Globaler Kohlenstoffmarkt – Chile

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländermanagerprojekt „Globaler Kohlenstoffmarkt“
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Politischer Träger: Ministerio de Energia
Land: Chile
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Ein globaler Kohlenstoffmarkt ist für die Bundesregierung ein wichtiges Instrument des internationalen Klimaschutzes. Der Emissionshandel ermöglicht es, dass Emissionen zunächst dort reduziert werden, wo es am wenigsten kostet. Dieser Vorteil macht Klimaschutz kostengünstiger, weshalb funktionierende Kohlenstoffmärkte dazu beitragen, dass Staaten sich ehrgeizigere Emissionsreduktionsziele setzen und der Privatsektor seine Investitionen klimafreundlicher gestaltet.

2008 initiierte das Bundesumweltministerium die CDM-/JI-Initiative, um die Partnerländer bei der Nutzung der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls – Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI) – zu unterstützen. Das Vorhaben „Globaler Kohlenstoffmarkt“ ist Teil der CDM-/JI-Initiative und unterstützt in Uganda, Chile und Indien die Umsetzung der Ziele der Initiative.

Chile hat sich im Rahmen des Pariser Abkommen (verabschiedet 2015, seit 2016 in Kraft) dazu verpflichtet, bis 2030 seine Treibhausgasemissionen, im Vergleich zu 2007, um 30 Prozent zu reduzieren. Unter der Bedingung, dass es internationale Unterstützung erhält, ist das Land bereit, seine Emissionen sogar um 35 bis 45 Prozent zu reduzieren. Diese Klimaziele setzt Chile im Rahmen nationaler Klimapolitiken um, beispielsweise des Aktionsplans zum Klimawandel, des Nationalen Plans zur Klimaanpassung und des Aktionsplans zur Energieeffizienz.

Chile will in einer umfassenden Steuerreform auch eine Kohlenstoffsteuer einführen. Zusätzlich plant das Land die Einführung eines Emissionshandelssystems. Mit dem Santiago Climate Exchange (SCX) steht bereits seit 2009 eine lokale Plattform für den Handel mit freiwilligen Reduktionen von Treibhausgasemissionen zur Verfügung.

Ziel

Öffentliche und private Entscheidungsträger in Chile verfügen über Kenntnisse und Kompetenzen, um bestehende und neue Kohlenstoffmarktinstrumente zur Umsetzung national angepasster Klimaschutzaktivitäten zu nutzen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben richtet seine Aktivitäten in Chile an der nationalen Klimapolitik aus. Wichtigster Kooperationspartner ist das chilenische Energieministerium, das in Bezug auf Kohlenstoffmarktinstrumente federführend ist. Weitere wichtige Kooperationspartner sind das chilenische Umweltministerium, das Finanzministerium sowie das Interministeriale Komitee zum Klimawandel. Das Vorhaben unterstützt die Partner durch Studien, Dialogforen, Fachveranstaltungen und weiteren Fortbildungsangebote und trägt so zur Entwicklung von Kohlenstoffmarkinstrumenten bei.