Produktivitätssteigerung und Ressourcenschutz zugleich – durch Ländliche Entwicklung in Kamerun

Projektkurzbeschreibung

Titel: Programm Ländliche Entwicklung in Kamerun
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kamerun
Politischer Träger: Ministère de l'agriculture et du développement rural
(MINADER)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

Bauern werden durch den Farmer Business School (FBS) Ansatz fortgebildet...

Ausgangssituation

Kamerun birgt durch seine geographische Lage und ökologische Vielfalt erhebliche Potenziale für Ackerbau und Viehzucht. Die Landwirtschaft trägt essentiell zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Sie macht über 20 Prozent des primären Sektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) und 55 Prozent der Exporterlöse aus. Sie bietet zudem den größten Teil der aktiven Erwerbstätigen Beschäftigung. Die Betriebsstrukturen sind geprägt von kleinbäuerlichen Familienbetrieben.

Dennoch sind Erträge insgesamt gering und Vermarktungswege saisonal unterbrochen. Die Viehwirtschaft ist von dem Wegfall der natürlichen Weideressourcen in Folge menschlicher Einwirkungen und dem Klima-wandel direkt betroffen. Ebenso fehlt es an Tränkemöglichkeiten. Der Klimawandel mindert die Erträge und erschwert die Anbau- und Nutzungsplanung. Insgesamt wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung im ländlichen Raum als arm eingestuft. Die Ernährungsunsicherheit betrifft mehr als ein Fünftel der ländlichen Haus-halte (rund 22 Prozent). Mangelernährung bei Frauen und chronische Unterernährung bei Kindern sind weit-verbreitet.

Die ländliche Entwicklung ist ein Schwerpunkt in der kamerunischen Politik. Dennoch wurde das Potential in Produktion und Viehwirtschaft bis heute erst wenig ausgeschöpft. Es werden oft traditionelle Kenntnisse und Erfahrungen genutzt, die den geänderten ökonomischen und ökologischen Bedingungen nur wenig angepasst sind. Die Produktivität in der Land- und Viehwirtschaft in den Regionen Nord und Adamaoua ist sehr gering und nicht ressourcenschonend.

Frauen in Adamaoua werden zur Hygiene in der Milchverarbeitung fortgebil...

Ziel

Die Produktivität der Land- und Viehwirtschaft in den Regionen Nord und Adamaoua ist unter Berücksichtigung ressourcenschonender Maßnahmen gestiegen.

Vorgehensweise

Das Programm arbeitet in den Regionen Adamaoua und Nord mit unterschiedlichen Ansätzen:

Training zur Veredelung von Mangopflanzen
  1. Verbesserung der staatlichen Koordination
    Das Projektteam unterstützt seine Partnerministerien dabei, die Kooperation zwischen den Fachministerien und ihren Regionaldirektionen zur Koordinierung von Maßnahmen in der ländlichen Entwicklung zu fördern. Im Zentrum steht die Erarbeitung, Festschreibung und Umsetzung einer Landnutzungsplanung. Die Regionalbehörden werden dazu befähigt, eine eigenständige Verbreitung kommunaler Ansätze sowie deren Standardisierung in den zuständigen Behörden vorzunehmen.
  2. Berufliche Aus- und Fortbildung in Land- und Viehwirtschaft
    Durch die Verbesserung der beruflichen Aus- und Fortbildung in Land- und Viehwirtschaft sollen technische, betriebswirtschaftliche und ernährungsrelevante Kompetenzen erhöht werden. Dies geschieht vornehmlich über den Ausbau von Kapazitäten der Ausbildungszentren und Fortbildungs-strukturen der ländlichen Entwicklung, darunter das Regionale Zentrum zur Förderung der Professionalisierung in der Agrar- und Viehwirtschaft (Centre Régional d’Appui à la Professionnalisation Agropastorale, CRPA), sowie die staatlichen Landwirtschaftsschulen und private Ausbildungszentren. Das Projekt berät diese bei der Erarbeitung von angepassten Aus- und Fortbildungsmodellen und modular aufgebauten Lehrplänen, damit sie ihre Qualifizierungsangebote bedarfsgerecht gestalten und erweitern.
  3. Landnutzungsplanung auf Gemeindeebene
    Auf Mikroebene soll die Umsetzung nach gemeinsam etablierten Landnutzungsplänen gesteuert wer-den. Die fachliche Beratung umfasst die Landnutzungsplanung auf Gemeindeebene und deren Um-setzung sowie das nachhaltige Management der natürlichen Ressourcen durch die Produzierenden und Viehhaltenden auf ihrem Land. Ausgangspunkt der Förderung bildet die partizipative Planung von Nutzungszonen für Ackerbau, Gartenbau und Viehhaltung.
  4. Anwendung angepasster Methoden und Techniken in Produktion und Verarbeitung
    Durch die Unterstützung sollen die Kapazitäten der Produzierenden und Viehhaltenden ausgebaut werden. Das verändert die kleinbäuerliche Praxis und verhilft ihnen durch die weitere Verarbeitung ihrer Erzeugnisse zu mehr Einkommen. Darauf aufbauend beinhalten die vorgeschlagenen Methoden und Technologien Ansätze, mit denen die Produktion ressourcenschonend und klimaangepasst verbessert werden kann.

    Die Consultingfirma GFA Consulting Group unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.