Abfallpolitik für mehr Klimaschutz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimafreundliche Technologien und Capacity Development zur Umsetzung der nationalen Abfallpolitik in Brasilien
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Städteministerium (Ministério das Cidades) und Umweltministerium (Ministério do Meio Ambiente)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Aufbau einer Kompostmiete (nach der Methode der Universität von Santa Catarina) in der Anlage "Revolução dos Baldinhos" in Florianópolis, Brasilien (Foto: Soninha Vill, ProteGEEr), Foto: Foto: Soninha Vill/ ProteGEEr

Ausgangssituation

Brasilien hat 2010 eine fortschrittliche Abfallpolitik verabschiedet. Bisher wird diese jedoch nur in Bruchteilen umgesetzt. Die Treibhausgas-Emissionen in Brasilien nehmen generell weiter zu, auch aus dem Abfallsektor. Spezifische CO2-Reduktionsziele für den Abfallsektor sind bisher weder in der nationalen Klimapolitik noch in den nationalen Klimabeiträgen verankert. 

Trotz zunehmenden Drucks durch die Umweltbehörden sind die Gemeinden zurückhaltend bei der Umsetzung von Abfallmanagementmaßnahmen. Grund dafür sind fehlende Beispielprojekte als Referenzen sowie unzureichende Informationen und Fachkräfte für die Umsetzung. Subventionierte Kredite, etwa über die staatliche Bank CAIXA, werden kaum genutzt. 

Voraussichtlich 2018 soll ein neuer Entwurf des nationalen Abfallplans verabschiedet werden. Dies eröffnet Chancen, ihn mit der nationalen Klimapolitik in Einklang zu bringen und die Klimaschutzpotenziale des Abfallsektors zu nutzen.

Ziel

Der brasilianische Abfallsektor leistet einen messbaren Beitrag zu den Treibhausgas-Reduktionszielen und damit zum Klimaschutz. Die Abfallpolitik Brasiliens vereint sowohl kurzfristige Ziele wie effiziente Abfallbehandlungsoptionen als auch langfristige Ziele wie Klimaschutz und hat eine Vorreiterrolle in Lateinamerika.
 

Abfalldeponierung auf der neuen Siedlungsabfall-Deponie in Brasilia, Brasilien, Foto: Soninha Vill/ ProteGEEr

Vorgehensweise

Das Projekt berät die Ministerien auf nationaler Ebene, klimarelevante Kriterien (Treibhausgas-Minderungspotenzial) in Vorschriften zu integrieren. Dazu werden Methoden zur Kalkulation von Treibhausgasemissionen durch Siedlungsabfälle überarbeitet und an den brasilianischen Kontext angepasst. Treibhausgasminimierende Technologien sollen gefördert und die Kreislaufwirtschaft begünstigt werden 

Auf Ebene der Gemeinden werden Beschäftigte der Kommunen und des Privatsektors in Planung und Umsetzung erfolgreicher und klimafreundlicher Abfallwirtschaft geschult. Das Projekt unterstützt in zehn ausgewählten Städten und Gemeinden neue Entscheidungshilfen, um Kommunen und Unternehmen in der Auswahl von Technologien und Methoden weiterzubilden. 

Gemeinsam mit fünf Universitäten entwickelt das Projekt Lehrpläne für Postgraduiertenstudiengänge zu nachhaltiger Abfallwirtschaft und Klimaschutz. Das Vorhaben fördert außerdem Forschungsprojekte und den Austausch zwischen deutschen und brasilianischen Wissenschaftsinstitutionen.