Skills for Reintegration

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Skills for reintegration – Bedarfsgerechte Ansätze des Kompetenzerwerbs für Flüchtlinge und Binnenvertriebene zur Vorbereitung auf Reintegration
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit
Politischer Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

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Ausgangssituation

Laut Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) waren Ende 2017 weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht aufgrund von Konflikten, Verfolgung oder schweren Menschenrechtsverletzungen. Noch nie waren weltweit so viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Ein großer Teil dieser Menschen findet Aufnahme in Entwicklungsländern. Dort sind ihre Möglichkeiten begrenzt, eine Beschäftigung aufzunehmen, sich weiterzubilden und so den Lebensunterhalt langfristig zu sichern. Viele geflüchtete Menschen wollen dauerhaft in ihr Heimatland oder ihre Herkunftsregion zurückkehren. Erfolgreiche Reintegrationsprozesse beginnen daher vor der eigentlichen Rückkehr. Institutionen, die Menschen auf der Flucht unterstützen, suchen deshalb nach Wegen, ihre Angebote zur Vorbereitung auf die Rückkehr gezielt auf die Reintegration im Herkunftsland oder in der Herkunftsregion auszurichten.

Ziel

Durch bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote wird die Beschäftigungsfähigkeit von freiwillig rückkehrenden Menschen auf der Flucht und der Bevölkerung aus aufnehmenden Gemeinden erhöht. 

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt im Auftrag der Bundesregierung weltweit bei Rückkehr und Reintegration von Menschen auf der Flucht. Hierbei wird der Schwerpunkt vor allem auf Süd-Süd Migration gelegt, da rund 85 Prozent der weltweit Geflüchteten Aufnahme in Entwicklungsländern finden. „Lernen für die Rückkehr“ befasst sich insbesondere mit Qualifizierung zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit.

Angebote für persönlichen und beruflichen Kompetenzerwerb

In diesem Handlungsfeld gibt es zurzeit drei Pilotmaßnahmen in drei Ländern. Diese werden umgesetzt von nationalen oder internationalen Nicht-Regierungsorganisationen oder bereits vor Ort arbeitenden Projekten, in denen sich die GIZ im Auftrag der Bundesregierung mit diesem Themenfeld befasst. 

Um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, konzentrieren sich die Maßnahme insbesondere auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen. 

In Niger erfolgt eine Pilotmaßnahme in Zusammenarbeit mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Die GIZ und ihre Partner verbessern die Angebote und die Qualität von beruflichen und persönlichen Qualifizierungsmaßnahmen für aus Mali geflohene Menschen, zum Beispiel durch Kurzzeitqualifizierungen in Solarenergietechnik. Ziel ist, Malierinnen und Malier bei der Rückkehrvorbereitung und der Reintegration zu unterstützen. Zugleich wird die Bevölkerung der aufnehmenden Gemeinden in Niger einbezogen. 

In Gambia werden beispielhafte Maßnahmen entwickelt und getestet, die den gesamten Reintegrationsprozess abdecken. Im Fokus stehen bessere Berufsbildung und Ausbildungsmöglichkeiten für freiwillig rückkehrende Geflüchtete und die lokale Bevölkerung.
Dazu arbeitet das Vorhaben mit dem Gambia Technical Training Institute (GTTI) und dem Youth Empowerment Project (YEP) zusammen. Unter anderem wird der GTTI-Standort in Mansakonko renoviert und die Ausstattung der Verwaltungs- und Schulungseinrichtungen verbessert. Darüber hinaus sollen drei Ausbildungsgänge entwickelt werden. 25 Prozent der Ausbildungsplätze stehen speziell für freiwillig Rückkehrende aus Deutschland zur Verfügung. „Lernen für die Rückkehr“ setzt so den Ansatz der Bundesregierung zur Förderung der freiwilligen Rückkehr und Wiedereingliederung im Heimatland um.

In Kirgisistan konzentriert sich „Lernen für die Rückkehr“ auf rückkehrende Migrantinnen und Migranten und unterstützt diese bei ihrer langfristigen Wiedereingliederung in den kirgisischen Arbeitsmarkt.  

Förderung der Vernetzung von nationalen und internationalen Institutionen

„Lernen für die Rückkehr“ will Kooperationen von Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen in diesem Bereich ausbauen und fördern. Mit verschiedenen Austauschformaten und gemeinsamen Veranstaltungen wird der Erfahrungsaustausch zwischen lokalen, regionalen und internationalen Akteuren aus den verschiedenen Pilotmaßnahmen gefördert. 

Das Vorhaben prüft derzeit eine Pilotmaßnahme in Mexiko. Dabei liegt der Fokus auf Wissensaustausch und Vernetzung zwischen den lokalen Initiativen, der Zivilgesellschaft und anderen Akteuren im Bereich Migration in Mexiko. Darüber hinaus ist ein Dialog zu Migrationsfragen zwischen Mexiko und Deutschland geplant. 

Verbesserung der Datengrundlage

Das Vorhaben ermittelt den Bedarf der Zielgruppen und des Arbeitsmarktes. Dazu gehören unter anderem die Motivation für eine mögliche Rückkehr und die vorhandenen Kompetenzen. Für die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt führt „Lernen für die Rückkehr“ Arbeitsmarktanalysen in den jeweiligen Aufnahme- und Herkunftsregionen durch, sofern keine anderen Analysen vorhanden sind.

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