entwickelte Methoden und Verfahren werden anderen Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt und mit Geberorganisationen koordiniert. Das Projekt unterstützt die Vernetzung und den Austausch der internationalen Akteure und trägt so zum besseren gegenseitigen Verständnis und zu einheitlichen Ansätzen für die Emissionserfassung bei.

Mit der Bereitstellung von Datenbanken und Methoden fördert das Projekt den Aufbau von Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit in Entwicklungsländern. Gesteigerte Fähigkeiten, effektive Minderungsmaßnahmen zu ermitteln und ihre Wirksamkeit zu kontrollieren, verbessern die Grundlagen für eine langfristige Planung nachhaltiger, kohlenstoffarmer Verkehrssysteme in Kenia und Vietnam. Minderungsmaßnahmen im Verkehr können zu weiteren Nachhaltigkeitseffekten führen: beispielsweise verminderte Luftverschmutzung, höhere Energiesicherheit, weniger Verkehrsunfälle und andere.

Das Vorhaben kooperiert eng mit dem Projekt „TRANSfer klimafreundlicher Technologien und Maßnahmen“ der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMBU).

Wirkungen

Eine Arbeitsgruppe zur Erstellung eines Tier-3 Inventars für Emissionen des Verkehrs wurde im Verkehrsministerium Vietnams durch den Vize-Verkehrsminister etabliert. Tier-1 bis Tier-3 sind Emissionsinventare mit zunehmender Genauigkeit, wobei Tier-3 das detaillierteste ist. Die Emissionsinventare geben an, wer welche Emissionen in welchen Mengen erzeugt. Unterstützt durch das Projekt entwickelte die Arbeitsgruppe neue Methoden zur Berechnungen von Treibhausgasen und nahm bereits Berechnungen für das Emissionsinventar für das Jahr 2015 vor. Die Berechnungen für die Jahre von 2013 bis 2016 folgen.

Darüber hinaus erstellte das Projekt, in Zusammenarbeit mit dem UN-Klimasekretariat, den Verkehrsband des Kompendiums für Ausgangswerte und Überwachung.