Lernen für die Rückkehr

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Lernen für die Rückkehr - Bedarfsgerechte Ansätze des Kompetenzerwerbs für Flüchtlinge und Binnenvertriebene zur Vorbereitung auf Reintegration
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: weltweit
Politischer Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Theorieunterricht in der Herman Gmeiner Technical School Kigali: © GIZ / Dirk Gebhardt

Ausgangssituation

Laut dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen – UNHCR – befanden sich Ende 2016 weltweit 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht aufgrund von Konflikten, Verfolgung oder schweren Menschenrechtsverletzungen. Noch nie waren weltweit so viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Rund 22,5 Millionen Menschen sind Flüchtlinge, weitere 40,3 Millionen sind Binnenvertriebene, welche innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind. Die Hälfte der Flüchtlinge weltweit sind Kinder unter 18 Jahren. 2,8 Millionen von dem Menschen auf der Flucht sind Asylsuchende.

Rund 84 Prozent der 22,5 Millionen Flüchtlinge finden Aufnahme in Entwicklungsländern. Dort sind ihre Möglichkeiten, eine Beschäftigung aufzunehmen, sich weiterzubilden und so ihren Lebensunterhalt langfristig zu sichern, begrenzt. Diese eingeschränkten Perspektiven im Aufnahmeland verstärken den Wunsch vieler Flüchtlinge, dauerhaft in ihre Heimat zurückzukehren. Wenn die politischen und strukturellen Bedingungen für eine freiwillige Rückkehr gegeben sind, können Unterstützungsmaßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Dies gilt ebenso für die Binnenvertriebenen zur Vorbereitung der Rückkehr in die Herkunftsregion.

Erfolgreiche Reintegrationsprozesse beginnen vor der eigentlichen Rückkehr. Institutionen, die Flüchtlinge und Binnenvertriebene unterstützen, suchen deshalb nach Wegen, ihre Angebote zur Vorbereitung auf die Rückkehr gezielt auf die Erfordernisse der Reintegration im Herkunftsland oder in der Herkunftsregion auszurichten.

Ziel

Die Beschäftigungsfähigkeit von freiwillig rückkehrenden Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und der Bevölkerung aus aufnehmenden Gemeinden ist durch zusätzliche, bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote erhöht.

Auszubildenes Mädchen in einer Schreinerei in Rio de Janeiro. / Girl trainee at a cabinetmakerğt;'s in Rio de Janeiro © GIZ / Florian Kopp

Vorgehensweise

Das Globalvorhaben leistet Unterstützung bei Rückkehr und Reintegration von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen im Süd-Süd-Kontext. Es befasst sich insbesondere mit Qualifizierung zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit.

In drei verschiedenen Pilotmaßnahmen bietet das Projekt Schulungen an, in denen die Flüchtlinge sich beruflich oder persönlich fortbilden können. Diese Qualifizierungen übernehmen nationale oder internationale Nicht-Regierungsorganisationen (NROs) oder bereits in den Ländern oder Regionen arbeitende Projekte der GIZ, die sich mit diesem Themenfeld befassen.

Um die Anstrengungen zur Reintegration zu bündeln, arbeitet das Projekt mit lokalen, regionalen und internationalen Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit zusammen. So will es Kooperationen von Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen ausbauen und fördern.

Die Chancen auf Beschäftigung in ihren Herkunftsländern oder -regionen ist für die Flüchtlinge umso höher, je besser ihre Qualifikationen den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entsprechen. Aus diesem Grund verbessert das Projektteam die Datengrundlage zu den Bedarfen des Arbeitsmarktes und den daraus resultierenden Notwendigkeiten an Fortbildungen für die Flüchtlinge. Zu diesem Zweck erhebt das Projekt die Motivation für eine mögliche Rückkehr sowie die vorhandenen Kompetenzen der Flüchtlinge. Für die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wird eine Arbeitsmarktanalyse in den jeweiligen Aufnahme- und Herkunftsregionen durchgeführt.

Handwerkerausbildung in der Herman Gmeiner Technical School Kigali © GIZ / Dirk Gebhardt