Förderung von Bussystemen in indonesischen Städten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Projekt zur Implementierung von Bus Rapid Transit (BRT) Korridoren in Indonesien (INDOBUS)
Auftraggeber: Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Land: Indonesien
Politischer Träger: Kementerian Perhubungan Republik Indonesia (Ministry of Transportation)
Gesamtlaufzeit: 2016 – 2020

Eine Bushaltestelle mit hohem Einstieg in Indonesien – eine Übergangsform. Foto: Dino Teddyputra / GIZ

Ausgangssituation

Im Jahr 2010 lebten bereits über 50 Prozent der Indonesier in Städten – die Tendenz ist steigend. Mit dieser Verstädterung geht eine zunehmende Motorisierung einher, die großen Druck auf mittelgroße und große Städte ausübt. Die Folgen: Luftverschmutzung, Flächenverbrauch, Staus und Lärm. Dies gilt nicht nur für Megacities, wie beispielsweise Jakarta, sondern auch für Städte mit rund 200.000 Einwohnern, sogenannte mittelgroße Städte. Ohne einzugreifen werden die negativen Folgen des Verkehrs weiter zunehmen. Qualitativ gute Alternativen zum motorisierten Individualverkehr gibt es bisher nur punktuell. Sogenannte Bus Rapid Transit Systeme, die durch infrastruktur- wie auch fahrplantechnische Verbesserungen versuchen, einen höheren Qualitätsstandard als normale Buslinien zu erreichen, gibt es bisher kaum.

Die nationale und lokale Verkehrspolitik und Verkehrsadministration ist durch unklare rechtliche und schwache institutionelle Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Das gilt besonders für die Bezirke und Städte. Im Anschluss an die 1999 beginnende Dezentralisierung wurde den indonesischen Städten die Verantwortung für städtische Verkehrsinfrastruktur übertragen. Bislang gibt es in Indonesien keine geregelten Strukturen zur technischen und finanziellen Unterstützung der lokalen Regierungen bei der Entwicklung und Einführung von nachhaltigen Verkehrssystemen. Den Bezirks- und Stadtregierungen fehlt häufig das Know-how, um entsprechende Projektideen zu entwickeln. Sie sind nicht in der Lage, effektiv nachhaltige Stadtverkehrsprojekte vorzuschlagen und verfügbare nationale Gelder zu hebeln.

Ziel

In ausgewählten indonesischen Städten sind erste BRT-Korridore in Verkehrsstrukturen eingebettet. Sie bilden die Basis für integrierte städtische Verkehrssysteme, verbessern die Lebensqualität der Einwohner und reduzieren Staus in Städten.

Stau mit größtenteils motorisiertem Individualverkehr. Foto: Armin Wagner, GIZ

Vorgehensweise

Dieses von dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO finanzierte Projekt zur Einführung von Bus Rapid Transit Korridoren in Indonesien ist eng mit dem Programm zur Förderung von nachhaltigem Stadtverkehr (SUTRINAMA) in Indonesien verbunden.

Das Projekt fokussiert sich auf die Arbeit in fünf Pilotstädten. Es unterstützt die Verkehrsplanungsbehörden in den fünf Städten dabei, ein durchgängiges Nahverkehrssystem aufzubauen. Dazu gehören beispielsweise vom restlichen Verkehr getrennte Busspuren. Das Vorhaben berät das Ministerium und die Behörden in Provinzen und Städten, eine städtische Verkehrsstrategie mit speziellem Fokus auf BRT Systeme aufzubauen. Es unterstützt die Steuerung und Führung von BRT Systemen in den fünf Pilotstädten. Fachkräfte in nationalen Behörden sowie im Transport- und Planungsministerium bildet das Projektteam in Themen wie Verkehrssimulation fort.

Eine separierte Busspur lässt Busse direkt am Stau vorbeifahren. Foto: Daniel Bongart, GIZ

Das Projekt arbeitet direkt darauf hin, BAPPENAS und Transportministerium bei besonders erfolgreichen Vorzeigeprojekten in Pilotstädten zu unterstützen. Diese sollen später in anderen indonesischen Städten repliziert werden.