Verbesserung der Ernährungssicherheit in der Region Afar

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Maßnahme zur Übergangshilfe: Maßnahme zur Übergangshilfe: Verbesserung von Ernährungssicherheit und Katastrophenvorsorge zur Stärkung der Resilienz in Afar (Äthiopien)
Auftrgageber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

7) Waterboxx Technology at Nursery Site (2017)

Ausgangssituation

Die Tieflandregion Afar ist eines der am wenigsten entwickelten Gebiete Äthiopiens. 48 Prozent der Region sind durch Grenzertragsböden gekennzeichnet, der Rest besteht zum Großteil aus trockenen Savannengebieten. Die Jahrestemperaturen liegen zwischen 25° und 50°C. Die jährliche Niederschlagsmenge überschreitet selten 300 mm und variiert stark, und zwar sowohl in der Menge als auch in der Verteilung. Mehr als die Hälfte der rund 1,5 Millionen Einwohner der Region Afar lebt unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Afar weist einige der niedrigsten Entwicklungsindikatoren des Landes auf und verzeichnet neben einer hohen Säuglingssterblichkeitsrate und Wachstumsstörungen bei Kindern den höchsten Anteil untergewichtiger Kinder in Äthiopien (36 Prozent). Die Existenzgrundlage der Menschen in der Region ist entweder reine Viehwirtschaft oder eine Mischung aus Ackerbau und Viehwirtschaft. Durch den Bevölkerungszuwachs und den Klimawandel geraten die traditionellen landwirtschaftlich-bäuerlichen Systeme jedoch zunehmend unter Druck. Die Zunahme von klimabedingten Extremwetterereignissen wie Dürreperioden, Überschwemmungen und ähnlichen Naturkatastrophen hat immer häufiger negative Auswirkungen auf Ernährungssicherheit, Hygiene und Gesundheit in der Region.

Ziel

Es findet ein Kapazitätsaufbau in der Bevölkerung und bei den verantwortlichen Institutionen statt, um langfristig für Nahrungsmittel und eine produktive Lebensgrundlage zu sorgen. Die Resilienz gegen klimabedingte Wetterextreme wird verbessert.

8) Solar Pumps for Use by People and Livestock (2019)

Vorgehensweise

Das IFTAR-Projekt ist Teil des Programms zur Stärkung der Dürreresilienz in Trocken- und Halbtrockengebieten im äthiopischen Tiefland (SDR-ASAL). Das Projekt wird in acht Distrikten, auch Woredas genannt, von Afar umgesetzt und konzentriert sich auf drei Handlungsfelder:

Wasser und Hygiene: IFTAR hat das Ziel, den Zugang der Bevölkerung zu Wasser sowie die Wasserqualität durch die Einführung gemeinsam genutzter Filtersysteme zu verbessern. Zusätzlich zu den baulichen Maßnahmen schaffen Sensibilisierungskampagnen zur Bedeutung von sauberem Wasser und Hygiene die Grundlage für den sicheren Umgang mit Nahrungsmitteln und deren sichere Zubereitung sowie Lagerung.

Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit: Durch den Aufbau und die Verwaltung gemeinschaftlicher Baumschulen und Baumschutzgebiete sowie durch die Förderung des Verkaufs lokaler Produkte (Obst von Bäumen, Futtergräser, Fleisch usw.) zielt das Projekt darauf ab, den Zugang zu Nahrungsmitteln und Tierfutter zu verbessern. Das Projekt arbeitet auch daran, durch die Bereitstellung von Informationen über die Themen Ernährung und Kleinkindversorgung sowie die Durchführung entsprechender Fortbildungen den Umgang mit Nahrungsmitteln zu verbessern.

Katastrophenvorsorge: Neben der Beratung des regionalen Disaster Preparedness and Prevention Committee (DPPC) hilft das Projekt dabei, durch funktechnikbasierte Warnsysteme und Handlungsempfehlungen bessere Mechanismen zum Schutz vor Gefahren wie Dürreperioden, Überschwemmungen und Tierseuchen einzuführen.

Wirkungen

  • 94.800 Menschen haben einen verbesserten Zugang zu Trinkwasser
  • 58.400 Menschen (davon 26.300 Frauen) wurden mit verbesserten Sanitärmaßnahmen und WaSH-Schulungen erreicht
  • 3.500 Menschen verfügen über eine größere Ernährungsvielfalt
  • 200 Regierungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter wurden geschult
  • 6 Wasserverteilungswehre wurden gebaut, um Infrastruktur wie Straßen und Brücken zu schützen
  • 4 von Frauen geführte gemeinschaftliche Kinderbetreuungseinrichtungen wurden gegründet
  • 4 Bohrlöcher werden saniert und mit Solarpumpen ausgestattet, was 10.000 Menschen (davon 4.500 Frauen) in Awra, Gulina und Yalo zugutekommt
  • 17 gemeinschaftliche Baumschutzgebiete wurden geschaffen
  • 17 Birkats (Zisternen) wurden saniert, dabei wurden für jeden Standort Wassernutzergruppen organisiert, wodurch der Zugang zu Wasser für 34.000 Menschen verbessert wurde
  • Wöchentliche Radiosendungen in der Landessprache versorgen die Menschen in der Region Afar mit aktuellen Informationen zur Katastrophenvorsorge

Stand: Februar 2021