Maßnahme zur Übergangshilfe: Verbesserung von Ernährungssicherheit und Katastrophenvorsorge zur Stärkung der Resilienz in Afar

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Maßnahme zur Übergangshilfe: Verbesserung von Ernährungssicherheit und Katastrophenvorsorge zur Stärkung der Resilienz in Afar
Auftrgageber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Ministerium für Viehzucht und Fischereiwesen (MoLF)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

Ausgangssituation

Die Tieflandregion Afar ist eines der am wenigsten entwickelten Gebiete Äthiopiens. Rund die Hälfte der Region ist durch Grenzertragsböden gekennzeichnet, der Rest besteht zum Großteil aus trockenen Savannengebieten. Die Jahrestemperaturen liegen zwischen 25°und 50°C. Die jährliche Niederschlagsmenge überschreitet selten 300 mm und variiert stark, und zwar sowohl in der Menge als auch in der Verteilung. Mehr als die Hälfte der rund 1,5 Millionen Einwohner leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Afar weist einige der niedrigsten Entwicklungsindikatoren des Landes auf und verzeichnet neben einer hohen Säuglingssterblichkeitsrate und Wachstumsstörungen bei Kindern den höchsten Anteil untergewichtiger Kinder in Äthiopien (36 Prozent).

Die Existenzgrundlage der Menschen in der Region ist entweder reine Viehwirtschaft oder eine Mischung aus Ackerbau und Viehwirtschaft. Durch den Bevölkerungszuwachs und den Klimawandel geraten die traditionellen Landwirtschaftssysteme jedoch zunehmend unter Druck. Die Zunahme von klimabedingten Extremwetterereignissen wie Dürreperioden, Überschwemmungen und ähnlichen Naturkatastrophen hat immer häufiger negative Auswirkungen auf Ernährungssicherheit, Hygiene und Gesundheit in der Region.

Ziel

Der Bevölkerung und ausgewählten Einrichtungen in Afar kommen verbesserte Kapazitäten zugute, so dass sie ihren Lebensunterhalt produktiv bestreiten, langfristig die Ernährungssicherheit gewährleisten und gleichzeitig ihre Resilienz gegen klimabedingte Wetterextreme verbessern können.

Vorgehensweise

Das Projekt ist Teil des Programms Strengthening Drought Resilience in Arid and Semi-Arid Lowlands of Ethiopia. Es ist in acht Distrikten, auch Woredas genannt, in Afar tätig und konzentriert sich auf drei verschiedene Handlungsfelder:

  • Wasser und Hygiene: Das Projekt hat das Ziel, der Bevölkerung den Zugang zu Wasser sowie die Wasserqualität durch die Einführung gemeinsam genutzter Filtersysteme zu verbessern. Zusätzlich zu den baulichen Maßnahmen schaffen Sensibilisierungskampagnen zur Bedeutung von sauberem Wasser und Hygiene die Grundlage für den sicheren Umgang mit Nahrungsmitteln.
  • Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit: Durch den Aufbau und die Verwaltung gemeinschaftlicher Baumschulen und Baumschutzgebiete sowie durch die Förderung des Verkaufs lokaler Produkte (Obst von Bäumen, Futtergräser, Fleisch usw.) zielt das Projekt darauf ab, den Zugang zu Nahrungsmitteln und Tierfutter zu verbessern und dafür zu sorgen, dass diese besser verfügbar sind. Das Projekt arbeitet auch daran, durch die Bereitstellung von Informationen über die Themen Ernährung und Kleinkindversorgung sowie die Durchführung entsprechender Fortbildungen den Umgang mit Nahrungsmitteln zu verbessern.
  • Katastrophenvorsorge: Neben der Beratung des regionalen Disaster Preparedness and Prevention Committee hilft das Projekt dabei, durch funktechnikbasierte Warnsysteme und Handlungsempfehlungen bessere Mechanismen zum Schutz vor Gefahren wie Dürreperioden, Überschwemmungen und Tierseuchen einzuführen.

Das Projekt baut auf den Maßnahmen auf, die früheren Projekten in demselben Gebiet eingeführt haben, sowie auf dem Vertrauen, das diese Projekte bei der Bevölkerung und den äthiopischen Behörden genießen. Das Ziel besteht darin, die Handlungsfelder auszuweiten. Dies geschieht unter anderem durch Maßnahmen, die darauf abzielen, die Resilienz der Hirten und Bauern in den Tieflandregionen Äthiopiens gegenüber Dürreperioden zu verbessern und verstärkt die Böden in der Region Afar zu rehabilitieren.

Wirkung

  • Durch die Erneuerung der traditionellen, Birkats genannten Zisternen und den Einbau einfacher Wasserbehandlungs- und Filtersysteme wurde der Zugang zu sauberem Trinkwasser verbessert.
  • Das Bewusstsein für die Bedeutung von Hygienemaßnahmen, also für die Notwendigkeit regelmäßigen Händewaschens, die hygienische Lagerung und Zubereitung von Nahrungsmitteln und die Nutzung von getrennten Wasserstellen für Mensch und Tier, ist gewachsen.
  • Gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung wurden Einzelmaßnahmen durchgeführt, um kritische oder produzierende Infrastrukturen zu schützen.
  • Gemeinsam mit der Regierung des Distrikts wurden gemeinschaftliche Baumschulen aufgebaut, in denen indigenen Bäume und Gräser angepflanzt werden, um so die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und Futter zu verbessern.
  • Einführung der Waterboxx-Technologie zur Baumpflege; diese Technologie spart im Vergleich zu allen anderen Pflanztechnologien im ersten Jahr über 90 % des Wassers. Ab dem zweiten Jahr sind die Setzlinge angewachsen.