Effiziente, effektive und nachhaltige Verkehrssysteme

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: NAMA Support Project (TRANSPerú)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU); UK Department for Business, Energy & Industrial Strategy (BEIS)
Land: Peru
Politischer Träger: Ministerium für Verkehr und Kommunikation
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Fahrgäste warten zur Hauptverkehrszeit auf den öffentlichen Bus. © GIZ

Ausgangssituation

Etwa 40 Prozent der energiebezogenen Treibhausgasemissionen (THG) in Peru gehen auf den Verkehrssektor zurück. Werden keine emissionsmindernden Maßnahmen ergriffen, steigen die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 voraussichtlich um 200 Prozent an. Ursache dafür sind vor allem der wachsende Verkehr und die zunehmende Urbanisierung. In Lima und Callao nimmt der Autoverkehr wegen des schlecht organisierten öffentlichen Transportsystems zu. Diese zwei Faktoren führen zu einem wachsenden Verkehrsaufkommen, immer längeren Staus und hohen Schadstoffbelastungen. Die peruanische Fahrzeugflotte ist zudem veraltet und der verwendete Treibstoff entspricht nicht den nötigen Qualitätsstandards.

Um dem Trend steigender CO2-Emissionen entgegenzuwirken, erarbeitet die peruanische Regierung unter Federführung des Verkehrsministeriums die „TRANSPerú - Nationally Appropriate Mitigation Actions“ (NAMA) mit mehr als 70 Maßnahmen zur Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes im Verkehrssektor. Die Nama-Facility, finanziert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das UK Department for Business, Energy & Industrial Strategy (BEIS), unterstützt diese im Rahmen des NAMA Support Project (NSP).

Ziel

Zukunftsweisende strukturelle Änderungen tragen zu einem nachhaltigen, effizienten und emissionsarmen Stadtverkehr in Lima und Callao bei.

Öffentliches Verkehrssystem in Lima. © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben „NAMA Support Project (TRANSPerú)” der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt das peruanische Verkehrsministerium dabei, Strukturen zur Implementierung eines leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) zu schaffen. Dazu gehören die Anpassung gesetzlicher und institutioneller Rahmenbedingungen sowie die Verbesserung ausgewählter Prozesse, beispielsweise der Verkehrsplanung und des Emissions-Monitorings (Measurable, Reportable, and Verifiable - MRV).

Kern der neugeschaffenen Umsetzungsstruktur, dem so genannten Multisektorenkomitee, sind fünf Arbeitsgruppen. Diese setzen sich aus relevanten Akteuren der peruanischen Regierung sowie aus Vertretern der Privatwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen zusammen:

  • Institutionelle Entwicklung zur verbesserten Verwaltung des städtischen Nahverkehrs und Einführung eines integrierten öffentlichen Nahverkehrssystems,
  • Nicht-motorisierter Verkehr,
  • Modernisierung des Fuhrparks,
  • Verbesserung der Luftqualität und des Emissions-Monitorings (MRV),
  • Implementierung eines nationalen Programms zur Unterstützung lokaler Regierungen bei der Förderung von nachhaltigem Transport.

Das Vorhaben greift auf bestehende Netzwerke und Erfahrungen zurück, fördert den Wissenstransfer und arbeitet mit anderen Programmen und Partnern im In- und Ausland zusammen.

Verkehrsaufkommen im Zentrum von Miraflores, Lima. © GIZ

Wirkungen

Durch die Anwendung des nationalen Abwrack-Programms für insgesamt 3.500 Kombis und (Klein-) Busse, wurden die CO2-Emissionen in Lima und Callao um jährlich 60.000 Tonnen CO2 reduziert.

Die Metro-Linie 1 in Lima wurde durch den Kauf von 20 neuen Zügen und 39 Waggons konsolidiert. Der Einsatz dieser neuen Zugeinheiten ermöglicht die Minderung von rund 110.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Das MTC hat ein konzeptionelles Modell für eine Stadtverkehrsbehörde (Autoridad de Transporte Unica – ATU) erarbeitet. Ziel ist, mittelfristig ein integriertes Verkehrssystem in Lima und Callao zu entwickeln. Der Entwurf wurde dem Kongress im Juli 2017 vorgelegt.