Umsetzung des nationalen Abfallplans

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung bei der Umsetzung einer nationalen Abfallpolitik, die Klimaschutzpotentiale berücksichtigt (ProteGEEr)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Ministerium für Regionale Entwicklung (MDR) und Umweltministerium (Ministério do Meio Ambiente, MMA)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Aufbau einer Kompostmiete (nach der Methode der Universität von Santa Catarina) in der Anlage "Revolução dos Baldinhos" in Florianópolis, Brasilien (Foto: Soninha Vill, ProteGEEr), Foto: Foto: Soninha Vill/ ProteGEEr

Ausgangssituation

2010 hat Brasilien eine fortschrittliche Abfallpolitik verabschiedet, die bisher jedoch nur in Teilen umgesetzt wurde. Die Treibhausgasemissionen aus dem Abfallsektor nehmen weiter zu. Es wurden noch keine konkreten CO2-Reduktionsziele für den Abfallsektor im Rahmen der im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Treibhausgasminderungsbeiträge (NDC) festgelegt.

Bei der Umsetzung der Abfallpläne haben die Gemeinden immer noch mit technischen Problemen zu kämpfen. Um auf subventionierte Kredite, beispielsweise über die staatliche Bank CAIXA, zugreifen zu können, sind Fachkenntnisse und eine strategische Planung erforderlich. Beispielprojekte helfen den Gemeinden bei der Umsetzung der Abfallmanagementmaßnahmen.

Voraussichtlich im Dezember 2019 soll eine neue Fassung des nationalen Abfallplans veröffentlicht werden. Dabei bietet sich die Möglichkeit, ihn mit der nationalen Klimapolitik in Einklang zu bringen und das Klimaschutzpotenzial des Abfallsektors zu nutzen.

Ziel

Der brasilianische Abfallsektor leistet einen messbaren Beitrag zu den Treibhausgas-Reduktionszielen und damit zum Klimaschutz. Zu den kurzfristigen Zielen zählt die Umsetzung wirksamer Abfallbehandlungsoptionen, was auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität für die EinwohnerInnen Brasiliens führt. Das langfristige Ziel ist der Klimaschutz.

Abfalldeponierung auf der neuen Siedlungsabfall-Deponie in Brasilia, Brasilien, Foto: Soninha Vill/ ProteGEEr

Vorgehensweise

Das Projekt berät die Ministerien dabei, wie sich klimarelevante Kriterien (Treibhausgas-Minderungspotenzial) in Regeln und Vorschriften für den Abfallsektor integrieren lassen. Dazu werden die Methoden zur Kalkulation der Treibhausgasemissionen durch Siedlungsabfälle überarbeitet und an den brasilianischen Kontext angepasst. Treibhausgasmindernde Technologien sollen gefördert und die Kreislaufwirtschaft begünstigt werden.

Auf Ebene der Gemeinden werden Beschäftigte der Kommunen und des Privatsektors in der Planung und Umsetzung erfolgreicher und klimafreundlicher Abfallwirtschaft geschult. Das Projekt unterstützt – im Rahmen von sechs Pilotprojekten – den Einsatz neuer Entscheidungshilfen in 43 Städten und Gemeinden, um die Kommunen und Unternehmen in der Auswahl von Technologien und Methoden weiterzubilden.

Gemeinsam mit sechs brasilianischen Hochschulen und einem Forschungszentrum entwickelt das Projekt Lehrpläne für Postgraduiertenstudiengänge zu nachhaltiger Abfallwirtschaft und Klimaschutz. Darüber hinaus fördert das Vorhaben praktische Forschungsprojekte und den Austausch zwischen deutschen und brasilianischen Wissenschaftsinstitutionen.

Wirkungen

  • Entwicklung von Vorlesungs- und Schulungseinheiten zu Klimaschutz-Themen im Abfallsektor.
  • Beitrag zur Überarbeitung der Feststellungen zum PLANARES (nationaler Abfallplan/MMA).
  • Unterstützung bei der Überarbeitung des PLANSAB, des nationalen Plans für eine sanitäre Grundversorgung vom Ministerium für regionale Entwicklung (MDR). Es wurden vier Dossiers erstellt.
  • Stärkung der Funktionsfähigkeit des Modells Öffentlich-Privater Partnerschaften im Bereich Siedlungsabfälle über den FEP-Fonds.
  • Aufbau eines Abfalllabors im brasilianischen Bundesstaat Ceará. Dazu wurde eine Kooperationsvereinbarung mit NUTEC (Fundação Núcleo de Tecnologia Industrial do Ceará) unterzeichnet, einer öffentlichen Forschungsanstalt des Bundesstaates Ceará.
  • Fünf nationale Universitäten wurden erfolgreich bei der Beantragung von „PRINT“-Mitteln unterstützt. Dadurch haben sie Zugang zu weiteren Geldern, die indirekt dem Klimaschutz zugutekommen.
  • Erste Arbeitsergebnisse der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Datensystematisierung liegen vor: Die Variablen der Datenbanken des MDR mussten angepasst werden, damit sie als offizielle Datenbank zur Berechnung der Emissionsstatistik (Treibhausgas-Inventar) Brasiliens genutzt werden können.

Andere Sprachversionen

Download

Weitere Informationen