Globaler Kohlenstoffmarkt – Chile

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globaler Kohlenstoffmarkt Chile
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Politischer Träger: Ministerio de Energia
Land: Chile
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Seit 2008 unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Partnerländer bei der Nutzung von Marktmechanismen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Ziel ist es vor allem, Aktivitäten auf dem Kohlenstoffmarkt mit der jeweiligen nationalen Klimaschutzpolitik in den Partnerländern zu verbinden.

Chile ist sich der Gefährdung durch den Klimawandel und der Notwendigkeit, die damit verbundenen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu bekämpfen, bewusst und geht die Minderung von Treibhausgasen und die Anpassung an den Klimawandel aktiv an. Zu diesem Zweck hat Chile Anfang 2017 das Klimaabkommen von Paris ratifiziert und sich verpflichtet, seine CO2-Emissionen je Einheit des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2030 gegenüber dem Stand von 2007 um 30 Prozent zu senken. Mit internationaler finanzieller Unterstützung könnten die Emissionen um bis zu 45 Prozent gesenkt werden.

Um seine Ziele zu erreichen, erkundet und realisiert Chile verschiedene Strategien zur Emissionsminderung. Instrumente der CO2-Bepreisung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Im Zuge einer umfassenden Steuerreform wurde in der chilenischen Umweltpolitik eine „grüne“ Steuer eingeführt und eine entsprechende institutionelle Infrastruktur aufgebaut, mit deren Hilfe der Anwendungsbereich der Steuer in Zukunft erweitert oder zu anspruchsvolleren Instrumenten der CO2-Bepreisung übergegangen werden könnte. Denkbar sind Ausgleichsregelungen und/oder handelbare Emissionsrechte, die beide derzeit entwickelt und auf politischer Ebene diskutiert werden.

Die GIZ führt das Projekt „Globaler Kohlenstoffmarkt“ in Zusammenarbeit mit dem chilenischen Energieministerium als offizieller Partnerorganisation durch.

Ziel

Die chilenische Regierung entwickelt Instrumente der CO2-Bepreisung und erkundet Finanzierungsmechanismen für den Klimaschutz, die dazu beitragen können, die im Klimaabkommen von Paris eingegangene Verpflichtung Chiles zur Reduzierung von Treibhausgasen zu erfüllen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt die Kompetenz und Leistungsfähigkeit von Entscheidungsträgern im öffentlichen und privaten Sektor für die Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen, die sich für den chilenischen Kontext eignen, vor allem Maßnahmen in Bezug auf CO2-Bepreisung und Klimaschutzfinanzierung. Die Entwicklung politischer Konzepte wird ebenso unterstützt wie die Bewertung der Auswirkungen und Möglichkeiten von Kohlenstoffmärkten für den privaten Sektor. Schließlich strebt das Projekt an, Chile als aktiven Teilnehmer an den internationalen Diskussionen zu präsentieren, und unterstützt die Entwicklung regionaler Initiativen wie der Plattform Carbon Pricing of the Americas (CPA) oder Arbeitsgruppen im Rahmen der Pazifischen Allianz (Mexiko, Kolumbien, Peru, Chile).

Neben der offiziellen Partnerorganisation sind auch das Umweltministerium und das Finanzministerium wichtige Partner. Strategische Bündnisse für Kohlenstoffmärkte und Klimaschutzfinanzierung in Chile werden auch mit anderen maßgeblichen Akteuren geschlossen, darunter die Partnership for Market Readiness (PMR) der Weltbank, die Corporate Leaders Group (CLG), die Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP-FI) und die International Emissions Trading Association (IETA).

Wirkungen

Das Projekt hat die Kompetenz und Leistungsfähigkeit maßgeblicher Akteure im öffentlichen und privaten Sektor gestärkt und zu einer umfassenden Debatte über die Entwicklung von Instrumenten der CO2-Bepreisung in Chile beigetragen. Mit Projektunterstützung werden ein Vorschlag für ein Emissionshandelssystem für Chile sowie die Einbindung von Ausgleichsregelungen in die aktuelle CO2-Steuer ausgearbeitet. Alle Gestaltungsprozesse finden im Dialog mit dem Privatsektor statt. Mögliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der chilenischen Wirtschaft werden analysiert, um sie zu minimieren oder abzufedern. Ferner werden mit dem Finanz- und Privatsektor Optionen und Möglichkeiten der Klimaschutzfinanzierung im chilenischen Kontext erkundet.

Auf internationaler Ebene beteiligt sich Chile aktiv am internationalen Austausch über Instrumente der CO2-Bepreisung. Zur Unterstützung dieses Engagements wurden Workshops veranstaltet. Die Rolle Chiles in Arbeitsgruppen im regionalen Dialog wurde durch Hintergrundstudien und internationalen Wissensaustausch, vor allem mit deutschen Sachverständigen, gefestigt.