Türöffner für Afrikas Märkte: Exportförderung erschließt neue Geschäftsbeziehungen für KMUs

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung beschäftigungswirksamer Exportaktivitäten in neue Märkte
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère du Commerce
Laufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Um den sozialen Frieden in der jungen Demokratie zu erhalten und Fluchtbewegungen einzudämmen, braucht Tunesien Stabilität und Wachstum. Das Land steht vor der Herausforderung, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Der Binnenmarkt ist klein, sodass wirtschaftliches Wachstum unmittelbar mit dem Export von Waren und Dienstleistungen verbunden ist. Drei Viertel aller Exportunternehmen kommen aber aus nur drei Branchen: Textil- und Lederwaren, Lebensmittel sowie Elektronik. Die meisten wichtigen Exportprodukte haben sich seit über 20 Jahren nicht verändert. Dies hängt auch mit der starken Ausrichtung auf den europäischen Markt zusammen.

Obgleich zahlreiche subsaharische Länder die höchsten Wachstumsraten weltweit verzeichnen, gehen nur rund zehn Prozent der tunesischen Gesamtexporte auf den afrikanischen Kontinent. Die tunesische Regierung hat das Potenzial afrikanischer Märkte erkannt und will den Export und die Investitionen intensivieren.

Ziel

Der beschäftigungswirksame Zugang ausgewählter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) Tunesiens zu neuen Exportmärkten in Afrika ist verbessert.

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Vorgehensweise

Das Projektteam arbeitet mit kleinen und mittleren Industrie- und Dienstleistungsunternehmen zusammen, die noch auf keinem oder nur wenigen afrikanischen Märkten vertreten sind.

Unternehmen der Branchen Ernährungs-, Bau und Gesundheitswirtschaft (und zukünftig IT) haben sich mit Unterstützung des Projektes und der Consultingfirma Deloitte in Exportkonsortien zusammengeschlossen, um gemeinsam neue Märkte in Afrika zu erschließen. Die Konsortien entwickeln zusammen Strategien für den Export in die fünf afrikanischen Zielmärkte: Kamerun, Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo, Kenia und Nigeria.

Das Projekt spricht explizit auch deutsche Firmen an, die den Markteintritt nach Subsahara-Afrika suchen, dazu aber auf Partner*innen auf dem Kontinent angewiesen sind. Über Fachveranstaltungen, Geschäftsreisen und Messebesuche in Deutschland, Tunesien und den afrikanischen Zielmärkten können Kontakte angebahnt und Partnerschaften geknüpft werden.

Mit der staatlichen Exportagentur CEPEX, Handelskammern, Unternehmensverbänden sowie spezialisierten Beratungsunternehmen wurde die Exportplattform Think Africa gegründet. Die Plattform zeigt tunesischen Firmen Marktchancen, vor allem auch in den fünf afrikanischen Zielmärkten auf. Sie stimmt Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote ihrer Mitglieder aufeinander ab.

Damit auch kleine Unternehmen ein professionelles und spezialisiertes privates Beratungsangebot für den Eintritt in afrikanische Märkte finden können, bildet das Projekt Berater*innen aus und unterstützt die Institutionalisierung eines Beraternetzwerks.

Um die Rahmenbedingungen für den Handel zwischen Tunesien und den afrikanischen Zielmärkten zu verbessern, unterstützt das Projektteam darüber hinaus Vertreter*innen des Handelsministeriums sowie weiterer relevanter Regierungsinstitutionen dabei, ihre Leistungsfähigkeit in Bezug auf Verhandlung, Umsetzung und Kontrolle von regionalen Handelsabkommen zu verbessern. Auf diese Weise wird die regionale Integration Tunesiens gestärkt, es werden Handelsschranken abgebaut und so die Exportchancen tunesischer Firmen verbessert.

Wirkungen

Die Arbeit der Exportplattform Think Africa nimmt an Fahrt auf. Mitglieder waren gemeinsam auf Geschäftsreisen, so beispielsweise auf einer Markterkundungsreise nach Kenia und einer anschließenden Roadshow in Tunesien. Über Marktchancen in Kamerun, Elfenbeinküste und der Demokratischen Republik Kongo haben sich tunesische Unternehmen bereits in neun Informations- und Matchmaking-Veranstaltungen informieren können. Die Plattform lud potenzielle Käufer*innen aus den drei Ländern ein und organisierte Geschäftstreffen mit 18 afrikanischen Geschäftsleuten. 850 Personen aus 500 tunesischen Unternehmen nahmen an den Veranstaltungen teil.

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In den drei bereits aufgebauten Exportkonsortien haben sich etwa 40 kleine und mittlere Unternehmen organisiert und formalisiert. Alle haben einen Arbeitsplan zur Erschließung afrikanischer Märkte entwickelt.

Eine repräsentative Umfrage zu ersten Aktivitäten des Projekts wurde bereits durchgeführt. Demnach verzeichnet mehr als die Hälfte der 500 erreichten Unternehmen bereits nach einem Jahr Projektlaufzeit höhere Exportchancen, beispielsweise durch einen besseren Zugang zu Marktinformationen. 18 Unternehmen haben neue Geschäftsbeziehungen mit Partner*innen in Subsahara-Afrika etabliert. Vier Unternehmen haben 34 neue Arbeitsplätze geschaffen, um neue afrikanische Märkte zu erschließen. Durch den Aufbau von langfristigen Geschäftsbeziehungen fördert das Programm langfristige Beschäftigung.

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