FELICITY: Nachhaltige Investitionen in klimafreundliche urbane Infrastruktur fördern

Projektkurzbeschreibung

Titel: Beratungsfazilität für Städte und Kommunen zur Finanzierung von Minderungsmaßnahmen im Bereich nachhaltiger Infrastruktur
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Länder: Mexiko, Ecuador, Indonesien, Brasilien
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Maringa

Ausgangssituation

Städte und Gemeinden sind für drei Viertel des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Dieser Anteil wird durch zunehmende Urbanisierung weiter steigen: Bis 2050 werden über zwei Milliarden mehr Menschen in Städten leben – vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Emissionseinsparungen zum Schutz des Klimas müssen demnach vor allem in urbanen Räumen erfolgen. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Reduzierung von klimaschädlichen Emissionen in der städtischen Infrastruktur spielen dabei eine Schlüsselrolle, insbesondere in den Bereichen Energie, Mobilität, Abwasser und Abfall.

Internationale Finanzierungsinstitutionen wie die Europäische Investitionsbank (EIB) stellen seit Jahren Investitionsmittel zur Verfügung, um mögliche Emissionseinsparungen durch nachhaltige grüne Infrastruktur zu verwirklichen. Die Mittel werden bisher jedoch nicht ausreichend nachgefragt oder nur verzögert ausgezahlt. Städten und Kommunen fehlen häufig die Voraussetzungen und das Know-how, um förderfähige Projekte zu entwickeln, die die Standards internationaler Finanziers erfüllen. Die Finanzierungsinstitutionen wiederum haben oftmals nicht die passenden Instrumente, um Investitionsprojekte ausreichend in Vorbereitung und Durchführung zu beraten und bei Partnern Kompetenzen aufzubauen. Die verfügbaren finanziellen Mittel werden daher nicht optimal verteilt und genutzt.

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Ziel

Städte und Gemeinden in den Partnerregionen sind in der Lage, finanzierungsfähige Investitionsprojekte für klimafreundliche urbane Infrastruktur vorzubereiten und umzusetzen.

Vorgehensweise

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beauftragt, eine sogenannte Projektvorbereitungs-Fazilität einzurichten. Diese berät Städte in der Vorbereitung, Finanzierung und Umsetzung grüner Investitionsprojekte.

FELICITY ist das erste Kooperationsvorhaben der GIZ mit der Europäischen Investitionsbank als Durchführungspartner. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen in den Bereichen Energie, Abwasser, Transport, und Abfall. Das Vorhaben unterstützt Minderungsmaßnahmen in Städten und Kommunen:

  • Das Vorhaben bereitet konkrete, von der EIB finanzierbare Minderungsprojekte in Städten vor. Hierzu unterstützt es die Vorauswahl geeigneter potenzieller Investitionsvorhaben, sowie die Entwicklung der technischen, finanziellen und wirtschaftlichen Machbarkeit, die Ausschreibungsprozesse und das Management von Umwelt- und Sozialrisiken.
  • Es fördert Kompetenzen und Ressourcen zur Projektvorbereitung. Zusätzlich erleichtert es den Zugang zu Finanzierung in lokalen Verwaltungen sowie bei beteiligten Finanzintermediären wie nationalen Entwicklungsbanken und staatlichen Akteuren.
  • Es berät zu nationalen Rahmenbedingungen für internationale Klimafinanzierung.
  • Es betreibt Wissensmanagement für Projektvorbereitung und Finanzierungsmechanismen, stärkt Fachnetzwerke und entwickelt Instrumente und Methoden weiter, um Projekte weltweit vorzubereiten.

Die Pilotprojekte in Brasilien, Indonesien, Ecuador und Mexiko dienen als Vorbilder für weitere Maßnahmen in urbanen Räumen. Die Erfahrungen der Projekte und die Analysen der Rahmenbedingungen von urbaner Klimafinanzierung können nationale Strukturen langfristig verbessern. Die erzielten Emissionsminderungen tragen unmittelbar dazu bei, nationale Klimaziele zu erreichen. So haben die Projekte ein Emissionsminderungspotenzial von bis zu 1,98 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten über 15 Jahre. Das entspricht etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß von 430.000 Kleinwagen.

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Wirkungen

  • FELICITY unterstützt Projekte in Mexiko, Indonesien, Ecuador und Brasilien mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 317 Millionen Euro.
  • Das brasilianische Energieministerium hat neue Standards für die Investitionsvorbereitung von Energieeffizienz und Solarenergie in öffentlichen Gebäuden publiziert. Diese Standards stehen in Form eines Handbuches zur Verfügung und basieren auf der Erfahrung des FELICITY-Projekts in Porto Alegre.
  • In Mexiko hat FELICITY gemeinsam mit dem BMU-finanzierten Programm PEEB das Umweltministerium unterstützt, einen Leitfaden zur Energieeffizienz bei Planung, Bau und Betrieb von Hotels sowie die Methodologie zur Energiewende in Gebäuden zu überarbeiten und veröffentlichen.
  • Das Vorhaben hat Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung für 3.300 städtische, regionale und nationale Fachleute durchgeführt. Dabei ging es um Projektvorbereitung für und Umsetzung von kohlenstoffarmen Investitionen.

Stand: Juni 2021

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