Financing Energy for Low-carbon Investment – Cities Advisory Facility (FELICITY)

Projektkurzbeschreibung

Titel: Financing Energy for Low-carbon Investment – Cities Advisory Facility (FELICITY)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Global; Brasilien, China, Mexiko
Politischer Träger: Verkehrsministerium Vietnam (Bộ Giao thông Vận tải, Việt Nam)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Ausgangssituation

Städte und Gemeinden sind für drei Viertel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Dieser Anteil wird durch eine verstärkte Urbanisierung weiter steigen. Bis 2050 werden über zwei Milliarden mehr Menschen in Städten leben, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ein Großteil der Emissionsminderungen zum Schutz des Klimas wird demnach in urbanen Räumen erfolgen. Die Dekarbonisierung städtischer Energiesysteme, das heißt der Abkehr von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger, hat dabei eine Schlüsselrolle. Dazu zählen unter anderem die Förderung von Energieeffizienz in Gebäuden und städtischen Verkehrssystemen sowie die Verbesserung von Energieleitsystemen.

Internationale Finanzierungsinstitutionen wie die Europäische Investitionsbank (EIB) stellen seit Jahren Fördermittel zur Verfügung, um das Emissionsminderungspotenzial der Städte zu realisieren. Die Mittel werden jedoch nicht ausreichend nachgefragt oder erst nach langen Verzögerungen ausgezahlt. Städte und Kommune haben häufig weder die institutionellen Rahmenbedingungen noch das Know-how, um förderfähige Projekte zu entwickeln, die die Standards internationaler Finanziers erfüllen. Die Finanzierungsinstitutionen wiederum haben oftmals nicht das passende Instrumentarium, um die Projektvorbereitung und -durchführung ausreichend mit Beratung und Kompetenzentwicklung für die relevanten Akteure zu flankieren. Die verfügbaren finanziellen Ressourcen werden auf diese Weise nicht optimal verteilt und genutzt.

Ziel

Städte und Gemeinden in den Projektregionen sind in der Lage, finanzierungsfähige Projekte zur klimafreundlichen Energieversorgung vorzubereiten und umzusetzen.

Vorgehensweise

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beauftragt, eine Fazilität einzurichten, um Städte zur Gestaltung und Umsetzung finanzierungsfähiger Projekte zu beraten.

FELICITY, das erste Kooperationsvorhaben der GIZ mit der Europäischen Investitionsbank als Durchführungspartner, konzentriert sich auf Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Integration von erneuerbaren Energien in den Sektoren Energie, Wasser, Transport, Abfall und Gebäude. Das Vorhaben unterstützt die Umsetzung von Minderungsmaßnahmen in Städten und Kommunen durch:

  • Nachfrageorientierte Beratung für Städte zur Beantragung und Nutzung von Fördermitteln
  • Aufbau von Kompetenzen und Ressourcen in der lokalen Verwaltung
  • Politikberatung zu nationalen Rahmenbedingungen für internationale Klimafinanzierung
  • Wissensmanagement zu Finanzierungsmechanismen; Weiterentwicklung von Instrumenten und Methoden, zum Beispiel national angepasste Klimaschutzbeiträge (INDCs)

FELICITY unterstützt vor allem die Fähigkeiten der Städte und Kommunen, Projekte vorzubereiten und durchzuführen, direkt verknüpft mit der angestrebten Finanzierung durch die EIB. Die Pilotprojekte in China, Brasilien und Mexico sollen außerdem als Vorbilder in den Projektländern wirken, auf deren Grundlage weitere Maßnahmen in urbanen Räumen entwickelt werden können.

Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten sowie die Analysen der Rahmenbedingungen von urbaner Klimafinanzierung kann die GIZ nutzen, um die nationalen Strukturen nachhaltig zu verbessern. So werden Städte und Gemeinden langfristig in die Lage versetzt, Minderungsprojekte zu entwickeln und durchzuführen. Die erzielten Emissionsminderungen tragen unmittelbar dazu bei, nationale Klimaziele zu erreichen.