Türöffner für Afrikas Märkte: Exportförderung erschließt KMU neue Geschäftsbeziehungen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von beschäftigungswirksamen Exportaktivitäten in neue Märkte in Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère du Commerce
Laufzeit: 2017 bis 2019

Ausgangssituation

Um den sozialen Frieden in der jungen Demokratie zu erhalten und Fluchtbewegungen einzudämmen, braucht Tunesien Stabilität und Wachstum. Das Land steht deshalb vor der Herausforderung, mehr Arbeitsplätze und wettbewerbsfähige Unternehmen zu schaffen. Der Binnenmarkt ist klein, sodass wirtschaftliches Wachstum unmittelbar mit dem Export von Waren und Dienstleistungen verbunden ist. Drei Viertel aller Exportunternehmen kommen aus nur drei Branchen: Textil-und Lederwaren, Lebensmittel sowie Elektronik. Die meisten Hauptexportprodukte haben sich seit über 20 Jahren nicht verändert. Dies hängt auch mit der starken Ausrichtung auf den europäischen Markt zusammen.

Obgleich zahlreiche subsaharische Länder die höchsten Wachstumsraten weltweit verzeichnen, gehen nur rund fünf Prozent der tunesischen Gesamtexporte auf den afrikanischen Kontinent. Die tunesische Regierung hat das Potenzial der Märkte der südlichen Nachbarländer erkannt und will den Export und die Investitionen in den Ländern des Kontinents intensivieren.

Damit kleine und mittlere Unternehmen Exportaktivitäten aufnehmen können, brauchen sie Marktkenntnisse, Fachpersonal, Netzwerke und Ansprechpartner vor Ort, um Geschäftskontakte und Lieferbeziehungen aufzubauen.

Ziel

Der beschäftigungswirksame Zugang ausgewählter kleiner und mittlerer Unternehmen Tunesiens zu neuen Exportmärkten in Afrika ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Projektteam arbeitet vorwiegend mit kleinen und mittleren Unternehmen im Industrie- und Dienstleistungssektor zusammen, die auf keinen oder nur auf wenigen afrikanischen Märkten vertreten sind.

Um diesen Firmen den Markteintritt zu erleichtern, plant die staatliche Exportagentur CEPEX, in Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo im Herbst 2017 Niederlassungen zu eröffnen. Das Projektteam unterstützt CEPEX dabei, schult die Repräsentanten für ihre neuen Aufgaben und begleitet sie beim Aufbau ihres Unterstützungsangebots vor Ort.

Darüber hinaus richten die Partner eine Plattform öffentlicher und privater Förderinstitutionen ein – die Exportplattform „Think Africa“. Mit von der Partie sind CEPEX, Handelskammern, Unternehmensverbände sowie spezialisierte Beratungsunternehmen. Die Plattform soll Firmen ihre Chancen auf den Märkten Subsahara-Afrikas aufzeigen. Sie stimmt Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote ihrer Mitglieder besser aufeinander ab und erarbeitet Empfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen – beispielsweise zu Handelsabkommen und Infrastrukturverbesserungen.

Damit auch kleine Unternehmen ein professionelles und spezialisiertes privates Beratungsangebot für den Eintritt in afrikanische Märkte finden können, bildet das Projekt Berater aus und unterstützt die Institutionalisierung eines Beraternetzwerks.

Unternehmen mit sich ergänzenden Produkten und Dienstleistungen unterstützt das Projektteam dabei, sich in Exportkonsortien oder Netzwerken zusammenzuschließen und gemeinsam Strategien für den Export in einzelne subsaharische Märkte zu entwickeln. Dabei können exporterfahrene Unternehmen mit einem Schlüsselprodukt oder -service die Führungsfunktion übernehmen, während die Neulinge davon lernen und von deren Größenvorteilen profitieren können.

Das Projekt spricht explizit auch deutsche Firmen an, die den Markteintritt nach Subsahara-Afrika suchen, dazu aber auf Partner auf dem Kontinent angewiesen sind. Das Projekt arbeitet dazu mit der Deutschen Außenhandelskammer in Tunis, dem Industrie-und Handelskammer-Netzwerk in Deutschland und anderen deutschen Verbänden zusammen. Über Fachveranstaltungen, Geschäftsreisen und Messebesuche in Deutschland, Tunesien und anderen afrikanischen Ländern können Kontakte angebahnt und Potenziale für Partnerschaften erschlossen werden. So können Win-Win-Partnerschaften entstehen, die Technologie und Finanzierung mit Marktkenntnissen, geografischer Nähe und technischem Know-how verbinden.